 noch eine Stufe heruntertreten und mit der
Verbesserung der Mütter dieses gute Werk anheben. Man sollte Töchter ziehen, ehe
man noch an Söhne kommt. Jetzt ist die Erziehung, wenn man an die Männer
appellirt, gemeinhin schon in der ersten Instanz von unwissenden und
ungeschickten Sachwaltern verdorben, und die Kur einer von der Mutter
verfälschten Seele. - Was in so vielen Generationen verdorben ist, muss wieder
allmählig verbessert und zu seinem anfänglichen Wesen gebracht werden. Desperate
Mittel sind eben so viel gewisse Morde. Bliebe der Mensch bloß Mensch, er müsste
sehr alt werden und beinahe unsterblich sein. Jetzt aber, da ihn die Vernunft
verleitet, von der Landstraße bald zur Rechten, bald zur Linken abzuweichen, und
teils seinem Leibe, teils seiner Seele zu viel zu tun, fällt er eher wie ein
wurmstichiger Apfel ab. Er hat einen Wurm, der ihn zehrt.
    Den rechten Weg abzustecken und auf dessen Erhaltung zu sehen, wäre die
Pflicht der Gelehrten. Sie sollten Wegcommissärs für das menschliche Geschlecht
sein. Wer einmal den rechten Weg verschlägt, kommt immer weiter vom Ziele.
    Ein Vater kann mehr als ein Kind haben und ein Lehrer mehr als einen
Schüler; allein seht euch nur um. Der von zehn Jahren ist eben so weit als der
von fünfen.
    Man kann den Privatunterricht nicht verachten. Schulen haben ihr Gutes; der
Privatunterricht, der der Natur näher verwandt zu sein scheint, auch.
    Elementarbücher sind sehr gut, allein ein Elementarlehrer ist noch besser.
Für wen sollen Elementarbücher geschrieben werden? für Genies, oder für
Mittelmässige, oder für Marode? Will man sie für Mittelmässige schreiben, um die
Mittelstrasse nicht zu verfehlen, auf der viele wandeln, leiden andere, die den
schmalen Weg anzutreten Herz haben und die enge Pforte nicht scheuen weil sie
zum Leben führt. Die Bibel ist das einzige Buch, das für alle Menschen passt, ein
göttliches Elementarbuch.
    Ein poetischer Kopf darf nur vieles durchblättern, von allem nimmt er Zoll.
In der ganzen Natur schreibt er Schatzung aus. Er befindet sich in den
Wissenschaften auf Reisen, wo ihn oft etwas aufhält, worauf der Eingeborene, das
Landeskind, der Philosoph nicht kommt. Ein denkender Kopf weiß weniger, allein
seine Aecker kennt er auf ein Haar. Er tut, wenn ich so sagen darf, was der
Dichter weiß. Ein großer Kopf ist eine Mischung von beiden. Selig sind, die
wissen! Seliger die tun! Und am seligsten die wissen und tun! So viel Köpfe,
so viel Sinne; so viel Alexander, so viel Welten; so viel Planeten, so viel
Bahnen; so viel Genies, so viel Metoden.
    Es ist unerhört, dass unsere Schulhalter lauter Geistliche sind. Sehr klug
für
