 Rande
crystallner Brunnen, Nectar und Ambrosia hätten auf tragen sollen, haben wir ihn
aus dem Zwerch-Sack des Pedrillo bedient, und ganz neuer Dingen haben wir ihn
nicht etwan von Riesen oder bezauberten Mohren, sondern von gemeinen
Bauer-Jungen abpläuen lassen.
    Wir hoffen, das sind Beweise, die für sich selbst reden, und wir wünschten,
dass man von vielen berühmten Geschichtschreibern mit eben so gutem Fug sagen
könnte, dass sie von der betrügerischen Neigung, ihre Gemälde und Charactere zu
verschönern, oder ihren Begebenheiten einen Firnis von Wunderbarem zu geben, so
entfernt gewesen sein möchten, als wir, die wir uns bei Bekanntmachung dieser
wahrhaften und glaubwürdigen Geschichte nicht etwan (wie junge, leichtsinnige
Schwindelköpfe sich einbilden möchten) eine eitle Belustigung, sondern das
gemeine Beste, und die Beförderung der Gesundheit unsrer geliebten Leser an Leib
und Gemüt zum Endzweck vorgesetzt haben.
    Vielleicht werden einige, deren Scharfsinn nicht tiefer als in die äußere
Schale der Dinge einzudringen pflegt, nicht begreifen, wie die Geschichte des
Don Sylvio zu einem so heilsamen Zweck sollte dienen können. Nun wär es uns zwar
ein leichtes, sie aus den Schriften großer Ärzte und Naturkündiger zu belehren,
dass es ein gewisses Fieber gibt, dem die menschliche Seele vom vierzehenten Jahr
ihres Alters bis zum großen Stufen-Jahre häufig ausgesetzt ist, welches durch
keine andere Arznei-Mittel sichrer vertrieben werden kann, als durch solche, die
das Zwerchfell erschüttern, das Blut verdünnern, und die Lebensgeister
aufmuntern, eben so wie der giftige Biss der Taranteln durch nichts anders als
durch die sympatetische Kraft gewisser Tänze, die dem Kranken vorgespielt
werden, geheilt werden kann. Wir könnten ihnen auch gar leicht mit vielen
Gründen beweisen, dass die vorgedachten heilsamen Kräfte in dieser Geschichte
verborgen liegen. Allein, da diese gedoppelte Bemühung, uns zum Missvergnügen
aller unsrer übrigen Leser zu lange von der Fortsetzung der Begebenheiten unsers
Helden entfernen würde; so müssen wir es für diesmal zwar eines jeden eigenem
Belieben überlassen, was er hievon denken wolle; allein bei einer zweiten
Ausgabe (wozu uns, ohne Ruhm zu melden, der gute Geschmack des Publici Hoffnung
macht) werden wir nicht unterlassen, ein medicinisches Gutachten über diese
Materie, welches völlig zu unserm Vorteil ausfallen wird, beidrucken zu lassen,
und zu dessen besserer Bestätigung ein Verzeichnis verschiedener merkwürdiger
Curen beizufügen, die einige Ärzte von unserer Bekanntschaft mit unserm Buche
gemacht haben.
    Inzwischen wünschten wir, dass irgend eine Europäische Academie, und wenn es
auch nur die zu Pau in Bearn wäre, sich belieben lassen möchte, einen Preis von
fünfzig Ducaten auf die Untersuchung des manchfaltigen physicalischen,
moralischen und politischen Nutzens zu setzen, welchen die menschliche
Gesellschaft von Schriften, die (auf eine erlaubte Art) zu lachen machen
