1801_Jean_Paul_054 Topic 3

Jean Paul

Die wunderbare Gesellschaft

in der Neujahrsnacht

Wir haben alle schon verdrussliche Geschichten gelesen, die uns mit der lieblichsten Irrhohle voll Verwicklungen bezauberten und angstigten und uns unruhig nach einem hellen Ausgang bogenlang herumgreifen liessen, bis endlich die unerwartete Zeile "als ich erwachte" uns die ganze Hohle unter den Fussen wegzog. Bei dem zweiten Lesen fanden wir dann alles durchsichtig und hell und waren nicht mehr zu peinigen. Eine solche trockne Historie ist gottlob meine von der wunderbaren Nacht-Gesellschaft nicht; ich war leider bei der Erscheinung derselben so wach als jetzt und sass am Fenster.

Vorher muss sich der Leser einige Personalien von mir gefallen lassen, damit mein erbarmliches Benehmen gegen die Nacht-Sozietat, das meinen Mut mehr verbirgt als zeigt, zu erklaren ist. Nachmittags am Valettage des ein Jahr lang sterbenden Sakulums ging ich von 3 bis 8 Uhr nachdenkend in meinem Schreibzimmer auf und ab, weil ich vor Migrane nichts schreiben konnte; und hatte besonders uber den unabsehlich-langen, um die Erde kriechenden Strom der kunftigen Zeit meine schwermutigen Gedanken, wovon ich am Neujahrstage die besten ausklauben und niederschreiben wollte fur dieses Werkchen. In die hinter funf, sechs Jahrtausenden liegende Vergangenheit zuruckzuschauen, gibt uns mutige Jugend-Gefuhle; sie kommt uns als unsere antizipierte Kindheit vor; hingegen vorauszublicken weit uber unsern letzten Tag hinweg und unzahlige Jahrtausende herziehen zu sehen, die unsern bemooseten Spiel- und Begrabnisplatz immer hoher uberschneien und auf uns neue Stadte und Garten und auf diese wieder neuere und so ungemessen fort aufschlichten, dieses ewige, immer tiefere Eingraben und Uberbauen verfinstert und belastet uns das freie Herz. Dadurch verdorret uns die Gegenwart zur Vergangenheit, und sie wird von totem Schimmel traurig uberzogen. Der Geist des Menschen hasset nach seiner Natur die Veranderung, erstlich weil er sie ausser sich nur bei grossen Schritten und nie in ihrem ewigen Schleichen wahrnimmt, und zweitens weil er sie in sich weniger merkt, wo er der unveranderliche Schopfer seiner eignen ist; dem Regenbogen und Lauffeuer in und ausser sich sieht er nicht an, dass immer nur neue Tropfen und neue Funken sie bilden.

Und gerade am Nachmittage, wo ich mein Inneres mit Trauertuch ausschlug und den Flor anlegte fur das einschlummernde Jahrhundert, war ich ganz allein in meinem Schlosslein zu Mittelspitz Hermine war in der Stadt bei einer kranken Freundin und wollte erst nachts heimkommen, "obwohl noch in diesem Jahrhundert", nach dem gewohnlichen sakularischen Scherz, den der Mensch nicht lassen kann ich sass oben einsam in meinem Museum, unsere Magd war unten im Bedientenzimmer wegen der grimmigen Kalte lagen alle Lehnsmanner meiner mittelspitzischen Krone in ihre Schneckenhauschen eingespundet, und das dunkle Dorfchen war still.

Mir war nicht wohl, sondern etwa so in meiner Haut, als hatte sie mir Nero harzig anpichen und annahen lassen, um mich in seinem Garten zu lanternisieren. Ein atzenderes Sublimat fur flussige Gelehrten-Nerven konnte wohl schwerlich erdacht werden, als rechte Dezemberkalte ist; jeder Schnee ist ein Marzschnee, der sie abfrisset, der Frost ist ein Baumheber fur unsere Wurzeln, kurz, wenn Todes- und Fieberkalte ein Autodafe ist, so ist Winterkalte ein Autillodafe. Leben kann man ohnehin nicht, nur leiden. So schwachten nun Frost und Migrane gemeinschaftlich alle Entschlossenheit in mir, die ohnehin zur Winterszeit in keinem Wesen zunimmt, das nicht gerade ein Wolf ist.

Beklommenheit umspannte mein Herz, ich sah den Menschen trotzig mit dem Schwerte in der Hand unter einem uber dem Haupte fechten und sah das Haar nicht einmal, das es trug. Noch engbrustiger setzte ich mich nach dem einsiedlerischen Essen in die FensterEcke, bedeckte die Augen mit der Hand und liess alles vor mir voruberziehen, weswegen der Mensch das Leben eitel und nichtig nennt schnell eilten die kunftigen Jahrhunderte, wie Fixsterne vor dem Sternrohr, vorbei, endlich kamen lange Jahrtausende und trieben ein Volk nach dem andern aus den Stadten in die Graber; die Generationen verfolgten einander wie fliegende Strichregen und schossen in die Grufte herunter und rissen den Himmel auf, worin der Todesengel sein Schwert durch die Welten hob und keine Sterbenden, sondern bloss das Sterben sah.

