 und wieder viel Kopfbrechens, weil manche
Worte sich weder zusammen schicken noch reimen wollten, doch da ich mir
vorgenommen hatte, nichts in dem Thema zu ändern, so künstelte ich so lange bis
alles zusammen passte. Damit ihm alles deutlich wird, so habe ich meine Rede
abgeschrieben und derselben das Thema beigefügt, woraus ihm alles verständlich
werden muss. Künftige Mittewoche, wenn ich aus der Akademie komme, will ich bei
ihm einsprechen, und die Kirchenstücke abholen, welche er, sobald sie
abgeschrieben sind, ohne Schaden wieder haben soll. Unser Herr Pastor hat einen
gewaltigen Groll auf mich geworfen, dass ich mit in der Akademie bin und er
nicht. Wie ist denn der seinige diesfalls gegen ihn gesinnt? Ich habe vier
Groschen aus der Kirche für den Weg prätendiret, den ich nun wöchentlich von
hier nach Kargfeld tun muss, aber der Herr Pastor will es durchaus nicht in der
Kirchrechnung passieren lassen, keine Frohndienste lass ich mir warlich nicht
aufbürden. Legt sich der Herr Pfarr mit mir nicht bald zum Zweck, so will ich
ihn schon kriegen, ich habe ihn sein Amt müssen führen lernen, und nun will er
über mich herrschen. Die Welt wird doch immer schlimmer. Nebst einem schönen
Gruß von meiner Frau bin ich
                                   Des Herrn
                                                                  dienstwilliger
                                                                            B.E.
                                     * * *
Dass die Natur und nicht die Kunst einen Virtuosen bildet, erweist in einer Rede
    Baltasar Eck, treufleissiger Kantor und Schuldiener in Schöntal.
        Hokuspokus.
        Affenspiel.
        Advokat.
        Kalendermacher.
        Aufblehen.
        Untervogt.
        Austrinken.
        Saitenspiel.
        Halskaufe.
        Stempel.
        Unterminiren.
        Altfränkisch.
        Zipperlein.
        Bratenwender.
        Heufuder.
        Goldschmidt.
        Holzhacker.
    Die edle Musika ist eine von den freien Künsten und keinesweges ein
verächtliches Handwerk oder eine Brodtlose Kunst, dergleichen es welche gibt,
die Leute ums Geld zu bringen oder sie zu vexiren. Von diesem Schlage sind die
Kartenspiele, die Kartenkünste worauf etliche Leute sich so viel wissen, und was
dergleichen Gaukeleien mehr sind, womit die Hokuspokusmacher umzugehen wissen;
allein sie verdienen nicht einmal den Namen der Künste, sondern sollten vielmehr
Aeffereien oder Affenspiele genannt werden. Ein Musikus ist ein ehrbarer Mann,
der seine Kunst gerlernt hat, nicht allein den Leuten die Zeit zu vertreiben,
sondern auch vielerlei Gutes zu stiften: denn man kann, vermöge der Musik,
Krankheiten heilen, die Zauberei vertreiben, gute Gedanken einflößen, und
dergleichen mehr, das ein andrer wohl muss unterwegen lassen. Aber nicht jeder,
der etwas auf einem Instrumente herstümpern kann, ist im Stande dieses zu tun,
sondern nur große Musikverständige, die man Virtuosen nennet, können solche
herrliche Dinge ausrichten. Dergleichen Leute werden nun, wie die Erfahrung
lehret, nicht durch die Kunst hervorgebracht, sondern sie müssen von Natur ein
