 Mut, mit Griechen zu fechten,
zu benehmen. Doch so groß, so schön diese Taten sind; so sind sie durch die
Kräfte der Natur möglich, und diejenige, welche sie unternahmen, konnten sich
versprechen, dass sie ihre Absichten erreichen würden. Aber wenn hat man jemals
gehört, dass ein Mensch, oder ein Held, der Sohn einer Göttin, oder eines Gottes,
oder ein Gott selbst, dasjenige zu Stande gebracht hätte, was Agaton unternahm,
da er mit der Citer in der Hand sich überreden ließ, der Mentor eines Dionys zu
werden.
    Auf diesen humoristischen Eingang, womit unser Autor dieses Kapitel beginnt,
folgt eine lange, und wie es scheint, ein wenig milzsüchtige Declamation gegen
diejenige Klasse der Sterblichen, welche man große Herren nennt; mit
verschiedenen Digressionen über die Maitressen - - über die Jagdhunde - und über
die Ursachen, warum es für einen ersten Minister gefährlich sei, zuviel Genie,
zuviel Uneigennützigkeit, und zuviel Freundschaft für seinen Herrn zu haben - -
So viel man sehen kann, ist dieses Kapitel eines von den merkwürdigsten, und
sonderbarsten in dem ganzen Werke. Aber unglücklicher Weise befindet sich das
Manuskript an diesem Ort halb von Ratten aufgegessen; und die andre Hälfte ist
durch Feuchtigkeit so übel zugerichtet worden, dass es leichter wäre, aus den
Blätter der Cumäischen Sibylle, als aus den Bruchstücken von Wörtern, Sätzen und
Perioden, welche noch übrig sind, etwas Zusammenhängendes herauszubringen. Wir
gestehen, dass uns dieser Verlust so nahe geht, dass wir uns eher der sinnreichen
Ergänzungen, welche Herr Naudot zum Petronius in seinem Kopfe gefunden hat, oder
der sämtlichen Werke des Ehrwürdigen Paters *** beraubt wissen wollten. Indessen
ist doch dieser Verlust in Absicht des Lobes der großen Herren um so leichter zu
ertragen, da wir über den weiten Umfang der Einsichten, die Größe der Seelen,
die edlen Gesinnungen und den guten Geschmack, welcher ordentlicher Weise die
großen Herren von den übrigen Erden-Söhnen zu unterscheiden pflegt, in dem
besten und schlimmsten Buche (je nachdem es Leser bekommt; welches wir übrigens
ganz unpräjudicierlich und niemand zu Leide gesagt haben wollen) das in unserm
Jahrhundert zur Welt gekommen ist, in dem Buche des Herrn Helvetius, alles
gesagt finden, was sich über einen so reichen und edelen Stoff nur immer sagen
lässt. Eine gleiche Bewandtnis hat es mit der Digression über die Maitressen, und
über die Jagdhunde; über welche Materien der geneigte Leser in des Grafen Anton
Hamiltons Beiträgen zur Histoire amoureuse des Hofes Karls des zweiten von
England, und in den bewundernswürdigen Schriften eines gewissen neueren
Staatsmannes (den wir seiner Bescheidenheit zu schonen, nicht nennen wollen)
mehr als hinlängliche Auskunft finden kann. Aber den Verlust der dritten
Digression bedauern wir von
