 man, sind die
Menschen wild, das heißt mit andern Worten: im monarchischen Staat sind die
Menschen Menschen. Warum denn alles nach der Regel de tri? Ein König'scher, ein
Untertan, ist ein zahmes Tier, das aus der Hand frisst und nicht weiß, was es
erst tun soll, ob fressen? oder die Hand küssen? Er sitzt beständig auf den Tod
und wartet nur auf den Appetit seines Allergnädigsten. Ruft nicht Pensionärs! Im
freien Staat ist wenigstens ebenso viel Sklaverei als Freiheit. Dies hat mich
Herr v. G. besser gelehrt, der meines Wissens keine Pension zog. Wo Weizen
wächst, wächst Unkraut, und je besser der Boden, desto besser schießt beides
hervor. - Die ganze Natur ist für und wider sich; alles kreuzt sich in der Welt,
Vögel und Äste. Was sich neckt, das liebt sich. - Seht da wieder Natur im
freien Staat, Homer'sche, Shakespeare'sche Natur! Das Lobopfer, das ihr der
Monarchie bringt, ihr Professores Poeseos! was ist's? Erbauliche Gedanken neben
einer Hecke, die eben geköpft ist, auf die Melodie: Nun sich der Tag geendet hat
und keine Sonn' mehr scheint.
    Lebe wohl, herzlich geliebtes Vaterland! Du hast mich gelehrt, die Freiheit
schätzen, obgleich du selbst bei weitem noch nicht frei bist, sondern dich zu
Polen verhältst, wie ein Aufschlag zum Kleide. - Frevelhafte Beschuldigung ist
es, dass man in deinem Schoss wie eine Flinte sei, die nicht mehr, nicht weniger
knallt, es fall' ein Sperling oder ein Mensch, nach Gottes Bilde gemacht. Es
gibt monarchische Staaten, wo man sich über den Kopf eines Mörders wenigstens
zwölf Monate bedenkt, so, dass das Publikum die Verbindung zwischen Verbrechen
und Strafe vergisst, und der Pastor loci recht gemächlich Gelegenheit nehmen
kann, den Geist und die Kraft der Religion an diesem Bösewicht ad oculum zu
demonstriren. Alle Mörder sterben alsdann wie der Schächer am Kreuze! Dagegen
fließt in diesen Staaten das Blut von tausend Edlen im Kriege. Niemand lötet
die Wunden der Redlichen. - Es gibt Tiere, sagte mein Vater, die im Marmor,
aber nicht im Leben gefallen, und so wie der Bienenschwarm, so der freie Staat.
- Nicht also, mein Vater; ich glaube, dass das Denken im monarchischen Staat und
das Reden im freien zu Hause gehöre, oft auch das Tun - so wie ein Sklave nur
eigentlich unverschämt sein kann; im freien Staat kennt man dies Wort nicht.
    Meine Leser werden ohne Fingerzeig einsehen, dass ich dieses nicht auf dem
grünen Platz schreibe, sondern in einem Staat. - Bald hätte ich zu viel gesagt.
Ich empfand auf
