circumspiciens, vel sic a n i m o s u o v a g o s a t i s f a c e r e t . Ekkeh. casus S. Galli c. 3. Pertz, Mon. II, 99. 112 Den Haken hatte sie. Kam vor kurzem ein schriftgelehrter Sohn der grünen Erin in die Bücherei des heiligen Gall, sich seines frommen Vorfahren Werk genau zu besehen und abzuschreiben. Da reichten sie ihm den in schwarzen Samt gebundenen Kodex des Priscianus und er hub die Arbeit an; bald aber tönte ein verhaltenes lachen zu den Bücherbewahrern im grossen Saal, und wie sie herüberkamen, verdeutschte ihnen der Rektor von Dublin die irischen Glossen zum Latein, wie folgt:
Gottlob es wird schon dunkel!
Heiliger Patrik von Armagh, erlöse mich von der Schreiberei!
O dass mir ein Glas alten Weines zur Seite stünde usw.
Das war Moengals Übersetzungswerk! 113 Der Wachtelruf scheint den Ohren mittelalterlicher Weidmänner etwas anders geklungen zu haben Mönch von Sankt Gallen ("... quakaras etiam et alia volatilia" gesta Karoli I, bei Pertz II, 739) anstatt des klassischen coturnix die Wachtel selbst bezeichnet, soll offenbar den Eindruck des Wachtelschlags wiedergeben. Dieser brave Schriftsteller, in welchem die Nachwelt einen Mitbegründer des Jägerlateins zu verehren hat, mag übrigens den Wachteln und "dem andern Geflügel" auf eigenen Weidmannszügen ebenso oft nachgezogen sein als irgendein Autor späterer Tage. In Glossen sanktgallischer Handschriften wird indes die Wachtel auch quasquila und quatala benannt. S. Hattemer, Denkmale etc. I, 246 u.a. 114 Nicht ohne Grund. Herr Luitfried drang damals mit gezücktem Schwert unter Schmähreden auf den Bischof ein; nachdem ihn seine Oheime zurückgehalten und Rates gepflogen, was mit dem Gefangenen beginnen, stimmte er dafür, ihm entweder die Augen auszustechen oder die rechte Hand abzuhauen. Auf dem Weg zur Tietpoldsburg zwang man den Kirchenfürsten, etlichen herbeigelaufenen Schweinehirten die Füsse zu küssen usw. 115 ... paratur citissime lavacrum, ut pulvere et lassitudinis tergeretur sudore. Ekk. IV. casus S. Galli c. 1. Pertz Mon. II, 86. 116 Commoditas talentum valet! (alter geistlicher 117 ... Duellium die condicto cum aegre exspectatus veniret, ultra quam ipse vellet susceptum in conclave suo proximum, suum ut ipsa ait, manu duxit magistrum. Ibi nocte et die cum familiari aliqua intrare solebat ad legendum pedissequa, foribus tamen semper apertis, ut, si quis etiam ausus quid esset, nihil quod diceret, sinistrum haberet. Illic quoque crebro ambos ministri et milites, principes etiam terrae, lectioni aut consiliis invenerunt agentes. Ekkeh. casus S. Galli c. 10, bei Pertz Mon. II, 123. 118 S. Grimm, Deutsche Rechtsaltertümer, 1. Aufl., p. 339. 119 S. Grimm, Deutsche Mytologie, 3. Ausg., p. 695. 120 ... "vasque magnum, quod vulgo cupam vocant, quod viginti et sex modios amplius minusve capiebat, cerevisia plenum in medio habebant positum." Vita S. Columbani. 121 Ausonius Idyll. 7. 122 Das alemannisch-schwäbische Heidentum beruhte auf einem einfachen Kultus der natur. "Sie verehren Bäume, Wasserströme, Hügel und Bergschluchten. Pferden, Rindern und vielen andern Tieren schneiden sie das Haupt vom Rumpf und bringen sie diesen als Schlachtopfer dar", so schreibt der Grieche Agatias im sechsten Jahrhundert von den Alemannen im Gegensatz zu den christlichen Franken. "Betet keine Götzen an, weder an Felsen noch an Bäumen, weder an abgelegenen Orten noch an Quellen, auch nicht auf Kreuzwegen bringet eure Anbetung und eure Gelübde dar", predigt der heilige Pirminius, Stifter der Reichenau, zwei Jahrhunderte später. Wer da weiss, mit welcher Zähigkeit der Bauer in seiner Sitte die Überlieferung altersgrauer Vergangenheit bewahrt, und wie noch manche seiner heutigen Bräuche an die Opfer des Heidentums gemahnen, den wird es nicht befremden, im zehnten Jahrhundert noch auf nächtliche biertrinkende Konventikel zu stossen, die sich von denen zu des heiligen Columban zeiten wenig oder gar nicht unterscheiden. Ob übrigens eine in ähnlichen Formen, wie die hier beschriebenen, sich bewegende Sitte des gemeinschaftlichen Trinkens auf den deutschen Hochschulen, die unter dem Namen "einen Salamander reiben" bekannt, aber von niemanden erklärt ist, nicht auch einen Anklang an alteidnische Trankopfer entalte, bleibe dahingestellt, wiewohl die Wissenschaft darüber einig ist, dass "durch die religiöse Bedeutung des Trinkens ein überraschender Zusammenhang in mehrere andere Gebräuche kommt". 123 Die Steinbrüche am sog. Schienemer Berg, wie die im benachbarten Öningen sind später berühmt geworden durch ihre Petrefakten, insbesondere durch die seltenen Überreste von Vögeln. Bekanntlich ward dort auch das Gebein eines riesenmässigen Salamanders aufgegraben, in welchem der gelehrte Naturforscher Scheuchzer (1726) einen fossilen Menschen erkannte, bis dass Cuvier die wahre Organisation dieses "Zeugen der Sündflut" nachwies. Vgl. Burmeister, geschichte der Schöpfung, 5. Aufl., p. 518. 124 Vita Sancti Galli lib. I, bei Pertz, Monum. II, 7. 125 Die Herzogin teilt hier dieselben Grundsätze zweckmässiger Bekehrungspolitik, die der Papst Gregor der Grosse seinerzeit in einem Schreiben an den Abt Mellitus und den Erzbischof Augustinus von England ausgesprochen. "Saget dem Augustinus", heisst es dort, "zu welcher Überzeugung ich nach langer Betrachtung über die Bekehrung der Engländer gekommen bin: dass man nämlich die Götzenkirchen bei jenem Volk ja nicht zerstören,