zurecht zu weisen suche, die von der Spitze ihres Mistaufens soviel zu übersehen glauben, als vom Gipfel des Blocksberges; die oft aus guter Meinung, oft aus Baurenstolz, oft aus Unverstand mit wirklicher Grösse des Charakters verbunden, in ihren armseligen vier Pfählen, und in dem Bezirk ihres Dörfleins den Monarchen machen, was im Grossen möglich ist, im Kleinen für möglich halten, auf dem schloss Lindenberg einen Staatsrat errichten, und in einem abzuspannenden Dörfchen das Indigenat einführen, ihr Geld zu Stiftungen und Anstalten vertändeln, wodurch in der Welt – das heisst hier: in dem Cirkel, der sie umgränzt, nichts gebessert wird, u.s.w. Man sah, dass er sich bemühe, in ein und anderm auffallenden Exempelchen zu zeigen, wie kläglich es einem mann von stand, Vermögen, und einiger Bedeutung stehe, wenn es in seinem Hirn so öde und leer ist, dass man seine liebe Not hat, ihm die fasslichsten Dinge begreiflich zu machen, u.s.w. Man sah, dass er es für ein ganz gutes Ding halte, Genie zu haben, obgleich er es sehr abgeschmackt finde, wenn Tölpel, Windflügel, Schwätzer und Hasen sich dünken, Genies zu sein; obgleich er spotte über die Buben, die ihre Büberei, über die Gecken, die ihren Wurm, über die Schmierer, die ihre platten Fratzen, über die Tappse, die ihre Eseleien, über die Händelecker, die ihre Hasenhaftigkeit für Züge des Genie geben, und über die Laffen, die, unbekannt mit den ersten Grundlinien irgend einer Disciplin, sich dem toleranten Publikum als Kunstrichter aufdringen, Schriftsteller, deren Superiorität sie fühlen, mit ihrem Geifer bespritzen, junge Leute, die oft nicht ohne Kopf und Talent sind, abschröcken, den noch nicht festen Leser irre führen, und zu urteilen glauben, wenn sie eigentlich nur mit ihren langen Ohren gewackelt haben. Man sah, dass er mit einigem Gewicht über dergleichen Gesindel herfiel, und, wer sich hellen Kopfs und reinen Herzens fühlte, der bedaurte nur, dass der Verfasser nicht schwerer wog oder wiegen wollte.
Alles das und mehr dergleichen Dinge, ganz erlaubt zu sagen, und für Tausende gar erbaulich zu lesen, fanden gescheute und redliche Leute in dem Büchlein, weil sie wirklich drinn standen. Und eben weil sie redlich waren, übten sie die Gerechtigkeit, die man jedem Schriftsteller schuldig ist, nichts in sein Buch zu legen, was er ganz augenscheinlich nicht hineingeleget hatte.
Ganz anders aber nahmen sich die Genies, das lüftige Völklein der Windmichel und Hasen, der kleine Visitator, der so viel von Italien erzählte, der grosse Torschreiber, der so gern französisch sprach, der liebe geistliche Herr, die Kreti und Pleti, und die trätschende Akademie der Wissenschaften im Schneidergildhause. Sie hatten nun das Büchlein nach Herzenslust begaffet, bekopfschüttelt, beachselzuckt, und mit ihren schmutzigen Fingern besudelt, auch sogar berandglosset, und nun war dieses ganze kopflose Häuflein Ein lebendiger Kommentar über mein armes Buch, das sich der Ehre nicht wert hielt noch versehen hatte. Es war ein natürliches Hexenfest in dem Oertlein. Jeder war geflissen, sein Schwefelhölzchen herbeizutragen, um den Scheiterhaufen zu vergrössern, den ich ruchloser Mann, dem nichts heilig ist, verdienet hatte. Und, ohne Ruhm zu melden, der liebe fette geistliche Herr machte die giftigsten Kommentarien unter allen, denn, seine Frau hatte ihm gesagt, und seine Amme hatte es bestättiget, mein Buch sei gar ein gottloser ehrenschänderischer Quark von einem buch.
Eine grosse, feiste, vierschrötige Excellenz glaubte sich in der person des Pommerschen Junkers wie in einem Spiegel zu sehen, und drang beim ehrbaren des Oertleins Rat ernstlich auf ein Verbot meines Buches.
ihr Excellenz erwiesen mir viel Gnade, dass Sie es nicht durch den unehrlichen Appendix der lieben Justiz verbrannt wissen wollten, und mich effigialiter dazu. – Ich bin sehr für Wörter, die sich in iter endigen. – Da ihr Excellenz freilich wohl zu allen Schwachheiten und Mängeln meines Freundes, des guten Siegfried, aufgelegt sein mögen, aber keine Spur seiner schönen Seele, seines grossen herrlichen Charakters, seines Stolzes, der bei aller Unwissenheit des Mannes edel genug ist, an sich haben: – überdem, da mein Freund keine grosse, feiste, vierschrötige Excellenz, sondern ein schöner, wohlgewachsener Mann, von schlankem Wuchs, sehr edler Stellung, und majestätischem Ansehen ist: so kann ich ihr Excellenz unmöglich die Ehre erwiesen haben, Dieselben zu schildern. So verschieden sind nicht Nachteule und Adler, als diese Excellenz und der Junker. Dünkt Dich das nicht auch, weiser Sultan?
Wo ein paar Leute einander in den Weg kamen, war es die erste Frage: "Haben Sie den Siegfried gelesen?" – Ja! – "Nun?" – Je nu! ich denke, schauts! unter allen hat er meinen Nachbar dort im Eckhause am besten getroffen. – "Schauts! mei Six! Aber das Peterl ist doch mit Haut und Haar der Hofrat **." – Das Peterl hm? Habs nit drinn abselvirt Das Peterl? das Pet .... Ah! nu bin ich dran. Meinen das Fixerl! ist es nit? Mei Blut! Nu Sie 's sagen, ist mir es wärli, als wenn ich den Hofrat leibhaftig vor mir hätt'! Das Buch muss hier im Städtel geschrieben sein, u.s.w.
So half immer ein Tapps dem andern auf die