Wahrend dieser Phantasien war mir einige Male gewesen, als hort' ich leise Worte; endlich vernahm ich nahe an mir diese: "Die drei Propheten der Zeit"; ich tat die Hand vom Auge die wunderbare NachtGesellschaft war im Zimmer. Ein langer, totenblasser, in einen schwarzen Mantel gewickelter Jungling mit einem kleinen Bart (wie der an Christuskopfen), uber dessen Schwarz die Rote des lebendigen Mundes hoher gluhte, stand vor mir, mit einem Arme leicht auf einen Stuhl gelehnt, worauf ein erhaben-schoner, etwa zweijahriger Knabe sass und mich sehr ernst und klug anblickte. Neben dem Stuhle kniete eine weissverschleierte, mit zwei Lorbeerkranzen geschmuckte Jungfrau, von mir weggekehrt gegen den hereinstrahlenden Mond, eine halb rot, halb weisse LankasterRose in der Hand, eine goldne Kette um den Arm die Lage vor dem Knaben schien ihr vom schwesterlichen Zurechtrucken seines Anzugs geblieben zu sein. Sie glich mit der niedergebognen Lilie ihrer Gestalt ganz Lianen, wie ich mir sie denke, nur war sie langer. Auf dem Kanapee sass eine rotgeschminkte Maske mit einer seitwarts gezognen Nase und mit einer Schlafmutze; neben ihr ein unangenehmes mageres Wesen mit einem Schwedenkopf und feuerroten Kollet, hohnisch anblinzelnd, das nackte Gebiss entblossend, weil die Lippen zu kurz waren zur Decke, und ein Sprachrohr in der Hand.

Himmel! wer sind sie, wie kamen sie, was wollen sie? An Rauber dacht' ich nicht im geringsten so nahe auch der Gedanke lag, es konnten ja wahrend unsers Dialogs Helfershelfer mich ausstehlen, mir die Juwelen einpacken und das Federvieh aus den Stallen treiben ; die edle feierliche Gestalt des bleichen Junglings vertrat mir sogleich diesen kleinlichen Argwohn. Ob es nicht Wesen entweder der zweiten Welt oder meines Gehirnglobus sind? Wahrlich diese Frage hatt' ich spater zu tun. Sonderbar wars, dass sie mir alle ganz bekannt vorkamen, sogar die Stimme der Maske, indes ich mich doch keines Namens entsann.

Aus einem gelinden Nervenschlag nicht aus elender Mutlosigkeit muss es abgeleitet werden, dass ich unvermogend war, mich zu regen, geschweige zu erheben, als der hohe Jungling winkte und langsam sagte: "Tritt in das Reich der Unbekannten und frage nicht, wir verschwinden mit dem Jahrhundert das eine Jahrhundert erntet der Mensch, das nachste erntet ihn der Engel der Zeit1 fliegt mit sechs Flugeln, zwei decken ihren Ursprung, zwei decken ihren Ausgang, und auf zweien rauscht sie dahin Heute heben wir die Flugel auf, die auf ihrem Antlitz liegen!" "Schaudert nicht, mein Herr," (sagte die Maske und ihrzete mich, wie Leute tun, die lange in Frankreich und Italien gewesen) "wenn alles Erscheinung hienieden ist, so ist der Schauder daruber auch eine und nicht sehr erheblich der Ernst ist ein wahrer Spassvogel und der Spass ein Sauertopf, ich stehe mit beiden auf freundschaftlichem Fuss Bossu versichert, in die Nacht sei keine Tragodie zu verlegen; das wollen wir heute sehen, wenn der Polterabend des Jahrhunderts verstummt in einer Minute um 12 Uhr, namlich in der sechzigsten."

"Mein Name ist Pfeifenberger" (redete der widrige Schwedenkopf mich durch das angesetzte Sprachrohr, aber leise, an) "Wir sind die drei Propheten der Zeit und weissagen Ihm, mein Freund, so lange, bis das Jahrhundert dezembrisiert ist. Ich spreche zuerst."

Die Jungfrau schwieg, der Knabe sah unwillig gegen den Schwedenkopf, der schone Jungling hatte die Hand der Jungfrau genommen und beschauete auf dem Ringe ein herrliches grosses Auge, dem gleich, unter welchem sonst die Maler den Allsehenden vorstellten.

