ohne Knoten) schürzten, und die sich lösten, lauter Ungefähre sein? Nun, so nenne Ungefähre anders, und der Apostelorden hat sein Spiel gewonnen.
Warum sucht man die Sehsüchtigen zuerst zu blenden, ehe man erscheinen lässt? Warum im Rauch? Warum um Mitternacht? Warum ber a u s c h t m a n K ö r p e r u n d S e e l e ? Freilich sind Vorbereitungen dieser Art nichts Wesentliches, und ächte Magier machen es eins, zwei, drei, – (Ein Sprichwort aus dem Innersten der Magie). Hat aber Feierlichkeit nicht Einfluss auf unsere K r ä f t e ? Gehört nicht Anspannung dazu, mit hohern Wesen umzugehen? Bereitet man sich nicht auf Gäste von Bedeutung vor? Ist nicht vielleicht dem Körperchen des Geistes eine gewisse Atmosphäre nötig, und eine Art von Augenschirm? Soll, des Täuschers und Gauklers halber, der ehrliche Mann leiden?
War es denn ein Geist, was ich s a h ? Mein wenigster Kummer! Aus seinen Früchten sollst du ihn erkennen. Ist es möglich, dass ein Geist in dir Vorstellungen erregen und dass du dich davon überzeugen kannst; was willst du mehr? Sind die Wirkungen der Erscheinung von der Art, dass sie nicht von natürlichen Kräften abgeleitet werden konnten, so bist du im Besitz einer Regel für's Haus von der Richtigkeit der Erscheinung, und wendet man dir ein, ob du die Grenzen von den Kräften auf dem Wege der Ordnung kennst, so wirst du wenigstens so lange, bis dir diese Grenzen abgesteckt sind, die erlaubnis haben, zu glauben. – U n d w e m ? Dem geist, der, wenn er ein Mensch wäre, freilich in seiner eigenen Sache kein zeugnis ablegen könnte. – Ist er aber ein Mensch? Der Allselige sprach: "Und stehe da! es ist alles sehr gut." Wenn Menschen allselig tun, was denkst du von ihnen? – Oder verdient etwa ein höheres Wesen nicht Glauben, wenn seine Belehrungen dir heilsam waren? Dieser Erkenntlichkeit sollt' es unwürdig sein?
Wunder haben keine Beziehung auf das, was sie beweisen sollen. – Kann sein! Wenn aber Wunder nur Wunder sein, und nichts weiter als sich selbst beweisen wollen? – – –
D i e V o r l e s u n g über das alte, neue und neueste Platonische Testament ist zu weitläuftig, um sie mitteilen zu können. Dass man hier nicht wie in Rosental für das Alte, sondern für das Neue und Allerneueste war, bedarf keiner Bemerkung. Obgleich der Neuplatonismus schon ein Gemisch von Pytagoreischen, Aristotelischen, Platonischen und Gott weiss von was noch sonst für Ideen war, so schien der Neueste ihn doch an Toleranz übertreffen zu wollen. Gnostik, Kabbala, morgenländische Philosophie, Judentum und Christentum sind uns homogen, um allen allerlei zu sein. Zwar entstand der Neuplatonismus, um zu Schutz- und Trutzwaffen gegen das Christentum zu dienen. So wie indess Clemens von Alexandria die wahre Gnosis von der falschen unterschied, und die wahre in die höchste christliche Vollkommenheit setzte, so kann die heidnische und jüdische Philosophie, wenn sie sich taufen lässt, ganz unbedenklich zum Christentum aufgenommen werden.
Moses machte die Mysterien der ägyptischen Weisen und Gelehrten zur Volksreligion, und das Christentum ist nicht weniger eine Religion der Aufgeklärten. Moses entsinnlichte die heidnische Religion, deren Gotteiten sinnliche Gegenstände waren. Und die christliche Religion, geht sie in ihrer Entsinnlichung nicht noch weiter? – Will sie uns nicht vollkommen haben, wie der Vater im Himmel vollkommen ist? Und erhebt uns nicht die Teurgie oder Magie zur Gotteit und zu seinen Bevollmächtigten, zu wirklichen Kammerherren mit Schlüsseln, die natur auf- und zuzuschliessen? Den Zusammenhang und die Harmonie zwischen Irdischem, Himmlischem und Ueberhimmlischem einzusehen, sich zu entsinnlichen, und ein gottseliges, von der Welt entferntes Leben zu führen, nicht nur ein wackerer, fester Mann zu sein, sondern sich noch ausserdem höhere übernatürliche Kräfte hierdurch zu erwerben, das ist unser Beruf.
Vater Plato nahm besondere Arten von Fegfeuer an, wodurch die Seele von ihren Schlacken gereinigt werden könnte, von welchen ich ihm denn die Seelenwanderung in w e i b l i c h e K ö r p e r nicht verzeihen kann. Wahrlich, Plato hat keine von den beiden Sophien gekannt, die du kennst. – Schade! der Name Sophie brachte unsern Helden so in Verwirrung, dass er von der Platonischen Aehnlichwerdung Gottes, von der Entsinnlichung und der Weltüberwindung durch Tugend wenig oder nichts vernahm.
Lass uns, sagte der violette Mann, Plato's Lehre folgen, und wenn nicht durch Abstraktion und Matematik, so doch durch Mässigkeit, Standhaftigkeit und andere teurgische und göttliche Tugenden uns gewöhnen, unsere vernünftige Seele vom Körper zu entfernen, und uns je länger je mehr überzeugen, dass, so wenig Gott stirbt, auch unser Geist nicht sterben könne und werde. Wir sind seines Geschlechts, durch ihn vermittelst besonderer Emanation erzeugt. – Sein Geist, das heisst, die uns angebornen Ideen, zeugt in uns, und wir sind alle inspirirt. – Die
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Wunder
des Apostelgrades? .... Ist es Ernst? Hat diese geschichte nicht schon zu viele Kreuz- und Querzüge? Zwar unterscheiden sich diese Apostelwunder durch eine äussere Einfachheit und innere wirkung von den übrigen. Heisst diess aber nicht mit andern Worten: diese grösseren Wunder lassen sich leichter auflösen, als