und Inspektor zu Berlin. Gedruckt zu Berlin, in Langduodez. – Unter mehrern Gemeinden entstanden im Jahre 1781 die grössten Bewegungen, als man anstatt dieses schlechten Gesangbuchs ein vernünftigeres und folglich besseres einführen wollte. 28 Manchem eifrigen Gottesgelehrten mag es wohl nicht so anstössig sein als dem ehrlichen Sebaldus, dass die Seligen im Himmel die ewige Qual der Verdammten ganz geruhig, ohne Mitleid ansehen sollen. Zum Beispiel in M. Cyriacus Höfers "Kurzem und richtigem Himmelsweg", wie ein Kind in vierundzwanzig Stunden lernen kann, wie es soll der Höllen entgehen und ewig selig werden, in 735 fragen und Antworten, einem Katechismus, der im Kurfürstentume Sachsen und vielleicht auch in andern Provinzen in vielen schulen zur Unterweisung der Jugend gebraucht wird und der noch im Jahre 1797 zu Leipzig mit gnädigstem Privilegium gedruckt worden, findet man Seite 97 folgende fragen und Antworten: "Wenn du welche der Deinen würdest in der Hölle sehen, würde dir die Marter zu Herzen gehen, oder würde sie dir nicht zu Herzen gehen?" Antwort: "Sie würde mir nicht zu Herzen gehen." "Warum wird sie dir nicht zu Herzen gehen?" Gottes übereinstimmen wird." Solange wir noch solche Ungereimteiten durch unsere Katechismen in den schulen lehren, dürfen wir Voltairen nicht anklagen, der einem Kapuziner die Worte in den Mund legt: Et moi prédestiné, Je rirai bien quand vous serez damné. 29 Er soll, wie verschiedene Nachrichten bezeugen, den frommen Wunsch hinzugetan haben, dass ihnen, wenn das eiskalte Fieber ihre Glieder zerrüttete, weder bittre Essenz noch Kirchengebet helfen möchten; welchen Wunsch der Verfasser des Gedichts "Wilhelmine", der, nach Art der Dichter, wegen der genauen Bestimmung der zeiten und Personen wohl die ungedruckten Urkunden nicht eben mag nachgeschlagen haben, dem Sebaldus beilegt (s. "Wilhelmine", S. 97). Es ist aber um so unwahrscheinlicher, dass Sebaldus einen solchen Wunsch sollte getan haben, da aus sichern Nachrichten erhellet, er sei der Meinung gewesen, dass das Kirchengebet überhaupt keine Krankheiten lindere. 30 Haller hat schon das Wort Staunen für das französische "rêver" gebraucht. Wir haben kein anderes Wort dafür; denn Nachsinnen sagt zuviel, und In-Gedanken-Stehen ist weitschweifig. 31 Die sel. Feldmarschallin von Spaen setzte zuerst ein Kapital zu einer Freischule aus, die im Jahre 1699 eröffnet ward. Auch die folgenden Freischulen sind bloss durch Vermächtnisse und freiwillige Beiträge edelmütiger Wohltäter bestanden. Im Jahre 1797 wurden in denselben 1567 Kinder umsonst unterrichtet. 32 Im Jahre 1772 ist ein teil dieser Wiese bebauet worden, aber wenigstens ein kleiner teil der schönen Weidenbäume sind glücklicherweise stehengeblieben, von denen der Naturkundige Schreber sagt, dass er sie von solcher Höhe und Schönheit auf seinen Reisen noch nirgend gesehen habe. 33 Ein Buch in vier dicken Quartbänden. 34 Berlin ist vielleicht die einzige Stadt in der Welt, wo man auf den Einfall geraten ist, in Versen zu predigen. Verschiedene Prediger versuchten dies zu verschiedenen zeiten mit Beifall der Zuhörer, bis endlich durch einen ausdrücklichen Befehl des Oberkonsistoriums das Predigen in Versen verboten ward. 35 Diese harmlose Religionspartei unterscheidet sich rühmlich durch sehr ansehnliche Almosen (zuweilen von einigen tausend Talern), die sie gibt, und zwar mehrenteils so unbekannterweise, dass man die Geber nur mutmassen kann. 36 Fig. 1. 37 Fig. 2. 38 Matt. XXIII, 5. 39 Fig. 2. 40 Fig. 3. 41 Fig. 4. 42 Fig. 5. 43 Fig. 6. 44 Unter andern fanden in einer gewissen Kirche, in welcher wechselsweise luterisch, und reformiert gepredigt ward, beide Gemeinden Ursache, sich über diese Neuerung zu beklagen. Es war bisher die Gewohnheit gewesen, dass der Prediger, ehe er in die Sakristei trat, aussen neben der Tür derselben seinen Hut anhängte, woraus die Zuhörer gleich abnehmen konnaber der Hut seine symbolische Kraft verloren hatte, so konnten die irregemachten Kirchkinder nunmehr weiter an keinem Kennzeichen unterscheiden, ob die Predigt, die sie hörten, luterisch oder reformiert sei. 45 Fig. 7. 46 Fig. 8. 47 Diese Meinung des Sebaldus, welche von vielen eifrigen Gottesgelehrten als nach Ketzerei schmekkend verdammt werden möchte, hegte auch ein sehr verständiger und gottseliger Mann. Er sagt: "So ist es im Heidentume den Epikureern, und im Judentume den Sadducäern ergangen. Wobei mir ein öfters eingekommener Gedanke wieder einfällt: was doch die Ursache sein müsse, dass unser Heiland, der bei allen Gelegenheiten die Pharisäer so hart anlässet, weit gelinder mit den Sadducäern umgeht, die doch, weil sie die Auferstehung und ein anderes Leben, wo das Gute belohnt und das Böse bestraft wird, das Dasein der Geister, mitin auch gute und böse Engel leugneten, den Grund aller Religion umstiessen. Ich erinnere mich nicht, irgendwo etwas Gründliches darüber gelesen zu haben. Sollte vielleicht daraus zu schliessen sein, dass in Gottes Augen die Heuchelei, der geistliche Hochmut und der verstockte Aberglauben für grössere Fehler angesehen werden, als die blossen Irrtümer des Verstandes, wenn sie auch noch so wichtige Gegenstände betreffen?" (Siehe von Bünau. "Betrachtungen über die Religion", Leipzig 1769, in Oktav, 1. Buch, S. 90) 48 Wenn die Chronologie, welche in unserer wahren geschichte das Hauptwerk ist, nur auf irgendeine Art, sollte es auch durch eine Hypotese sein, sich vereinigen liesse, so würde im übrigen diese ganze Beschreibung vollkommen auf