 der
weiblichen Knechtschaft zu zerbrechen und rohen Unterdrückern des schwächern
Geschlechts die Köpfe zu zerspalten! Wohl ihnen, sie waren die edelsten Krieger,
die jemals die Waffen ergriffen: deren Namen in alle Felsen des Erdbodens mit
unauslöschlichen Zügen hätten eingegraben werden sollen, und welche die
Verewigung mehr als alle berüchtigte Länderverwüster, Städtezerstörer und
Menschenwürger verdient hätten. O dass ihr geheiligter Staub nicht hier unter
meinen Füßen ruht! dass die Stätte unbekannt ist, die ihre edlen Gebeine bewahrt!
Jedes Mitglied des weiblichen Geschlechts sollte zu ihnen eine Wallfahrt tun
und sie mit Blumenkränzen und Räucherwerke ehren: jedes Mädchen sollte ihnen die
ersten Locken weihen, jede an ihrem Hochzeittage ihnen ein Fest feiern. Dann
würde einem unter euch vielleicht das eiskalte Blut genug erwärmt werden, um
nach einem ähnlichen Lorber zu streben: dann würde ein solcher Preis vielleicht
die Tapferkeit einiger ruhmsüchtiger Waghälse beleben, sich zu der größten
Unternehmung zu vereinigen; dann würden Schaaren von edlen Streitern den
nüzlichsten Kampf wagen, mutig über Seen, Berge und Schlünde hineilen, um in
Norden und Süden, in Osten und Westen die Ketten zu zersprengen, womit mein
Geschlecht an das Joch der männlichen Unterdrückung angeschmiedet ist. O Freund!
hättest du Geist und Feuer genug, so könnten WIR zuerst diese Lorbern
einerndten! so könnten wir, wie der entusiastische Peter18 über den Erdboden
hinfliegen und Kaiser, Könige und Fürsten aufmuntern, dem halben Teile der
Menschheit Friede, Ruhe, Freiheit und Glückseligkeit zu erkämpfen! Komm, Freund!
Lass uns jeden, der Macht hat, das schwarze Gemälde der weiblichen Sklaverei mit
den schauderndsten Farben vor die Augen halten, und wer dann keinen Sporn in
seinem Herze fühlt, den treffe Fluch, den verzehre der Donner des Himmels! den
Feigen! den Nichtswürdigen! -
    Belphegorn schauderte bei dieser lebhaften Deklamation, und er fühlte in
seinem Kopfe so etwas, als wenn seine Einbildungskraft anfienge Feuer zu fangen;
sein Herz schlug gleichfalls schneller, und in allen seinen Adern regte sich
seine vorige Tapferkeit: allein zu Akantens Begeisterung konnte er sich doch
nicht erheben, um das Missliche und Phantastische in der vorgeschlagnen
Unternehmung nicht zu fühlen. Die ganze Sache war: Akante hatte kurz vor ihrer
Zusammenkunft mit Belphegorn von einem ihrer Liebhaber, weil er ihr seine
Erkenntlichkeit nicht besser zu beweisen wusste, eine große Schachtel mit Opium
empfangen, wovon sie in der Geschwindigkeit eine ziemliche Portion verschluckte,
die ihre Nerven zu jenem Schwunge der Begeisterung anspannte, dass sie ein
solches phantastisches Projekt entwerfen und Belphegorn mit solcher
Lebhaftigkeit zur Ausführung antreiben konnte.
    Da sie endlich nach vielen Zunötigungen gewahr wurde, dass ihr
Gesellschafter nie genug befeuert werden konnte, so bot sie ihm in einer Art von
Trunkenheit das Mittel an, das bei ihr eine so wirksame Kraft geäußert hatte.
