 langmütige Gott endlich des Erbarmens und
seiner Langmut müde wurde, seine Gnaden-Hand von ihm abzohe, und ihn den Klauen
des Satans überließ.
    Ich vor meine Person, weilen ich bei damaligen Zeiten einen eben nicht
allzu ungelehrigen Kopf hatte, positirte bei der Gelegenheit ein vieles, deñ
ich erlernete das Geister-Bannen, Geister-Beschweren und viele andere
Kunst-Stücke zwar aus dem Grunde, versuchte auch solches nicht einsondern sehr
viele mahl, allein es kam eine Zeit, da ich an Gott, seine Heiligen und meine
eigene Seele zu gedenken anfing, ungeachtet mir alles, was ich nur
vorgenommen, nach Wunsche ergangen und abgelauffen war; Da ich aber niemals ein
recht ruhiges Hertze oder Gewissen in mir verspürete, als begab ich mich zu
einem wohlbekannten vornehmen Geistl. welchem ich mein Anliegen entdeckte, auch
von ihm Trost und Rat zur Gnüge bekam, indem er mir vorsagte, dass ich die Kunst
zwar wohl beibehalten könnte, weilen es eine ganz edle Kunst u. Wissenschaft
wäre; nur aber würde ein gutes Christentum und hiernechst eine gute gesunde
Vernunft darzu erfordert. Diese Lehren waren in Wahrheit nicht zu verwerffen;
weilen ich aber, ungeachtet ich noch ein junger wollüstiger Kerl war, ich weiß
selber nicht warum, einen heimlichen Abscheu vor dieser Kunst bekam, da ich
doch in einem und andern Stücken mich wohl einiger Massen hätte können glücklich
machen, als suchte mein Vergnügen unter dem Soldaten-Leben, bekam auch bald
Dienste beim Leib-Regiment des Königs, als Sergeant. Etliche Monate ließ ich mir
diese Dienste gefallen, hernach aber, da ich bemerckte, dass das Glücke mit mir
nur, wie mit einem leichten Feder-Balle, auf dem Lande zu spielen gesonnen,
drehete ich meinen Kopf auf die andere Seite, und nahm Dienste unter den
See-Leuten, habe auch verschiedene Fahrten nach Ost- und West-Indien mitgetan,
auch dieses und jenes, sonderlich mit Beihülffe meiner Kunst und Wissenschaft,
erfahren; Allein die Zeit will es vorjetzo nicht leiden, ihnen, meine Herren,
etwas ausführlichers davon wissend zu machen. Deswegen will solches mit dero
gütigen Erlaubnis bis auf eine andere Zeit versparen, hergegen unsern Herrn
Wohltätern ein Geheimnis und solche Sachen eröffnen, woran weit mehr gelegen
ist.
    Sie sind, (sprach Vincentius zu Mons. Litzbergen, Mons. Cramern und mir)
meine Herren! wie ich meinem einfältigen Verstande nach vermute, unfehlbar
weder die ältesten, noch jüngsten Befehlshaber unter ihrer ganzen Familie;
allein, ohne sie in das Angesicht zu rühmen, so halte davor, dass ohne euch der
andern Ruhm zu verdunckeln, eure Personen vor vielen andern die klügsten und
geschicktesten sein, welche zu kennen ich die Ehre nicht habe. Demnach, weil
