keulenartig denkt, da schon vom gewöhnlichen Spazierstock der Zeitgenossen Karl des Grossen eine wahrhaft schreckbare Beschreibung überliefert ist ... baculus de arbore malo, nodis paribus admirabilis, r i g i d u s e t t e r r i b i l i s ! Monachus San Gallensis I, 34 bei Pertz, Mon. II, 747. 180 ... ubicunque autem hae reliquiae fuerint, illic nales San Gallens. major bei Pertz, Mon. I, 71. 181 Offenbarung Johannis 20, 7. Allgemein hielt man den Gog und Magog der Schrift in den Ungarn verkörpert und sah in ihnen die Vorläufer des Weltendes; die Frage wurde ernstafter teologischer Prüfung unterzogen. S. Gibbon, geschichte des röm. Weltreichs, cap. 55 II. 182 Die Ehre des ersten Angriffs im deutschen Reichsheer galt für ein von alters her den Schwaben zustehendes Vorrecht. Nach dem Schwabenspiegel verleiht Karl der Grosse: swa man umbe des riches not striten sollte, da sulen die swabe vor allen sprachen striten. Landrecht, § 32. – Eine Reihe anderer Stellen aus Geschichtschreibern und Dichtern desselben Inhalts s. bei Stälin, Wirtemberg. geschichte I, 393. 183 Waffen, Feindio! der alte clamor ad arma, Alarm, Waffenschrei. S. Grimm, Rechtsaltertümer, p. 876. Gleiche Sprachbildung – Verstärkung des Substantivs durch einen angehängten Ausruf – liegt den Hilferufen Mordio, Feurio! usw. zugrund. 184 "Ich selbst", sprach Attila vor Beginn der Schlacht in den Katalaunischen Feldern zu seinen Kriegern, "werde den ersten Wurfspiess schleudern, und der Elende, der sich weigert, das Beispiel seines Fürsten nachzuahmen, ist unvermeidlichem tod verfallen!" S. Gibbon, a.a.O., cap. 35 (7). 185 Noch im sechzehnten Jahrhundert bewahrten die deutschen Landsknechte die Sitte, sich rücklings Erde übers Haupt zu streuen, ehe sie ins Wogen des Treffens rückten. So der tapfere Georg von Frundsberg vor der Schlacht von Pavia. 186 Wir können uns nicht entalten, den einfach grossartigen Text des Notkerischen Liedes media vita mitzuteilen, so wie ihn J.v. Arx seinen Geschichten des Kantons St. Gallen I, p. 95 einverleibt hat.
"Media vita in morte sumus, quem quaerimus adjutorem, nisi te domine, qui pro peccatis nostris juste irasceris.
V. In te speraverunt patres nostri, speraverunt et liberasti eos.
R. Sancte deus.
V. Ad te clamaverunt patres nostri, clamaverunt et non sunt confusi.
R. Sancte fortis.
V. Ne despicias nos in tempore senectutis, cum defecerit virtus nostra, ne derelinquas nos.
R. Sancte et misericors salvator, amarae morti
ne tradas nos."
Es fand so grossen Anklang im Gemüt frommer Streiter, dass eine Synode zu Köln sich gemüssigt sah anzuordnen, niemand solle ohne seines Bischofs Erlaubnis gegen irgendeinen Menschen das media vita singen. In das evangelische Kirchenlied ging es über durch Luters Übersetzung: "Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen etc." 187 ... haud mora, bellum incipitur atque ex Christianorum parte sancta mirabilisque vox "kyrie", ex eorum turpis et diabolica "hui, hui!" frequenter auditur. Luitprand von Cremona de reb. imp. et regum lib. II, cap. 9. 188 Folchardi codex aureus (Bibliotek zu St. Gallen), p. 39. 189 S. Bernhard Bader, Volkssagen aus dem land Baden, p. 34. 190 Den merkwürdigen Landhag, mit dem die Ungarn zu Karl des Grossen Zeit ihre Grenzen gesperrt hatten, beschreibt nach Erzählung eines Augenzeugen der Mönch von St. Gallen, gesta Karoli lib. VI, cap. I bei Pertz, Mon. II, 748. 191 ... iam mitius agendum inter Teutones! 192 Nam et villani quidam preadocti ollas, prunas in proximo monte paratas habentes, tumultu audito faces accensas levabant, et ut discretionem sociorum et hostium nossent, quasi perlustrium fecerunt. Die anschauliche Darstellung dieses Überfalls des ungarischen Lagers im Fricktal durch Irminger, den Alten, mit seinen sechs Söhnen und ihrer Mannschaft gibt Ekkeh IV, casus S. Galli, cap. 3. bei Pertz, Mon. II, 110. Im Schein der rings auf den Bergen flammenden Feuerzeichen stürmten ihre drei Heerhaufen in den sorglosen Feind. Wer nicht in kekkem Schwimmen über den Rhein setzte, wurde erschlagen; die Beutestücke der Schlacht weihte Irminger dem Münster des heiligen Fridolin zu Säckingen. Eine auf dem rechten Rheinufer gelagerte ungerische Schar zog sich auf die Nachricht dieser Niederlage ins Elsass hinüber. 193 "Mir wird so kühl im Harnisch", sprach der
Fiedelmann,
"Drum glaube' ich, dass der Morgen ziehet schon
heran,
Ich spür' es an der Kühle, es wird wohl balde
Tag ..."
Nibelungenlied, Avent. 31.
194 ... Es ist ein grausam ding zu sehen. Dieser fall heisst zu unsern zeiten am Lauffen. Es wirt das wasser so es oben herab fallt, zu eim ganzen schaum, es kein Schiff herab kommen, anderst es zerfiel zu stukken. Es mögen auch keine fisch die Höhe dieses Felsen übersteigen, wann sie schon so lange krumme zeen hätten, wie das Mörtier Rosmarus oder Mors genannt.
Sebastian Münster. Cosmographei. 1574. S. 551.
195 Sahspach, Hadewigae beneficii villa. S. Ekkeh. IV, casus S. Galli, c