 Anmut sich mit teilhaftig zu
machen. Der König hätte keinen sinnreichern Mann finden können, diejenige
aufzumuntern, welche den Verlust ihrer Freiheit beklagten, und öfters fürchten
mussten, um alle Vorteile dieses Lebens zu kommen.
    Der General führte darauf seine beide vornehme Gäste in einen großen
Speise-Saal, welcher eigentlich eine Art des Gewächs-Hauses war, wohin im Winter
die Pomeranzen-Bäume gebracht wurden. Dieser hatte viel merkwürdiges in sich:
die vier Jahrs-Zeiten waren darin auf eine besondere sinnreiche Art entworffen.
In der Mitten zeigte sich der Winter mit einem großen Kamin, darin, weil noch
die Kälte regierte, ein starkes Feuer brante. Die Aufsätze auf den Gesimsen
bestunden aus verschiedenen kleinen Figuren, welche die kalte Nord-Länder
vorstellten, die teils mit Renntieren auf Schlitten fuhren, teils mit
Schritt-Schuhen schliffen, teils Holz, teils Felle von allerhand Tieren
trugen, in der Umfassung stunden verschiedene Geschirre von feinem Porcellan;
und das darin entaltene Gemähld zeigte auf eine sehr künstliche Art die
vornehmste Beschäftigungen und Kurzweile, die man zu Winters-Zeit vorzunehmen
pfleget.
    Zur Rechten Seiten dieses Saals sah man den Frühling in einem ordentlichen
Winter und Lust-Garten vorgestellt, welcher mit einer zierlichen Balustrade von
dem Saal unterschieden war. Man sah hier das schönste Blumen-Stück mit
untermengten Taxis, Lorbeer, Pomeranzen, und Citronen-Bäumen; welche teils
zwischen kraus-gezogenen Bux, und einem von Muscheln, Sand und Kohlen
bundfärbigten Grund aus der Erden wuchsen; teils in Kasten und Geschirren nach
der Ordnung mit eingeschoben waren, und durch verborgene eiserne Röhren, welche
der Rauch aus gehejetzten Oefen warm hielte, vor der Kälte geschützet wurden. In
der Mitten dieses in vier Ländergen eingeteilten Stuben- und Winter-Gartens,
sah man ein Springwerk, welches mit einem schlorfenden Zischen in die Höh
spielte, und mit einem schallenden Rausch in einen kleinen Behälter
niedersprudelte.
    Der Sommer zeigte sich auf der andern Seiten in einer kleinen Landschaft,
welche eine feine Drat-Arbeit von dem Saal absonderte. Es war hier alles grün:
die Bäume bestunden aus Tannen, Fichten, Taxis und Wachholder-Gesträuchen: in
der Vertiefung sah man ein künstlich erhabenes Gebirge, mit Sand, Steinen und
Mos bedecket, von dessen Höhe ein kleiner Wasser-Fall herunter lief, der hernach
auf einem von Blei verfertigten Kanal, als ein klarer Bach, zwischen den
Gesträuchen und einem frisch belegten Wasen-Grund durchfloss. Das Zwitsern und
Singen der hier unter einander fliegenden Vögel belebten diesen durch die Kunst
verfertigten Wald auf eine Art, dass man auch die Schönheit der Natur in der
blosen Abschilderung bewundern musste.
    Der Trink-Tisch, welcher dem Kamin gegen über stund, war eine Abbildung des
Herbsts:
