 wie Eblis, so mitspielt, wie man es von der
Vereinigung harter Grundsätze mit einer unempfindlichen Sinnesart erwarten kann.
Wenn der Kontrast zwischen dem Wohlstande des einen und dem Elende des andern
beim ersten Anblick in die Augen fällt, so wird uns eine fortgesetzte
Aufmerksamkeit keinen geringeren Abstand zwischen ihrem sittlichen Charakter
entdecken lassen. Das glückliche Volk ist zufrieden mit seinem Zustande; es
gewöhnet sich mit Vergnügen an ihn, und ist geneigt zu glauben, dass es keinen
bessern gebe. Es segnet den guten Fürsten, unter dessen Gesetzen es in
ungekränkter Sicherheit der Früchte seines Fleißes und seiner Mäßigung genießt.
Weit entfernt Veränderungen zu wünschen, ist es im Gegenteil bereit, Gut und
Leben alle Augenblicke für die gegenwärtige Verfassung, für ein Vaterland, worin
es glücklich ist, für einen Fürsten, in welchem es seinen allgemeinen Vater
erblickt, aufzuopfern. Das unterdrückte Volk, ich gestehe es, sieht dem Bilde
sehr ähnlich, welches Eblis unbilliger Weise von dem Volke überhaupt machte.
Aber wie sollt es anders sein können? Sollte sich nicht die Menschheit in
Geschöpfen, welche ihre natürliche Gleichheit mit ihren Unterdrückern fühlen,
gegen solche Kränkungen empören, deren bloßer Anblick alle Gesetze der Natur,
der Religion und des gesellschaftlichen Lebens zur Rache aufruft? Ist es zu
verwundern, wenn die Vergleichung ihres Elends mit dem wollüstigen und
unbarmherzigen Übermut ihrer Herren sie endlich wütend macht? Oder was kann man
anders erwarten, als dass anhaltende Tyrannei, Sorglosigkeit für den Staat,
Kaltsinn beim Anblicke der allgemeinen Not, und öffentliche Verspottung
derselben durch die übertriebenste Üppigkeit, ein Volk, dessen Geduld erschöpft
ist, endlich zur Verzweiflung treiben werde?
    Das Volk, sagt Eblis, ist launisch in seinen Leidenschaften, undankbar für
das Gute, das man ihm erweist, ungestüm und unersättlich in seinen Forderungen;
es ist neidisch über die Vorzüge seiner Obern, geneigt alle ihre Maßregeln zu
tadeln, ungerecht gegen ihre Tugenden, unbillig gegen ihre Fehler; es sieht sie
als seine ärgsten Feinde an, und ergetzt sich an allem, was sie kränken und
demütigen kann, als an dem angenehmsten Schauspiele. - Aber sollte wohl jemand
die Verwegenheit haben können, zu behaupten, die Menschen seien von Natur so
bösartige Geschöpfe? Wer macht sie dazu? Was für Gewalt muss der Menschheit
angetan worden sein, welche grausame und langwierige Misshandlungen muss sie
erlitten haben, bis sie so werden konnte, wie Eblis sie schildert! Ist es nicht
der Gipfel der Ungerechtigkeit, die Menschen dafür zu bestrafen, dass sie die
verkehrten Geschöpfe sind, wozu man sie selbst gemacht hat? Mir deucht, die
Unterdrücker der Menschheit haben wohl keine Ursache sich zu beschweren. Die
unbegreifliche Geduld, womit die meisten Völker des Erdbodens sich zu allen
Zeiten von einer kleinen Anzahl von Isfandiarn
