, ein Phalanx dem Nebel, der uns neidisch einander entreissen will, ich habe ein Wort der Kraft an euch zu reden, welches gleich einem Magnete alle reine eisenhaltige Herzen an sich ziehen und zu einer Individualität vereinigen wird." Die anderen näherten sich, ihre Redner an der Spitze, und der erste fuhr fort:
"Stehet fest, fest meine Freunde! lasset euch nicht irren – es gilt jetzt –
Ihr habt in der Kraft eurer idealen natur eure Selbsten einer Aufgabe geweiht; was darf euch berechtigen, sie fallen zu lassen, als die Anschauung ihrer Nihilität –
Ich sprach mit euch, da ihr noch schwach waret; jetzt müsst ihr entern – das nenne ich, mit eigner Kraft eurer Selbst eueren Vorsatz und alle selbstgefundenen Mittel fassen, halten, durchführen; nur so seid ihr für den heiligen Krieg – oder diesen Gedanken in euren Seelen in den Abgrund der Vergessenheit senken, und alle Wellen eurer alten Gedanken über ihm zusammenschlagen lassen, wie die Wellen des vor uns liegenden Weltmeers über unsre streitglühenden Körper hinschlagen werden; denn wer dem Weltmeere die Brust nicht bieten mag, der ist kein Sohn seiner Mutter, die es tut, der Erde –
O ihr habt mich so oft angestaunt, da ich in objektiver Ruhe unter euch wandelte; erschrecken werdet ihr, wenn ihr schwach seid, und ich handelnd auftrete.
Ergründet schnell eure Subjektivität, und sprechet mit klarheit, ob ihr fähig seid, mit mir zu handeln?"
Hier hielt der edle Mann ein, einige riefen bravo! viele murrten, dann sprach ein anderer Redner. Mit der zärtlichen Undeutlichkeit eines menschenliebenden, aber ganz in sich allein zurückkehrenden Gemütes redete er alle an, indem er sich zu dem vorigen Redner wendete:
"In der Tiefe deiner Brust bemerke ich eine apriorische Anschauung unsers Zustandes, die du mit Recht als ein Produkt von dir selbst giebst, weil sie falsch sein dürfte für die Intensität vieler, die hier stehen und erkannt haben den Ursitz der Welt, und die einzige Strasse nach dem Besitze und der Gabe.
Ich spreche daher zu jenen Glücklichen unter uns, deren Wesen dem unendlichen tiefen Milchbrunnen gleicht, von dem ein kindlicher Aberglauben sagt, dass die unschuldigen Kindlein aus ihm herauskommen, – zu jenen spreche ich, welche die Schöpfung in der Brust, in dem reinen tiefen Spiegel ihres Herzens tragen, und welche mit mir die tiefen Worte des begeisterten Helden, der damals so feierlich zu dem volk sprach, verstanden haben. – Er selbst hat sich nicht verstanden, und war nur ein Organ der Religion, wie hätte er sonst nach seinen eignen Worten:
'Glaubet aber nicht, das Grab Christi sei ausser euch, und es stehe zu erlösen im Kriege fanatischer Waffen – in euch selbst ist das Grab des Herrn, von den Sünden des Unglaubens geschändet, nur in euch könnt ihr es befreien, und die äusserliche Tat ist nur gesellschaftlich, in euch ist die Tiefe, die Fülle, die klarheit, strebet in euch zurück, kommet zur Selbsterkenntnis.'
Wie hätte er sonst nach diesen seinen Worten hinziehen können in Unendlichkeit und leerem Streben der Individualität ins Universum.
Wohin fliehet ihr, ihr Geister! – in die Unendlichkeit? Diese Kraft, euch aufzuschwingen, gab euch die natur – aber sie treibt euch auch in die Endlichkeit zurück – schon die unfreundlichen Wellen dieses Weltmeers tun es, und sind, obschon sehr lange, doch wohl lange noch nicht die natur – o Freunde, die ihr in euch, wie ich, den Lampenfunken des heiligen Grabes brennen sehet, bleibt zurück, denn das heilige Grab ist in euch – o! verliert es nicht in den Wellen, weil ihr es erobern wollt. Flattert nicht über die Endlichkeit hinaus, sonst werdet ihr bald, der Unendlichkeit müde, in eure Leerheit zurückkehren – durch inneres Vergraben erwerbet euch das heilige Grab – und schreitet so in ewiger Vertieferung in die Unendlichkeit dieses Grabes.
Wo wollt ihr euch aber finden, als in der Endlichkeit! Wo könnt ihr Kraft anwenden, als in dieser! – Überfliehet ihr sie, so stumpfen sich eure Kräfte mehr und mehr ab, es ist kein Rückhalt da, der euch festalte, es ist kein Schiff auf diesem Weltmeere, und euer endloses Streben, eure schwimmenden arme werden endlich doch in einen Wallfischmagen verendlicht, oder gar endlich als Fischtran auf Schuhen und Stiefeln, oder Fischbein in Schnürbrüsten (schreckliche Beschränkung schöner Weiblichkeit!) verindividualisieret werden.
Greifet ein in die Endlichkeit – suchet in euch das Ideal des heiligen Grabes, das eurem Wesen harmoniert; dieses fasset ganz, und alle Äusserungen, wonach ihr die Unendlichkeit modifiziert, seien euch nach diesem Ideale bestimmt. So könnt ihr das heilige Grab in euch erlösen, und von seiner Fülle, die sich in der Blüte ewiger Herrlichkeit erneuert und füllt, die Wunder auf alle andere durch euch ausströmen lassen."
"Bravo, heiliger göttlicher Ausleger!" schrieen viele Stimmen mit einem seufzenden sehnsüchtigen Tone.
Der dritte Haufen und seine Redner hatten sich währenddem über den Mundvorrat in den Körben der Esel hergemacht, sie lagen umher und schliefen.
Pumps, pumps, pumps, tat es drei Schläge ins Weltmeer, die wenigen Anhänger des mutigen ersten Redners stürzten sich hinein.
Die Anhänger des zweiten traten dicht zusammen und umklammerten, einer dem andern in den Armen ruhend, die heiligen Gräber; unter diesen waren jene innigen, dringenden, brünstigen Freunde.
Sie zogen wankend feldein, und man hat weiter nichts von ihnen