 und einer Diät,
deren ich nicht gewohnt war, äußerst abgemattet, vor dem Hofe eines von den
prächtigen Landgütern ankam, welche die Küsten des Korintischen Meeres
verschönern. Ich warf mich unter eine hohe Cypresse nieder, und verlor mich in
den Vorstellungen der natürlichen, und dennoch in der Hitze der Leidenschaft
nicht vorhergesehenen Folgen meiner Flucht von Delphi. In der Tat war meine
Situation fähig, den herzhaftesten Mut niederzuschlagen. In eine Welt
ausgestoßen, worin mir alles fremd war, ohne Freunde, unwissend wie ich ein
Leben werde erhalten können, dessen Urheber mir nicht einmal bekannt war - -
warf ich traurige Blicke um mich her - die ganze Natur schien mich verlassen zu
haben - - auf dem weiten Umfang der mütterlichen Erde sah ich nichts, worauf ich
einen Anspruch machen konnte als ein Grab, wenn mich die Last des Elends endlich
aufgerieben haben würde, und selbst dieses konnte ich nur von der Frömmigkeit
irgend eines mitleidigen Wanderers hoffen. Diese melancholischen Gedanken wurden
durch die Erinnerung meiner vergangenen Glückseligkeit, und durch das Bewusstsein,
dass ich mein Elend durch keine Bosheit des Herzens oder irgend eine entehrende
Übeltat verdient hätte, noch empfindlicher gemacht. Ich sah mit tränenvollen
Augen um mich her, als ob ich ein Wesen in der Natur suchen wollte, dem mein
Zustand zu Herzen ginge. In diesem Augenblick erfuhr ich den wohltätigen Einfluss
dieser glückseligen Schwärmerei, welche die Natur dem empfindlichsten Teil der
Sterblichen, zu einem Gegenmittel gegen die Übel, denen sie durch die Schwäche
ihres Herzens ausgesetzt sind, gegeben zu haben scheint. Ich wandte mich an die
Unsterblichen mit denen meine Seele schon so lange in einer Art von unsichtbarer
Gemeinschaft gestanden war. Der Gedanke dass sie die Zeugen meines Lebens, meiner
Gedanken, meiner geheimsten Neigungen gewesen seien, goss lindernden Trost in
mein verwundetes Herz. Ich sah meine geliebte Psyche unter ihre Flügel
gesichert. Nein, rief ich aus, die Unschuld kann nicht unglücklich sein, noch
das Laster seine Absichten ganz erhalten! In diesem majestätischen All, worin
Sphären und Atomen sich mit gleicher Unterwürfigkeit nach den Winken einer
weisen und wohltätigen Macht bewegen, wär es Unsinn und Gottlosigkeit, sich
einer entnervenden Kleinmut zu überlassen. - Mein Dasein ist der Beweis, dass ich
eine Bestimmung habe. - - Hab' ich nicht eine Seele welche denken kann, und
Gliedmaßen, welche ihr als Sklaven zur Ausrichtung ihrer Gedanken zugegeben
sind? - - Bin ich nicht ein Grieche? Und wenn mich mein Vaterland nicht erkennen
will, bin ich nicht ein Mensch? Ist nicht die Erde mein Vaterland? Und gibt mir
nicht die Natur ein unverlierbares Recht an Erhaltung und jedes wesentliche
Stück der Glückseligkeit, sobald ich meine Kräfte anwende die Pflichten zu
erfüllen, die mich mit der Welt verbinden?
