 ein guter Grammaticus und Criticus.
    7) Er hat verschiedene Veränderungen an seinen Schlössern vornehmen lassen,
er ist ein guter Baumeister, ergo auch ein guter Matematicus.
    8) Er ist viel gereist, folglich verstehet er die Geographie und Historie.
    9) Er denkt vortrefflich und erhaben, ergo ist er ein Redner und Poet.
    10) Er ist ein Liebhaber der Antiquitäten, mithin auch der Inscriptionen,
der alten Münzen, Bildsäulen, u.s.w.
    11) Die Heraldic verstehet er meisterlich, folglich auch die Genealogie und
Chronologie.
    12) Er ist reich, und hat seinen Pachtern oft die Rechnung selbst
abgenommen; ergo ist er ein vortrefflicher Rechenmeister.
    13) Er tanzt zur Bewunderung der Zuschauer; sitzt vortrefflich zu Pferde;
ficht zum Erstaunen, ergo ist er ein Tanzmeister, Bereuter und Fechtmeister.
    14) Er singt wie ein Kastrat und spielt wie der selige Händel das Klavier
und die Orgel; er ist also auch ein Musicant. Unfehlbar kann er auch vortrefflich
trenschiren, zeichnen, zierlich schreiben, drechseln, schnitzen u.s.w.
    Urteilen Sie, Herr Doctor, ob ich nicht ex ungueleonem erkannt und
abgemessen habe.
    Noch einen Punkt, teurester Kirchenlehrer, ehe ich schließe. Ich wage es,
eine kühne Frage an Sie ergehen zu lassen, darf ich mir versprechen, dass ich
Vergebung von Ihnen erhalte? Sie sind die Gütigkeit selber, meine
Offenherzigkeit soll mich Ihrer Verzeihung würdig machen.
    Ich empfinde bei mir einen Trieb zum ehelichen Leben, und ich bin Willens
nach meiner Freimütigkeit, Ihnen das Geständnis zu tun, dass mich eine junge
Schöne, die einzige Tochter des hochadlichen Herrn Pastor Wendelins allhier
gefesselt hat. Ich habe bereits oben gesagt, dass Sie das Vorbild aller meiner
Handlungen sind, würden Sie mir wohl Hoffnung machen, sich noch in den Ehestand
zu begeben? Sie scheinen noch ein rüstiger Mann zu sein. Tun Sie es immer. Sir
Karl ist ein Freund des Ehestandes, und Sie haben, wie es scheint, gnugsames
Auskommen, eine Frau zu ernähren. Kein Teil der Nachahmung Ihrer
verdienstvollen Person würde mir angenehmer und leichter vorkommen als dieser.
Sollten Sie aber, wider Vermuten nicht geneigt sein, ehelich zu werden; so
erzeigen Sie mir wenigstens die Gewogenheit und Ehre, in diesem Stücke der
Abweichung von Ihnen, Dero Dispensation mir zu erteilen. Ich erwarte mit
Verlangen Ihre Entscheidung, um die Präliminarartickel meiner künftigen Ehe zu
unterzeichnen; oder das ganze Werk vor der Hand abzubrechen. Unter der
Wiederholung einer nicht gemeinen Hochachtung gegen Sie, mein wertester Herr
Doctor, und das ganze Haus der Grandisonen nennet sich
                                      Dero
                                                             demütiger Verehrer
                                                                    L. Wilibald.
                                                                Der W.W. Doctor:
 
                                  XXI. Brief.
                      D. Bartlett