Pfeifenberger fing an: "In der kunftigen Zeit wird freie Reflexion und spielende Phantasie regieren, keine kindischen Gefuhle; man wird keinen Namensund Geburts- und Neujahrstag mehr feiern und kein Ende des Jahrhunderts, weil man nicht weiss, wenn es schliesset, ob bei dem ersten Viertel- oder letzten Glockenschlage, oder ob bei dem Ausgehen oder bei dem Anlangen des Schalles; und weil in jeder Minute 100 Jahre zu Ende sind. Auch wird die Erde, eh sie verwittert, noch oft von anno 1 an datieren, wie die Franzosen Die Juden und Priester werden aufhoren, und die Volker, die Weiber, die Neger und die Liebe frei werden Sprachgelehrte werden in alten Bibliotheken nach einer Edda und nach einer Bibel forschen, und ein kunftiger Schiller wird das Neue Testament lesen, um sich in die Charaktere eines Christen und Theisten tauschend zu setzen und dann beide aufs Theater Griechenland wird wie Pompeji den Schutt der Zeit abwerfen, und von keiner Lava ubergossen, werden seine Stadte in der Sonne glanzen Grosse Geschichtsforscher werden, um nur etwas von den Begebenheiten und Menschen des barbarischen, kleinstadtischen, finstern Mittelalters (so nennen sie das aufgeklarte Jahrhundert) zu erraten, sogar einen daraus ubrig gebliebnen homerischen Hans Sachs studieren, von dessen Werken ein kunftiger Wolf erweisen wird, dass sie von mehreren Sangern zugleich gemacht worden, z.B. von einem gewissen Pfeifenberger Was freilich Seine opuscula omnia anlangt, mein guter Freund," (hier lachelte das Eisfeld; denn zu einem Eisberg war das Ding nicht kraftig genug) "so wird es dem besten Literator, der sich zum Studium der seltensten Inkunabeln sogar bis ins 20. Jahrhundert zuruckgewuhlet, nicht glucken wollen, mit irgendeiner Notiz von Ihm und Seinen Schreibereien auszuhelfen."

Es ware mir in dieser Gespensternacht nicht zu verdenken gewesen, wenn ich von diesem Uberlaufer aus dem jenensischen Amizistenorden in den Inimizistenorden einige Male geglaubt hatte, den lebendigen Teufel vor mir zu haben. Aber seine Hoffnung, dass die kultivierte Zukunft keinen Gott und Altar mehr haben werde, wie bei den Juden nur unpolierte Steine zum Altare taugten sein vernunftiger Frost, worin keine Blumen mehr wachsen als die aus Eis seine perennierende Aufgeschwollenheit, die ihn gegen jede Ruge verpanzert, wie nach dem Plinius sich der Dachs durch Aufblasung gegen Schlage verwahrt und seine Bitterkeit, die jetzt die sanftesten Neuern (mich selber ausgenommen) mehr an als in sich haben, so dass sie wirklich so gut zu geniessen sind als die Staren, denen man, bevor sie gebraten werden, bloss den bittern Balg abzieht alles dieses zeigte leicht, dass er mehr zu den sanften Neuern zu schlagen sei als zu den Teufeln selber.

Obgleich die Pfeifenbergerische Bosheit wieder Lebensfeuer unter meinen vom Gespensterhauche kalt geblasenen Nerven anschurte: so machte doch die Kalte, womit der Schwedenkopf menschliche Gesichter in Brot bossierte und die Physiognomien einem schwarzen Spitz unter dem Kanapee zu fressen gab, mir es schwer, ihm wie einem rechten Menschen zu begegnen. Ich fing denn so gefasset, als ich konnte, an: "Ich antwort' Ihm, mein Pfeifenberger, auf Seine Weissagung nur mit Still- und anderem Schweigen, besonders puncto meiner. In kalte Zeiten, wo die Menschen nichts mehr im Herzen haben als ihr Blut, verlang' ich nicht einmal hinein; leider sind jene von der ewig wachsenden Volksmenge des Erdballes zu furchten, die wie eine grosse Stadt und Reise und aus gleichem Grund Kalte gegen Menschenwert mitteilt; der Mensch ist jetzt dem andern nur im Kriege so heilig wie sonst im Frieden, und im Frieden so gleichgultig wie sonst im Kriege. Ubrigens bescheid' ich mich gar gerne, dass Jahrhunderte, ja Jahrtausende kommen, die mich nicht lesen. Wie bisher, so muss kunftig mit der Ausdehnung und Durchkreuzung der Wissenschaften, mit dem Veralten der Schonheiten und mit der Ubung des geistigen Auges die Kurze des Stils, die Verwandlung alter Bilder in neue Farben und kurz der asthetische Luxus hoher steigen; mithin wird ein zeitiger Schreiber wie ich zwar anfangs noch eine Zeitlang als korrekt mitlaufen, aber endlich werd' ich als gar zu nuchtern, als ein zu franzosischer ha- und magerer zweiter Gellert, der bloss glatt- und matten Leipzigern gefallen will, beiseite geschoben. Niemand ist wohl von diesem Ungluck mehr fester uberzeugt als ich selber. Irgend einmal wird Sein und mein Deutsch, Freund, sich zu dem kunftigen verhalten wie das in Enikels Chronik zum jetzigen; wir werden also geradesooft auf den Toiletten aufgeschlagen liegen als jetzt Otfrieds Evangelium, namlich bloss um die einfaltige Schreibart und die Reinheit der Sitten zu studieren an Ihm und mir.

Wahrlich bei einer gar zu langen Unsterblichkeit verfluchtigt sich der Autor, und nur der Bodensatz, das Werk, sitzt fest; ich wunschte nicht, ein Konfuze, Homer oder Trismegistus zu sein (ihre breiten Namen sind in ein unartikuliertes Luft-Pfeifen zerfahren), sondern lieber etwas Naheres und Kompakteres, etwa ein Friedrich II., oder ein J. J., oder ein Pfeifenberger nach Seinem Tod."

Hier wurd' ich, zumal in einer so kranken Haut, ungemein erweicht von einem benachbarten Gedanken: "Ich werde also so gut verschwinden", fuhr ich fort, "wie mein Jahrhundert die Sanduhr der Zeit wird ihren Hugel so gut uber mich giessen wie uber den Hesperus am Himmel, wahrlich ich werde und muss einen letzten Leser haben ....... Letzter Leser eine wehmutige und sanfte Idee! Beim Himmel! ich hang' ihr irgend einmal nach und rede den Menschen an und sage etwan:

O du, in dem ich mit meinen spielenden Kindern und mit meinem ganzen Herzen zuletzt wohne, sei der Seele gunstig, an die auf der weiten Erde und in der weiten Zukunft kein Freund mehr denkt als du, und deren Traume und Welten und Bilder alle sterben, wenn du entschlafst."

Der Knabe nickte, als meint' ich ihn. Der ernste Jungling schien niemand zu horen.

Jetzt fing die geschminkte Maske einen entsetzlichlangen Perioden an und sagte mit eintoniger ergreifender Stimme: "Wenn die grosse Uhr in der Marienkirche zu Lubeck nicht mehr zu brauchen sein wird, weil sie gar zu oft umgestellet worden, und weil auch der Mond schon anders umlauft als sie2 Wenn mancher Hottentott noch einen alten, nach "verbesserter und alter Zeit wohl eingerichteten lustigen Historienkalender auf das gemeine Jahr 100000" vorweisen kann, den seine Ururgrosseltern durchschiessen lassen, um Termine, Gaste und Haushaltungssachen auf treuherzige alte Weise (der Enkel kanns nicht ohne Lacheln lesen) einzutragen Wenn die bittere Zeit dagewesen ist, wo Menschenliebe in keinen Herzen mehr war, ausser in denen der Hunde Wenn, obwohl lange nach der Eroberung Europas durch die Amerikaner, der hassliche Weissen-Handel aufgehort, den die Schwarzen zum Teil nach ihren nordindischen Besitzungen hin getrieben Wenn wegen der entsetzlichen Bevolkerung alle Dorfer sich zu Stadten ausgebauet und die grossen Stadte mit den Toren aneinanderstossen und Paris bloss ein Stadtviertel ist und der Landmann oft auf seinem Dache ackert, das er ganz artig urbar gemacht Wenn in ganz Europa so schwer ein holzernes Haus zu finden ist wie jetzt ein goldnes, bloss weil man bei dem mir begreiflichen Holzmangel statt der Silberstangen Holzstangen sowohl aus Indien holen muss als aus unsern Schachten, wo die Vorwelt sie so vorsichtig aufgespeichert; daher es leicht zu erklaren, warum man dann Glas nur mit sich, namlich mit Brennglasern macht, und warum man im Winter so kunstlich von aussen heizt mit der Sonne durch besonders geschliffne Scheiben Wenn endlich, weil durch ewiges Graben und Munzen das Geld schon lange zu spartischem Eisengeld devalviert geworden, nur Perlen die kleine Munze sind und Juwelen die grosse Wenn die Prachtgesetze die einfache alte wohlfeilere Tracht zuruckgefuhrt, indem sie uberall auf Seide bestanden, und wenn die Mode die hochsten Verlangerungen und Verkurzungen (bis zur Nationalkleidung der Menschheit, der Nacktheit) und jede Versetzung durchgespielt, so dass bei Weibern die maillots3, die Schurzen am Hals, die am Rucken, die hinten offnen Totentalare, die bed-mats, und bei Mannern die mat-beds, die peaux de lion, die Berghabite, die hinten zugeschnallt und zugespitzten Schuhe, die hinten zugeknopften Rocke, der doppelte Schuh4 und die Schleier und Schurzen wieder schon ein paarmal ab- und aufgekommen sind Wenn die Handwerker und Gelehrten in immer kleinere Subsubdivisionen auseinandergewachsen5 Wenn das letzte wilde Volk aus seiner Puter-Eierschale ausgekrochen, und zwar schneller als das erste6, weil alle zahme an der Schale hackten, wenn zwischen allen Volkern, wie jetzt zwischen Herrnhutern und Juden, die Schiffe wie Weberschiffe verwebend hin- und herschiessen und der Thuringer seinen nordamerikanischen Reichsanzeiger mithalt und den afrikanischen Moniteur Himmel! wenn dann der ganze Globus schreibt, der Nordund der Sudpol Autor ist und jede Insel Autorin, wenn Russland die Werke selber verfertigt, die es eben daher fruher nicht eingelassen, und die Molucken mit den Gewurzen aus Habsucht die Makulatur dazu liefern und die Kamtschadalen alle die Blasphemien, Zweideutigkeiten und Hohnereien, die sie vorher mundlich verrauchen liessen, besser in Romane auffangen; wenn naturlicherweise eigne Stadte gebauet werden mussen, wo bloss Bucher wohnen, so wie ganze Judengassen bloss fur schreckliche Registraturen; wenn die Menge so herrlicher Genies und die Menge der Nationalgeschmacke so vieler Inseln, Kusten und Jahrhunderte die hochste Toleranz, Ubersicht, Vermischung und Laune geboren Wenn man die Wolken so richtig wie kurzere Sonnenfinsternisse prophezeien kann, Schwanzsterne ohnehin; und wenn die Flora und Fauna im Monde so gut bearbeitet ist als die Landerkunde des Abendsterns Wenn alle Raffaele verwittert, alle jetzigen Sprachen gestorben, neue Laster und alle mogliche Physiognomien und Charaktere dagewesen, die Zartheit und Besonnenheit und Kranklichkeit grosser, die Hohlwege zehnmal tiefer und die tiefsten Wahrheiten platte geworden Wenn Flotten von Luftschiffen uber der Erde ziehen und die Zeit alle ihre griechischen Futura durchkonjugiert Wenn alles unzahlige Male dagewesen, ein Gottesacker auf dem andern liegt, die alte runzlichte graue Menschheit ein Jahrtausend nach dem andern vergessen und nur noch, wie andere Greise, sich ihrer schonen Jugendzeiten in Griechenland und Rom erinnert und der ewige Jude, der Planet, doch noch immer lauft sag an, o bleicher Jungling, wenn schlagt es in der Ewigkeit 12 Uhr, und die Geisterstunde der Erd-Erscheinungen ist vorbei?"

"Ach Gott," (sagte der Knabe sonderbar-klug) "das Leben ist lang, aber die Zeit ist kurz, sie hat nichts als Augenblicke Alle Uhren gehen sehr" (wobei er eine herauszog und ansah, auf der sieben ubereinander stehende Weiser7 unten ruckten, liefen und oben pfeilschnell flogen) "O die grosse Uhr rasselt schon und schlagt das Jahrhundert aus dann fliegt die weisse Taube sehr anmutig durch die Sterne, und die Toten des Jahrhunderts ziehen getrost." Hier schlang er sich an die Brust der Jungfrau und gab seine Uhr mit den sieben Zeigern der Maske. "Die grosse Uhr draussen hat freilich", sagte diese, "ein Richtschwert zum Perpendikel, und das ist Geistern ganz fatal."8

Er trug die schwindelnd ineinander laufende Uhr unter den Spiegel. Furchterlich war es mir, als ihn der Spiegel nicht abbildete und die andern auch nicht. Im Hintergrunde des Zimmers stunden wieder neue unkenntliche Gestalten, die alle strenge auf ihre Uhren sahen Der Schwedenkopf drehte bald umarmende Menschen, bald Herzen aus Brot und futterte den schwarzen Hund. Die Jungfrau faltete sanft die Hande empor, aber unter dem Erheben uberzog sich das gottliche Auge des Ringes mit einem weissen Augenlid. Mein Herz zuckte bange zuruck vor dem nachtlichen kalten Anwehen eines hin- und hergeschwungnen Dolchs und vor dem ersten Glockenton, der das Jahrhundert ausmachte.

Der Mond strahlte plotzlich den Jungling an; gross, unbeweglich, bleich, aber voll Glanz fing er an, ohne der Maske zu antworten, und unter der Rede bebten tiefe Tone im Klaviere, aber keine Taste regte sich:

"Es gibt einmal einen letzten Menschen er wird auf einem Berg unter dem Aquator stehen und herabschauen auf die Wasser, welche die weite Erde uberziehen festes Eis glanzet an den Polen herauf der Mond und die Sonne hangen ausgebreitet und tief und nur blutig uber der kleinen Erde, wie zwei trube feindliche Augen oder Kometen das aufgeturmte Gewolke stromet eilig durch den Himmel und sturzet sich ins Meer und fahrt wieder empor, und nur der Blitz schwebt mit gluhenden Flugeln zwischen Himmel und Meer und scheidet sie9 Schau auf zum Himmel, letzter Mensch! Auf deiner Erde ist schon alles vergangen deine grossen Strome ruhen aufgeloset im Meere.

