 Wenn der Eroberer, der Sieger,
der Held der größte Mann ist, so haben unter der Tiare größere Männer gesteckt
als unter allen griechischen und römischen Helmen. - Wenn nur mein Liebhaber
nicht zu zeitig gestorben wäre: wir hätten die Welt in Erstaunen setzen wollen!
- Ich habe auch zuweilen mir sagen lassen, dass der höchste Gipfel der
menschlichen Größe sei, den meisten, wo möglich, allen zu befehlen: wer hat
mehreren Menschen befohlen, als die Vorgänger meines Alexanders -
    Aber, Brüderchen, lebte denn Alexander nicht vierhundert, und -
    Ich bitte dich, Freund, schweig! rief Belphegor; nur weiter! - Ich glühe vor
Ungeduld. -
    Akante fuhr fort: DSCHENGIS-KAN, ALEXANDER der Große, MAHOMED, KUBLAI-KAN,
die kurz vor uns3 so fürchterliche Reiche erobert und so vielen Menschen
befohlen haben, sind nichts, gar nichts gegen uns. Sie mussten die Welt mit den
schrecklichsten Beschwerlichkeiten durchlaufen und hatten am Ende nichts als ein
Paar wilde Horden Tatarn mit ihren wilden Anführern dahin gebracht, dass sie von
ihnen als ihre Überwinder erkannt werden mussten: aber unsre geistlichen Helden
saßen ruhig auf ihrem Stule, und geboten mit Feder, Tinte und Pergament Kaisern,
Königen, Fürsten: ihre Armee war zahlreicher, entusiastischer, getreuer,
tätiger, als alle Armeen der ganzen Welt. Die Päbste waren die größten
Herrscher, die größten Eroberer, die größten Menschen: WIR hätten sie aber alle
übertroffen: wir hätten gewiss Asien zu unserm Fussschemel, Afrika und Amerika zum
Sessel, und Europa zum Paldachin gemacht. -
    Das wollte Alexander der sechste! fiel ihr Medardus ins Wort. Da war ja
schon das kostnitzer Koncilium gewesen: nein, Brüderchen, in meinem Leben habe
ich nicht so etwas von ihm gelesen. - Was war denn aber eigentlich Eure Absicht?
-
    Eigentlich? - Es dahinzubringen, dass der chinesische Kaiser sein Reich von
uns zur Lehn nehmen sollte: die Mandarinen sollten in Erzbischöffe, Bischöffe,
Mönche, und der Porzellänturm in eine Domkirche verwandelt werden. Mit dieser
Armee wollten wir nach Japan übergehn, beide Kaiser zwingen, sich der Kirche zu
Füßen zu legen, über die japanischen Inselchen nach Ostindien zurückkehren; und
da unsre Macht nunmehr stark genug sein müsste, so wären wir nicht zufrieden,
Vasallen zu machen: nein, in Ostindien müssten alle Reiche jenseits und diesseits
des Ganges unsre wahren Untertanen werden. Hier ließe sich auch allenthalben
unsre Religion mit vieler Oekonomie einführen: Fetische, Braminen, Derwische,
Bonzen, Fakiren, dürften nur andre Namen bekommen, und die Leute würden durch
ihre Bekehrung in keine neuen Unkosten für die Instrumente ihrer Andacht gesezt.
Persien und die Türkei müssten nun schon Sklaven werden; diese sollten in den
Kirchenstaat gebracht
