Frevel ausführte, ohne dich vor den Folgen zu warnen. Gezwungen von dir, unterbrach ich den Lauf der Dinge, und ich, der Teufel, stehe schuldlos vor dir, denn alles sind Taten deines eignen Herzens.
Denkst du noch der Nonne Klara, der wollüstigen Nacht, die du mit ihr zugebracht? Wie solltest du nicht, da sie dich so sehr ergötzte? Höre die Folgen derselben! Kurz nach unsrer Entfernung starb der Erzbischof, ihr Freund und Beschützer, und sie musste nach ihrer Niederkunft mit ihrem kind als ein Gegenstand des Abscheus im peinlichen Kerker den verzweifelnden Hungertod sterben. In der Wut fiel sie über den Neugebornen her, sättigte sich an deinem und ihrem Blute und verlängerte ihre scheussliche Marter, so lange der unnatürliche Frass dauerte. Was hatte sie verbrochen, sie, die ihr Verbrechen nicht begriff, den Urheber ihrer Schande und ihres schrecklichen Todes weder kannte noch ahndete? Fühle nun die Folgen einer einzigen Sekunde der Wollust und bebe! Hast du nicht den Wahnsinn bekräftigt, der sie verdammte? Musste die Hölle nicht den Vorwurf deines Frevels tragen? Sie ermordeten deine Brut als die Brut des Satans, und du hast durch diese Tat die Begriffe dieses volkes auf Jahrhunderte verwildert. Stöhne nur, ich ziehe der Schrecken mehr herauf.
Es ist wahr, mit dem Fürstbischof ist dir's besser gelungen. Er liess den Hans Ruprecht begraben und versetzte seine Familie in Wohlstand. Auch verlor er durch meine Vorspieglung sein Fett und ward einer der gelindesten und gütigsten Fürsten, erschlaffte aber die Bande der bürgerlichen Ordnung so durch seine Nachsicht, dass seine Untertanen bald ein Haufen Halunken, Säufer, Faulenzer, Räuber und liederlichen Gesindels ward. Um sie wiederum zu Menschen zu machen, musste nun der jetzige Bischof ihr Henker werden, hundert Familien zerstören und hinrichten, damit die andern, durch das Beispiel erschreckt, in die bürgerliche Ordnung einträten. drei Schlemmer und Fresser hätten diesem volk nicht so weh getan, als ihm diejenigen nun tun, denen dieser Fürst gezwungen das Schwert der Gerechtigkeit und die Gewalt der Rache vertrauen muss.
Der Doktor Robertus, der berühmte Freiheitsrächer, der Mann nach deinem Sinne, war von frühster Jugend ein Feind des Ministers, den er wegen seiner Talente hasste. Neid und Eifersucht waren die Quellen seines unabhängigen Geistes, und hätte jener wie er gedacht, so würde er mit Freuden die Grundsätze des strengsten Despotismus angenommen haben, denn nur dazu war sein hartes und wildes Herz geschaffen. Der rechtschaffne Mann war der Minister, dieser ein Unhold, der die Welt in Brand gesteckt hätte, es teils getan hat, um seinen grenzenlosen Ehrgeiz zu befriedigen. Ich musste ihn nach deinem Willen retten, ihn mit einer grossen Summe Gelds versehen, vernimm nun, wozu er sie gebraucht hat, und freue dich der Folgen. Er nutzte seine Freiheit, das Gold und den Wahn, den sein Verschwinden durch mich im volk veranlasste, so gut, dass es ihm bald gelang, einen fürchterlichen Aufstand zu erregen. Er bewaffnete die Bauern, diese ermordeten die Edelleute, verwüsteten das ganze Land, der edle Minister fiel ein Opfer seiner Rache, und dein Freiheitsrächer Robertus ist der Stifter des unglücklichen Bauernkriegs, der sich nach und nach in ganz Teutschland ausbreiten und es verheeren wird. Mord, Totschlag, Plündrung, Kirchenraub wüten nun, und dein edler Held steht an der Spitze eines tollen Haufens und droht aus Teutschland einen Kirchhof des Menschengeschlechts zu machen. Ernte den Jammer ein, den du veranlasst hast, der Satan selbst hätte nicht besser für die Zerstörung der Menschen, die wir hassen, arbeiten können als du, da du diesen Wahnsinnigen der Gerechtigkeit entrissen hast.
Kehre mit mir an den Hof jenes deutschen Fürsten zurück, wo du den Rächer der Tugend und Gerechtigkeit so rasch und kühn gespielt hast. Dieser Fürst und sein Günstling waren Heuchler eurer Tugenden, aber ihr Würken beförderte das Glück des volkes, weil sie beide Verstand genug hatten, zu fühlen, der Vorteil der Untertanen sei Gewinn für den Fürsten. Weiss der Durstige und kümmert's ihn, ob die Quelle, die ihn tränkt, aus dem Bauche eines berges springt, der mit Gift angefüllt ist? Genug für ihn, wenn er nur ohne Schaden sein heisses Blut abkühlt. Dieser Heuchler missfiel dir, weil er deiner hohen Meinung, die du mir gerne aus gewissen Ursachen aufdrängen wolltest, nicht entsprach, und ich musste ihn auf deinen Befehl erwürgen. Sein unmündiger Sohn folgte ihm in der Regierung. Seine Vormünder drückten und pressten das unter dem Heuchler einst glückliche Volk, verdarben das Herz und den Geist des künftigen Regenten, entnervten früh seinen Körper durch Wollust, beherrschen ihn nun, da er mündig ist, und sind seine und des volkes Tyrannen. Hätt ich nicht auf deinen Befehl den Vater erwürgen müssen, so würde er seinen Sohn nach seinen grundsätzen erzogen, seine Fähigkeiten entwickelt und ihn zum mann gebildet haben, der würdig sei, an der Spitze eines volkes zu stehen. Die Hunderttausende, die nun unter dem Druck des feigen, tückischen Wollüstlings seufzen und deren Jammer sich auf deinem haupt sammelt, würden die Glücklichsten in Teutschland sein. Wohl uns, du hast ein ganzes Volk elend gemacht, da du dich zum Rächer eines Einzigen aufwarfst. Ernte ihre Tränen, ihre Verzweiflung, die blutigen Taten ihrer künftigen Empörung ein und freue dich deines strengen Richteramts!
Wahnsinniger, auf dein Geheiss musst ich das Schloss des wilden Rauhgrafs mit allen Bewohnern, seinem weib und dem