Die alten Menschen, in welchen die fruhern Alten lebten, wie Versteinerungen in Ruinen, zergehen unter dem Meere nur die Welle klinget noch, und alles schweigt, und das Gelaute der Uhren, womit deine Bruder die Jahrhunderte wie einen Bienenschwarm verfolgten, regt sich nicht im Meeressand Bald flattert das noch von dir bewohnte Sonnenstaubchen hinauf, und die grossern blinkenden Staubkorner auch; aber die Sonne tragt den Kindersarg der Menschheit leicht im Arm und hupfet, von deiner Flugerde schwach bestaubt, jugendlich, obwohl kinderlos, mit andern Schwestern um die Muttersonne weiter... Schwacher Sterblicher! der du vor allem zitterst, was alter wird als du, hore weiter! Auch die Sonnen der Milchstrasse ergreifen endlich einander feindlich und umschlingen sich kampfend zu einer Riesenschlange, und eine chaotische Welt aus Welten arbeitet brennend und flutend Aber im unendlichen Himmel hangt ihre schwarze und feurige Gewitterwolke nur unbemerkt und klein, weit uber und unter ihr schimmern die Sterne friedlich in ihren tausend Milchstrassen. Vernimm weiter, Erschrockner! In der Ewigkeit kommt ein Tag, wo auch alle diese Strassen und weissen Wolkchen sich verfinstern und wo in der weiten Unermesslichkeit nur Gewitterwolken ziehen, aus Sonnen gemacht, und wo es dammert in der ganzen Schopfung... Dann ist Gott noch; er steht licht in der Nacht, seine Sonne zog die Sonnen-Wolken auf, seine Sonne zerteilt sie wieder und dann ist wieder Tag. Und nun sprich nicht mehr von der kleinen Vergangenheit der kleinen Erde. Gott hat den Donner und den Sturm in der Hand und den Schmerz und ordnet die Ewigkeit und das weiche Wurmchen pflanzet sich doch fort durch die sturmischen Jahrtausende; aber der Mensch, die Parze der Erde, die auf Wurmchen auftrat, und die uberall Opfer foderte und machte, klagte uber die hohern fur das Hochste. Der Unendliche und die Sonne waren ihm, so wie seine Erdscholle sich auf- oder unterwarts kehrte, bald im Auf-, bald im Untergang Tor! sie haben beide keinen Morgen und Abend, sondern sie glanzen ewig fort, aber sie ziehen mit dir und deinem Ball in die unbekannte Gegend10 Letzter Mensch, denke nicht nach uber die lange Welt vor und nach dir; im Universum gibts kein Alter die Ewigkeit ist jung sinke in die Welle, wenn sie kommt, sie versiegt, und nicht du!"

Der edle Jungling hatte vor Entzuckung die Augen geschlossen, und der Schnee seines Angesichtes war zu Glanz geworden. Plotzlich anderte sich alles in der uberirdischen Minute; der Knabe rief schreckhaft: "Es wird 12 Uhr; meine Weiser stehen." Auf der Uhr mit sieben ruhten schon funfe ubereinander, und nur die schnellsten flogen noch um. "Draussen fliegt schon die Taube aus Osten", rief jemand, und die Turmuhr schlug aus.

Ich blickte durch das Fenster, und in den langen Bogen des Fluges zog eine blendende Taube unter den Sternen durch den tief-blauen Himmel hin; und Luftschiffe voll unbekannter Gestalten jagten nach, und eines ging wie unter Schleiern voruber, worauf alle Menschen waren, die ich innig geliebt und nur am Grabe verloren habe und dann schoss eines voruber, worin der Knabe und die verhullte Jungfrau ruhten; und Sterne fielen in ihr Schiff, sie aber warfen Rosen aus.

Ich blickte nach dem Zimmer zuruck. Welches ringende Geister-Chaos! Die alten Gestalten gingen durcheinander neue liefen zwischen sie die Saiten klangen ungespielt der Knabe, die Jungfrau und der Jungling waren entflohen In dem von innen hell erleuchteten Spiegel war nichts als mein sitzendes Bild; dieses richtet sich auf, bewegt sich, tritt nahe vor das Glas und will drohend heraus und sagt, mich anblikkend: "O seh' ich mich dort selber? Warte, Lufterscheinung, ich furchte dich nicht, ich setze mir, wie Nicolai, einen Blutigel an den After, und dann zerfliessest du." O wie ist der Spieler, der Mensch, ein Spiel! Gluhende Toten-Asche legte sich finster auf mein Auge das gepresste Leben schlug gewaltsam gegen die kleinste Ader an endlich buckte sich der uberstromte Kopf und liess sein heisses Blut aus sich fliessen.

