, hält dieses letzte vor das einzige Mittel, die
Eifersucht des Königes zu besänftigen, und das Glück des Herrn Grafens
vollkommen zu machen.
    Der Graf fand sich durch dieses Anerbieten äußerst beehrt: er dankte dem
Herrn von Ridelo, dass er sich die Mühe genommen hätte, deswegen zu ihm zu
reisen; und erklärte sich dahin, dass er noch zur Zeit seiner Ehrsucht wüste
Gränzen zu setzen, und dass es ihm eine große Last sein sollte, sich schon zu
verheiraten; ob er gleich gestehen müsste, dass solches nicht vorteilhafter
geschehen könnte, als es ihm vorgeschlagen würde. Was aber des Königs Eifersucht
beträffe; so müsste er zwar aufrichtig bekennen, dass er sich von der Gräfin von
Monteras habe einnehmen lassen; so bald aber der König gleiche Neigung für sie
hätte blicken lassen, so wär er darin seinem Verhängnüs gewichen und hätte alle
Pflichten der Ehrerbietung, des Wohlstandes und der Aufrichtigkeit gegen seinen
König beobachtet.
    Was wird also, fragte der Herr von Ridelo, bei dieser Sache zu tun sein?
schlagen der Herr Graf diejenige Partie aus, welche man ihnen als das größte
Glück, so sie an unserm Hof erwarten können, anbietet; so wird dadurch des
Königs auf sie geworfene Eifersucht, dem Schein nach, gerechtfertiget, und auf
das höchste getrieben werden: dessen Ungnade ist ihnen sodann gewiss. Wohlan,
sprach der Graf, er lasse mich auf dieser Vestung, oder verweise mich auf meine
Herrschaft, und verbiete mir auf Lebenslang den Hof: die Strafe wird für mich
süße und der Gerechtigkeit des Königs gemäß sein. Ach! die Gefahr, liebster
Herr Graf! redete ihm der Herr von Ridelo ein, ist für sie größer, als sie sich
solche einbilden: der König ist ein junger jäh-zorniger Herr; die Verschmähung
der außerordentlichen Vorteile, die er ihnen anbieten lässt, wird dessen
Argwohn auf das grausamste vermehren, und ihnen vielleicht gar das Leben kosten.
    Er ist Herr darüber, antwortete der Graf mit Gelassenheit; ich bin sein
Untertan: Könige können tun, was sie wollen, wenn sie keinen Gott und keine
Gerechtigkeit über sich erkennen. Ach! verfolgte der Herr von Ridelo, sie lassen
sich doch besser raten, und geben den Regungen ihrer feurigen Jugend nicht
allzuviel Gehör: es ist öfters die grossmütigste Standhaftigkeit mit einem
gewissen Eigensinn verschwistert, der zwar unsrer Tugend schmeichelt; aber
alsdann nicht mehr zu entschuldigen ist, wenn er uns bloß deswegen unglücklich
macht, weil wir uns vorgenommen haben, darin nichts nachzugeben: ihr Leben ist
viel zu edel, als dass sie es nicht höher achten sollten: sie sind solches den
Wünschen ihrer Freunden, der Liebe ihrer Angehörigen und der Erwartung eines
ganzen Volkes schuldig.
    Was raten sie mir dann, fragte
