 das geschwindeste aus dem Magen
auszuführen sucht, die da eine Jährung im Magen intendiret, mithin schon zu
dunsten angefangen. Da denn diese Dünste nach dem Kopffe steigen, und eben die
Schmerzen causiren. Welche aber sobald aufhören, so bald die im Magen fermentir
ende materia peccans abgeführet ist. Man sehe nur zum Exempel das sorgfältige
Verhalten des Archæi, wenn allerlei Unreinigkeiten in seine Werckstatt kommen,
sonderlich wenn der Magen mit Galle überladen wird. Weil nun diese Galle alle
sein gutes Ferment im Magen verderbt; um die Stärcke des Archæi aber dadurch
seine meisten kräfftigsten Würckungen im menschlichen Leibe eine feurige Hitze
befördert (wie denn die Hitze ohne dem dem menschlichen Leibe convenable) also
weiß er sich auch damit am allerbesten wider seinen eindringenden Feind zu
defendiren. Denn die Unreinigkeiten, so im Magen entstehen, sind ein dickes,
irrdisches, schleimiges Wesen, welches capable ist, alle fermentirende Hitze im
Magen zu tilgen. Daher wir auch sehen, wenn solche dicke irrdische
Unreinigkeiten im Magen überhand nehmen, dem Menschen über den ganzen Leib ein
Schauer herfähret. Daraus denn der Mensch zu urteilen pflegt, dass er ein kaltes
Fieber bekomme. Dass aber diese kalte Schauern sich bei dem Menschen äusern,
kommt daher, weil der Archæus, so bald er seine Werckstatt verunruhiget sieht,
alsobald verdrossen wird, sein Amt nicht mehr verrichtet, und dem notleidenden
Gliede die nötige Hilfe nicht mehr zuschicket, so nimmt freilich die febrili
sche Kälte überhand. Das Schaudern aber entstehet von dem schwachen Widerstande
des Archæi. So bald aber der Archæus sich ein wenig erhohlet, geht er seinem
Feinde entgegen, und suchet dadurch ihn auszutreiben, wenn er die ganze
menschliche Machine in Hitze und Brand stecket. Darum folgt gemeiniglich auf die
Kälte eine Hitze. Hält nun die Hitze länger an, als die Kälte, so ists ein
Anzeichen, dass der Archæus noch stark genug sei, seinen Feind zu überstehen.
Woferne aber die Hitze abnimmt, so ists ein Zeichen, dass der Archæus aus seiner
Herberge bald Abschied nehmen werde. Die Kranckheit ist zwar so gewaltig nicht
mehr, daher unverständige Medici meinen, der Patiente bekomme Ruhe; Aber eben
daraus erkennet ein kluger Medicus, dass die Kranckheit zum Ende gelanget. Je
empfindlicher die Hitze oder der Brand der Krancken ist, je stärcker kann man sie
zu sein urteilen. Und destomehr ist auch Hoffnung zur Genesung. Weil man daraus
sieht, dass der Archæus seine Sorge und Wachsamkeit für den menschlichen Körper
noch nicht abgeleget. Denn diese feurige Wut rühret vom Archæo des Lebens her,
wenn er in Harnisch gebracht worden entweder von einer ungesehren den ersten
Schaden verursachenden Materie, oder von einem vermeinten Anzeigen, dass der Sitz
des Lebens, oder sonst ein naher mit demselben sympatisirenden Teile,
