guten Mächten hingegeben, die Sterne wissen von Dir, und mag's gehen wie es will, ich will nichts versehen bei meinen Gelübden. Ich hab zu ihnen gesagt von Dir und sie in Pflicht genommen über Dich, ich bleib ihnen zugetan, und mein Gefühl ihrer Erhörung, ihres Bewusstseins meiner heissen Lebensbedürfnisse, das will ich nicht schwächen, indem ich nicht feierlich mein Versprechen achten sollt. – Es war auch schön dort oben, der reinliche Schnee bewahrte noch Deinen Namen unverletzt vom vorigen Tag, und ich setzt mich auf die Mauer, und lauschte in die Stille, und da schreibe ich Dir hin, was mir so im Geist ist aufgegangen; so wie ein Sternbild nach dem andern ist hell geworden.
"Ich trinke die Liebe, um stark zu werden, wenn ich denke, so bewegt mich heimliche Begeistrung für meine eigne Erhöhung; – wenn ich liebe auch. – Nur: in der Liebe fühl ich mich flehend wie im Tempel; wenn ich denke, kühn wie ein Feldherr."
"Alles von sich selber verlangen, ist der nächste und unmittelbarste Umgang mit Gott; dem Göttlichen geben die Sterne die sicherste Gewährleistung für die Erfüllung eines höheren Willens. – Die dreiste Überzeugung, dass wir unserer Forderung genug tun sollen." – So raten uns die Sterne. – Günderode, drum sei ja mutig zu allem, und endlich kann auch kein falscher Trieb sich dazwischen durchwuchern, denn die Seele ist ganz erfüllt von eigenem Geist und allein für ihn tätig.
Das haben mir die Sterne für Dich gesagt, als ich sie fragte um die tiefen Lebensgeheimnisse in Deiner Brust, sie wollen, Du sollst Deinen Schild tragen – kühn und frei über die Lebensgipfel weg. Alles ist Höhe, nichts ist Tiefe. Du sollst sie schauen, die so hoch sind, vor denen nichts Abgrund ist, was ihr Licht nicht entbehrt.
"Es gibt eine Zauberkunst, ihre Hauptgrundlage ist des Geistes fester Wille zum Mächtigen, der sich auflöst in die Übermacht dessen, was er im Geist erkennt."
So hast Du mir einmal gesagt, und die Sterne haben mich gemahnt, ich soll Dich dran erinnern.
"Nie muss man dem Höheren gegenüber selbst etwas wollen, sonst wehrt man sich gegen den eignen Willen."
Das haben die Sterne noch hinzugefügt und mich gemahnt, ich soll Dir das scharf und eindringlich wieder sagen. –
Ich leg mir das so aus, der Mensch soll nicht dem eignen Schicksal nachgehen, denn es gibt kein Schicksal für den Geist als das Göttliche, – diesem gegenüber sollen wir alles als klein verachten. –
Noch sagen die Sterne: "Ohne Zauber kann sich der innere Mensch nicht erscheinen", – o die Sterne sind gütig, sie sagen viel und Grosses und bedeuten uns, dass wir selber gross sind.
"Ach, das Endziel aller Wahrheit ist, sie hinzugeben an höhere Wahrheit, sie ist Zauber, durch den der innere Mensch sich erscheint, sie ist Entwickeln der göttlichen natur; der Himmel entwickelt sich aus der sehnsucht, und aus des himmels unendlichem Frieden wird höhere sehnsucht sich entwickeln; – die Wahrheit geht hervor aus der Wahrheit und geht über in Wahrheit.
Das Höchste, was die Wahrheit vermag, ist, sich auflösen in höhere Wahrheit; – ja, sie sagt Nein! – Verneint sich. –
Nie darf der Geist sich am höchsten halten, sondern jene muss er höher halten, auf die er wirkt, denn die befördern ihn – entwicklen ihn.
Die Wahrheit, die Lieb ist Sklave, der ist Herr, den sie nährt."
So reden die Sterne, wenn ich mit ihnen von Dir spreche, – sie lieben Dich, sie sind Deine Sklaven, die höhere Erkenntnis, die sie auf Dich herabblitzen, die entwickelt ihr Vermögen, auf den Menschengeist zu wirken, das Hohe auszusprechen, und sie werden mehr noch sagen, wenn's Dein Ohr trifft. – O sie sagten es mir für Dich in der Neujahrsnacht – – und viel reicher war die Saat liebender Mahnungen, aber ich konnte's nicht alles tragen in meinem Geist, was sie sagen; – vertrau ihnen und Du wirst erleben – schwere Garben bring ich Dir heimgeschleppt; – da siehst Du, was Leben ist, Keime der Erkenntnis säen die Sterne Dir in' Geist, und Du wolltest verzweifeln, weil Deine Füsse am Boden wurzeln. – Ja, das ist's, Deine Seele hat Licht getrunken und will nun schlafen, so leg Dich doch und ruhe, ich will sorgen, dass Du schlafen kannst und wachen zugleich, – und wart doch, was die Sterne endlich mit uns anfangen, bist Du nicht neugierig? – Was gottgesandte Boten Dir zuflüstern, magst Du das nicht erlauschen und kannst nicht alles andre darüber vergessen? –
O hör, denn als sie so gesprochen hatten, da bekräftigte der Schlag von Mitternacht in die tiefe Einsamkeit hineinschallend, dass, so die Jahre hinabrollen, der Geist doch ewig blühend am Himmel steht; und dass unsere Begeistrung dieser Jugend zuströme, das stürmte mir herauf aus der tiefen Stadt, wo alles lebend, jubelnd die verjüngte Zeit begrüsste. Warum rührten sie die Trommeln und schmetterten von den Kirchtürmen – die Trompeten! – Und warum erfüllte das Jauchzen die Luft? Als weil die ewig sich verjüngende Zeit alle kindliche Freudenstimmen weckt über die unsterbliche Jugend. – Mir war so selig dort auf der schwindelnden Höh, wo die Studentenlieder wie