 und Füße tätig. Während dass in der Entfernung etlicher Meilen von ihnen,
längst der ganzen Küste von Nordamerika, Sklaven von ihren Herren, und die
Herren von ihren Sklaven geplagt, und beide ein Paar feindliche Parteien
ausmachten, die sich wechselseitig quälten und wechselseitig dafür rächten, saß
hier Herr und Knecht, in Eins vereinigt, beisammen und machte sich das Leben
angenehm: niemand ließ die Subordination fühlen, und niemand fühlte sie, und
jeder, der sich eines solchen Glücks unwert machte, wurde aus der Gesellschaft
verbannt und an einen Herrn verkauft, der ihn den Unterschied zwischen hartem
und leichtem Joche lehrte. Auf diese Weise, ohne politisches Regiment, beinahe
in dem Stande der Gleichheit, wie er nie war und Philosophen ihn träumten, in
der bloßen Familienunterwürfigkeit der Natur, entgieng diese kleine Gesellschaft
allen den beschwerlichen Folgen zweier Dinge, die dem Menschengeschlecht die
größten Wohltaten erwiesen und den größten Schaden zugefügt haben - der
Geselligkeit und des Eigentums.
    BELPHEGORN zerstreute diese ruhige unangefochtene Lebensart allmählich die
düstern Wolken, die seine Widerwärtigkeiten um seine Seele versammelt hatten; er
sah die Dinge der Welt weniger schwarz, weil der Zirkel um ihn erheiterter war,
und weil er sich gewöhnte, mehr das Gegenwärtige zu empfinden als darüber
nachzudenken, seinen Blick mehr in sich und den kleinen Umkreis seiner kleinen
Bedürfnisse und Freuden zurückzuziehn und überhaupt den Horizont seines
Nachdenkens mehr und mehr zu verengern, mehr sinnlich als geistig, mehr
empfindendes und handelndes als denkendes Tier sein zu wollen. Zu gleicher Zeit
nahm er unvermerkt die gutherzige Philosophie seines Freundes, Medardus an, sich
zu überreden, dass alles gut sei, und dass vielleicht die größten Unordnungen der
moralischen und körperlichen Natur zu einem unbekannten Guten abzwecken, nichts
der Natur zur Last zu legen, zu glauben, dass sie ganz Nordamerika Jahrhunderte
hindurch sich bekriegen, fressen, schinden lassen kann - Denn das konnte er sich
nicht ausreden, dass die Natur die erste Urheberinn dieser hergebrachten
Grausamkeiten sei - dass sie die Mexikaner Jahrhunderte durch viele tausend
Menschen schlachten und überhaupt den Menschen zum grausamsten Raubtiere
schaffen konnte, um ihn langsam nach den schrecklichsten Untaten zum listigen
feinen Fuchse oder zum friedsamen Schafe werden zu lassen - zu glauben, dass
alles dieses die Natur wollen musste, da sie der menschlichen Gattung die
Disposition dazu gab, ohne dass sie dabei etwas anders als die heilsamsten besten
Endzwecke vor Augen hatte, und dass sie die Menschen recht schlimm werden ließ,
um sie leidlich gut werden zu lassen, ohne dass sie deswegen Tadel verdiene. So
unverträglich auch jene gesammelten Erfahrungen mit dieser medardischen
Philosophie scheinen, so stiftete doch die Liebe zur Ruhe nebst der Abwesenheit
aller Widerwärtigkeiten, wie auch die Senkung seiner Imagination, die
vollkommenste Vereinigung zwischen ihnen, die nur zuweilen eine düstere Stunde
