 und auf die
Stunde, wenn es ihr gelegen ist. Die Ewigkeit sei dein Trost, die auf der Stelle
lindert, verbindet, heilt! Es gibt ein allgemeines Ziel, spricht Sirach, hundert
Jahre; allein dies ist ein apokryphisches Ziel. Moses verkündigt fein canonisch:
Unser Leben währet siebzig Jahre, wenn's hoch kommt sind's achtzig, wenn es
köstlich gewesen ist's Mühe und Arbeit gewesen, denn es fähret schnell dahin,
als flögen wir davon. Der Christ sucht dieses Ziel nicht zu verrücken, er wälzt
den Grabes-Grenzstein nicht weiter, übt sich, indem er den Lüsten und Begierden
abstirbt, im Sterben, und was kann ihn scheiden von der Liebe Gottes?
    Was braucht aber der Christ von den göttlichen Absichten zu erklügeln? Er
weiß, dass der Herr alles wohl mache, und das ist genug.
    Wenn andere leben, um nach dem Tode einen Leichenstein zu verdienen, auf dem
Leben und Taten eingeätzet sind, welchen ein gedungener Haufen Leichenbegleiter
für Geld und gute Worte mit feilen Tränen taufte, hat der Christ nicht lieb die
Welt, noch was in der Welt ist. - Sein Name und Wappen, wenn er sie aushauen
lässt, sollen nur bloß, auch nach seinem Tode, ein gutes Beispiel stiften.
    (Bei dieser Stelle sagte mir der Graf ins Ohr: Wenn ich meine Krone im
Wappen sehe, denke ich an die himmlische und an die Perlen, deren auch in der
hohen Offenbarung gedacht wird.) Der Mensch ist ein Hieroglyph der ganzen Natur;
wer es zu erklären und aufzulösen versteht, hat den Schlüssel zur Natur. Der
Leib gehört hiezu eben so, wie die Seele. Glaubt mir, Freunde, er muss was zu
verbeissen haben, wenn die Seele im Fluge ist, und wenn es uns recht gut bekommen
soll, muss unsere Mahlzeit geistig gewürzt sein. Den Menschen ganz zu erklären,
dazu gehört mehr, als wir diesseits des Grabes vermögen. Der Christ kommt bei
dieser Auslegung noch am nächsten. - Er versteht das Menschenhieroglyph, so wie
die Kinder ein Buch aus den Bildern. Das Grab hat nur auf die Schlacken
Anspruch. Das Feine des Körpers wird auferstehen; das ist eine Wahrheit zum
Wärmen, wenn alles an uns kalt wird. Gottes Weisheit handelt überall im
Verborgenen: in Gräbern nur wird sie gerechtfertigt. In dies Auge, das im Tode
verlöscht, wird wieder Licht geschlagen werden. Heilig, selig ist der
elektrische Funke, der in diese Finsternis gesprüht werden wird! Dies Leben ohne
den Herrn ist ein Fischzug Petri, der die ganze Nacht arbeitete und nichts fing,
und nur, wie er auf seines Meisters Befehl das Netz auswarf, mehr zog, als das
Netz
