 hat, und
allem was schön und groß ist mit ausgespannten Flügeln entgegen eilt! Ich bin
alles was du willst. Aber, mein Vater, wer anders als der weiseste und beste
Mann im Reich verdient die Ehre an der Spitze der Nation zu stehen? Und wenn
dies ist, wer verdient König zu sein, wofern es Dschengis nicht verdient?
    Deine Liebe zu mir macht dich parteiisch, erwiderte der Alte: und überdies
ist es nicht um die Ehre, der Erste zu sein, sondern um ein Amt zu tun, dessen
Last jüngere Schultern erfordert als die meinigen. Meine Erfahrung kann dir
nützen; aber das Feuer, die Tätigkeit, das Anhalten in der Arbeit, wozu dich
deine Jugend fähig macht, könntest du mir nicht mitteilen.
    Indessen bleibt noch eine große Schwierigkeit unaufgelöst, sagte Tifan. Wie
willst du den Adel und das Volk von Scheschian überzeugen, dass ich Temors Sohn
sei?
    Ich? antwortete Dschengis: das will ich nicht! Du selbst, Tifan, Du musst sie
überzeugen. Du hast dein eigenes Urteil gesprochen! Die Nation weiß nichts von
deinem Geburtsrecht, und es würde mir unmöglich sein, wenn ich es auch wollte,
sie davon zu überzeugen. Eine freie Wahl muss den Würdigsten zum Throne rufen.
Gehe, Tifan, hilf der Nation dies ihr großes Recht gegen diejenigen behaupten,
welche sich den Weg zum Thron auf den Trümmern der Freiheit bahnen, und mit
Gewalt an sich reißen wollen, wozu sie kein Recht zu haben fühlen. Verdiene, von
deinen Mitbürgern für den besten Mann der Nation erkannt zu werden - und wehe
ihnen, wenn sie den misskennen, der, wofern mich nicht alles betrügt, sie
glücklich machen wird, wenn sie ihr Glück in seine Hände stellen!«
    »Danischmend«, sagte Schach-Gebal - »ich fange an zu merken, dass du im Sinne
hast, uns mit einem Romane zu beschenken. Bisher klang der größte Teil deiner
Erzählung so ziemlich wie eine Geschichte aus dieser Welt. Aber dieser Dschengis
, dieser Tifan! Man erinnert sich nicht, solche Leute gekannt zu haben! Nicht
als ob ich etwas dawider einzuwenden hätte, dass sie so gute Leute sind! Aber ich
hasse alles, was einem Märchen ähnlich sieht, Danischmend!«
    »Wenn Ihre Hoheit dies im Ernste meinen«, versetzte der Philosoph, »so bin
ich genötigt demütigst um meine Entlassung anzusuchen. Denn ich muss gestehen, je
weiter wir in der Geschichte Tifans kommen werden, desto weniger wird sie die
Miene einer Geschichte aus dieser Welt haben. Aber dem ungeachtet kann ich mir
nicht aus dem Kopfe bringen, dass sie eine so wahre Geschichte ist, als immer die
Geschichte von Azorn oder Isfandiarn. Tifan ist kein