Zugleich lauter und dunkler wurd' es um mich; ein scharferes Getone umfloss den Betaubten und warf hohere Wellen, um das Leben wegzuspulen; aber die Gestalten fingen zu erblassen und zu weichen an, selber die Maske wurde weiss peinlich drohnten in meine offnen Adern die langsamen Glockenschlage von 12 Uhr wie Kanonenschusse neben der Gruft des Jahrhunderts, und ich erwartete bebend den zwolften aber er verzog, der Tod hielt die Streitaxt des Glockenhammers immer aufgehoben, und die zusammenrinnende Menge, weiss wie Ertrunkne, murmelte immer banger: zwolf, zwolf als auf einmal eine bluhende, beseelte die Ture offnete und durch die luftigen Figuren durchging und mit einer teuern lebendigen Stimme meinen Namen nannte: ach es war meine Hermina. O wie der Mensch nur durch den Menschen in das Tageslicht des Lebens tritt, indes er in der auflosenden Einsamkeit auf seinen Geist und Leib nur wie auf einen toten fremden, unter ihm zuckenden Torso niedersieht!

Durch die gute Erschrockne und durch die Krisis der blutenden Natur kam ich aus meinen Bildern zuruck, die sich immer mehr verglaseten und sich endlich nur zu zerstreueten Gliedern eines Antikenkabinetts zersetzten. Pfeifenberger hielt sich am langsten und wollte schwer zerfahren, und sogar als er schon verfluchtigt war, streckt' er noch sein Sprachrohr aus. Ich beruhigte die gute Hermina durch Nicolai, dem ahnliche Erscheinungen viel langer zugesetzt11, der sie aber mit besserer Entschlossenheit empfangen als ich.

Wie erstaunt' ich, als mir Hermina sagte, sie habe ihr Wort gehalten, noch fruher zu kommen als das 19te Sakulum. Es war erst 11 Uhr; so richtig hatte das innere Ohr, das immer den zwolften Schlag begehrte, mitten unter den Sturmen nachgezahlt; dieser stille Sonnenzeiger in uns bewies sich schon bei Wahnsinnigen und am Ende bei Schlafenden, die in der vorgesetzten Stunde erwachen. Aber nun war ich fur die letzte Szene des funften Akts ganz kalt. Ein Jahrhundert schwand ein vor den gigantischen Jahrmillionen, die der Jungling vorubergefuhrt; und selber die Lebendigen schienen mir, wie die wunderbare Gesellschaft, sich jetzt leichter zu entfarben und aufzulosen. Die frische Sonne, dacht' ich, wird morgen (wie in ein altes Menschenherz) in das Gebeinhaus des alten Jahrhunderts scheinen auf zerschlagne Statuen, Torsos, Aschenkruge und Ruinen; und sie wird ein neues heruberbringen, das die Erde mit dem Interdikt belegt, das die Altare entkleidet, die Reliquien vergrabt und die Heiligenbilder mit Disteln bedeckt und die Tempel verschliesset. Aber sie tu' es denn! Ein trubes Jahrhundert ist in der langen Jahrszeit der Erde nur ein fliegender Maifrost, eine Sonnenfinsternis; o wie viele und Sturme dazu sind schon bei Fruhlingsanfang dagewesen! Aber das bessere Herz bleibe sich nur treu und verstumme nicht vor der tauben Zeit. Am Nordpol versteinert (nach dem Marchen) der Winter den Strom der Musik, aber in den Fruhlingsluften fliessen die aufgelosten Tone wieder laut dahin: so wird manches warme Wort erstarren, und die heiligen Laute wird niemand horen; aber sprecht sie aus, es kommt die mildere Zeit, und dann klinget die Aolsharfe aus der rauhen neu.

Weich, aber gestillt stand ich mit Hermina am Fenster vor dem zauberisch wie ein Fruhlingshimmel auf die winterliche scharfe Erdennacht erhaben herunterleuchtenden Sternengewolbe, und wir feierten sanft die ernste Stunde. Der Mond schwamm einsam in einem weiten reinen Blau, gleichsam das grosse Auge auf dem Ringe der Jungfrau, und weit von seiner Lilienglocke waren die Maienblumchen kleiner Sterne gesaet. "O wie gut ist es, Hermina," (sagt' ich, als ich ihre von der Reise sanft nachgluhenden Wangen ansah) "dass du vorhin nicht unter den Gestalten erschienest, die neben mir blass wurden es hatte mich zu sehr ergriffen." "Du hast ihr Gesicht nicht gesehen," sagte sie, "vielleicht war ich die kniende Gestalt mit dem Schleier." "Das verhute Gott," (sagt' ich) "denn die Verschleierte sass mit auf dem Toten-Schiff, das durch den Himmel flog Ruhre mich heute nicht sehr ich bin ganz aufgeloset, und noch immer schiessen mir weisse Gesichter auf, und es tonet mir noch von weitem her." Da ging die Gute, gleichsam um das Tonen zu uberstimmen, an das Klavier und sang ihr liebstes Abendlied, mit den betenden Augen an den Sternen liegend; und unter den heiligen Tonen, die unser Herz verjungten und es wieder in seinen ewigen Fruhling trugen, loseten sanft und kaum bemerkt die Jahrhunderte einander ab.

