 mich, dass er
unverbesserlich ist. Aber würde es edel von mir gehandelt sein, ein Volk, dessen
Wohlfahrt der Endzweck meiner Bemühungen war, ein Volk, welches mich als seinen
Wohltäter ansieht, den Launen dieses weibischen Menschen, und der Raubsucht
seiner Schmeichler und Sklaven Preis zu geben? Was für Pflichten hab' ich gegen
ihn, welche sein undankbares, niederträchtiges Verfahren gegen mich nicht auf
gehoben, und vernichtet hätte? Oder wenn ich noch Pflichten gegen ihn habe; sind
nicht diejenigen unendlichmal heiliger, welche mich an ein Land binden, das
durch meine Wahl, und die Dienste, die ihm ich geleistet habe, mein zweites
Vaterland worden ist? - - Wer ist denn dieser Dionys? Was für ein Recht hat er
an die höchste Gewalt, der er sich anmasst? Wem anders als dem Agaton hat er das
einzige Recht zu danken, worauf er sich mit einigem Schein berufen kann? Seit
wenn ist er aus einem von aller Welt verabscheueten Tyrannen ein König geworden,
als seit dem ich ihm durch eine gerechte und wohltätige Regierung die Liebe des
Volks zugewandt habe? Er ließ mich arbeiten; er verbarg seine Laster hinter
meine Tugenden; eignete sich meine Verdienste zu, und genoss die Früchte davon,
der Undankbare! - - und nun, da er sich stark genug glaubt, mich entbehren zu
können, überlässt er sich wieder seinem eigenen Charakter, und fängt damit an,
alles Gute das ich in seinem Namen getan habe, wieder zu vernichten; gleich als
ob er sich schäme, eine Zeitlang aus seinem Charakter getreten zu sein, und als
ob er nicht genug eilen könne, die ganze Welt zu belehren, dass es Agaton, nicht
Dionys gewesen sei, der den Sicilianern eine Morgenröte bessrer Zeiten gezeigt,
und Hoffnung gemacht, sich von den Misshandlungen einer Reihe schlimmer Regenten
wieder zu erholen. Was würd' ich also sein, wenn ich sie in solchen Umständen
verlassen wollte, wo sie meiner mehr als jemals benötiget sind? Nein - - Dionys
hat Beweise genug gegeben, dass er unverbesserlich ist, und durch die Nachsicht
gegen seine Laster nur in der lächerlichen Einbildung bestärkt wird, dass man
ihnen Ehrfurcht schuldig sei. Es ist Zeit der Komödie ein Ende zu machen, und
diesem kleinen Theater Könige den Platz anzuweisen, wozu ihn seine persönliche
Eigenschaften bestimmen.
    Unsere Leser sehen aus dieser, Probe der geheimen Gespräche, welche Agaton
mit sich selbst hielt, dass er noch weit davon entfernt ist, sich von diesem
entusiastischen Schwung der Seele Meister gemacht zu haben, der bisher die
Quelle seiner Fehler sowohl als seiner schönsten Taten gewesen ist. Wir haben
keinen Grund in die Aufrichtigkeit dieses Monologen einigen Zweifel zu setzen;
seine Seele war gewohnt, aufrichtig gegen sich selbst