Fussnoten

1 Zwei Flugel verhullen die Fusse der Seraphim, zwei das Haupt, zwei tragen sie. 2 Sie zeigt den taglichen Stand und Gang der Himmelskorper etc. bis zum Jahr 1875; dann muss sie verandert werden. 3 Ich brauche den Leserinnen wohl nicht zu sagen, dass dieses erst zukunftige Moden sind. 4 An den jetzigen eigentlich halben Schuh wird namlich kunftig hinten ein neuer angebauet, der leer bleibt wie unser hoher Hut. 5 Der Wilde und der westfalingische Bauer machen sich, wie der Redner Gorgias, alles selber, mit der Kultur teilen sich die Handwerker auseinander diese Abteilungen werden sich wieder spalten und z.B. die Mundkoche sich in Vogel-, Fischkoche etc., diese wieder in Lachs-, Forellen-, Karpfen- etc. Koche sondern. Bei den Gelehrten werden die Abastungen noch uppiger ausfallen. Z.B. in der ungeheuer aufwachsenden Geschichte wird jedes Volk, jedes Jahrtausend seinen eignen Historiker fodern, der von seinem historischen Wandnachbar gar nicht zu wissen braucht, dass er in der Welt ist. 6 Volker (wie Kinder moralisch und physisch) wachsen anfangs am schnellesten und starksten; in einer gewissen Hohe der Kultur kann die Menschheit sich nur langsam andern und hoher heben, wie alle Sterne vom Horizont schneller aufsteigen als von der halben Bahn. 7 Namlich die Terzie wieder in 60 Teilchen, jedes wieder in 60, und dieses wieder geteilt. 8 Geister fliehen nach dem Aberglauben Richtschwerter. 9 Die Astronomie beweiset, dass sich die Erde der Sonne (wie nach Euler der Mond der Erde) in einer Spirale immer naher drehe; und schon die Mechanik beweiset es, da es ebensowenig ausser als auf der Erde ein perpetuum mobile geben kann, weil ja Kraft und Zeit im umgekehrten Verhaltnis stehen und mithin jene null wurde, wenn diese unendlich wurde. Aber ehe der Planet zur Sonne wird (wie der Mensch zur Erde), wovon er genommen ist: so ist weniger die Erhitzung des Erdkorpers die z.B. nicht bisher mit der Sonnennahe am Aquator unter den geraden Strahlen wuchs und die ja nicht vom Sonnen-Abstande abhangt, da wir keine diversen Merkmale desselben in den fernsten und nachsten Planeten entdecken als seine Uberschwemmung zu befurchten, weil ausser dem, dass alle Meere immer gegen den Aquator hinaufstromen die nahere Anziehung der Sonne, des Mondes und mithin der andern Planeten, wie in den Aquinoktien, furchterlich die Flut der Meere und ebenso des Dunstkreises und zuletzt der Elektrizitat auftreiben und uber unsere Ameisenhaufen, die wir vom Maulwurf des Erdbebens geerbet, herubersturzen muss. 10 Bekanntlich bewegt sich die Sonne mit ihrem Gefolge nach einem noch unbekannten Ziel im Norden des Himmels. 11 Dem Publikum sind die Gestalten, die Nicolais Augen und Ohren erschienen, schon bekannt. Ich kenne drei zartorganisierte und phantasiereiche Madchen, welche dieselbe optische Plastik qualte. Es kann keinem Psychologen schwer fallen, meine optische Nachdruckerei der Wirklichkeit, diese grossern mouches volantes, sich zu erklaren, wenn er den Frost, die Nervenschwache, die Einsamkeit und das Abendessen und Trinken zusammennimmt. Ja jedes Wort der wunderbaren Gesellschaft getrau' ich mir aus den Betrachtungen herzuleiten, die ich nachmittags uber die Zukunft angestellt; und selber die drei Akteurs (wie anfangs in der griechischen Tragodie) scheinen nur Sohne und Konterfeie der Charaktere zu sein, denen ich im Aufsatz fur dieses Werkchen meine sakularischen Betrachtungen soufflieren wollen. Der Schwedenkopf ist eine offenbare Reminiszenz des wilden Jagers, der jetzt aus dem jungen burschikosen Jena ausreitet und dessen Jagdpersonale, Wildzeug, Hifthorner, Hundekoppel und Weidwerk, am Tageslicht besehen, auf ein Mandel mausender Eulen hinauslaufen. Manches ist aus den Gemalden meines Zimmers zu erklaren, z.B. aus Da Vincis Christus im Tempel.