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Denkmale etc. II, 159. 22 "Den ganzen Kreis des Wissens am Schluss des 9ten Jahrhunderts vergegenwärtigt uns das in Sankt Gallen aus der Schule Isos hervorgegangene, gemeiniglich nach dem Abtbischof Salomo III. von Konstanz genannte enzyklopädische Wörterbuch (glossae Salomonis) in lateinischer Sprache." Es gibt zwar manches aus dem Schatze der alten Lexikographen, namentlich aus Isidorus, wörtlich wieder, entält aber doch auch viele Eigentümlichkeiten zur Erläuterung damaliger Weltansichten und Verhältnisse und führt dabei die Mangelhaftigkeit der damaligen Kenntnisse und Begriffsbestimmungen vor Augen. Stälin, Wirtemberg. geschichte, Bd. I, p. 405. Die von Sindolt erwähnte Glosse lautet: Rabulum = tincman. qui semper vult ad unam quamque rem disputare. Sicut Ratolt facit. Es war nicht ungewöhnlich, dass die von ihrer Ordensregel so vielfach zum Schweigen veranlassten Mönche einem verhaltenen Groll durch Einträge in die Handschriften und Bücher Luft machten. So ist auf dem letzten Blatt des Codex 176 ein grosses Geschirr abgebildet, daneben mehrere gröbliche Hexameter wider den Klostergeistlichen Grimoald geschrieben sind, z.B.:

schöpfen,

Möge sein Inhalt sofort sich in Säure des Essigs ver

wandeln

Und ein unendlicher Husten samt brennendem Durst

dir beschert sein!"

Vergl. Hattemer, Denkmale I, 412. Die Schmähverse des Schotten Dubduin sind mitgeteilt bei Ildefons v. Arx, Berichtigungen und Zusätze zur geschichte des Kantons Sankt Gallen, p. 20, not. d. 23 Über Sintram, den fleissigen Schreibekünstler, vergl. Ekkeh. IV. casus S. Galli c. I, bei Pertz Monum. II, 89. 24 Eine ganz ähnliche Kur mit Umschlag einer frisch abgezogenen Wolfshaut und Einreibung des Gehirns eines indischen Fisches schlägt in dem seltsamen lateinischen Gedicht Ecbasis captivi v. 495 u. ff. der Fuchs dem kranken König Löwen zur Stillung des Fiebers vor. S. Grimm und Schmeller, Latein. Gedichte des X. Jahrh., p. 259. 25 mulieres ille et mala arborum naturali sibi quodam odio adeo execratus est, ut, ubi in itinere utrumvis inveniret, mansionem facere nollet. Ekkeh. IV. casus S. Galli c. 4 bei Pertz Mon. II, 104. 26 S.J.v. Arx, Berichtigungen und Zusätze etc., p. 26. 27 S. vita Wiboradae, auctore Hartmanno in den acta Sanctorum. Mai. tom. I, p. 288. 28 Et quoniam hic locum aptum puto de E k k e h a r d o . . . rem arduam aggredior; q u o n i a m cum tales viri aut nulli aut nunc r a r i s s i m i s i n t , discredi mihi vereor. Erat hic facie adeo decorus, ut inspicientes, sicut Josephus de Moyse scribit, gratia sui detineret. Statura procerus, forti assimilas, equaliter grossus, oculis fulgurosus; ut quidam ad Augustum ait: Quia fulmen oculorum tuorum ferre non possum. Sapientia et eloquentia, maxime autem consiliis, nemini id temporis postponendus. In aetate florida gloriae, ut talis facturae vir, humilitate proximior, sed postea non ita; quia disciplina, cum qua nihil unquam participii superbia habuit, in ipso erat spectaculo digna. Doctor prosper et asper. Nam cum apud S. Gallum ambas scolas suas teneret, nemo praeter exiles pusiones quicquam alteri nisi latine ausus est proloqui etc. Ekkeh. IV casus S. Galli c. 10 bei Pertz Monum. II, 122. 29 ... saepe juniori Dominus revelat, quod melius est! Regula S. Benedicti c. 3. 30 ... melius claudicare reges quam regna. 31 Nemini unquam, ait, Benedicti cuculla decentius insederat! Ekkeh. casus S. Galli c. 10. 32 Sankt Gallen war wegen der genauen Beobachtung klösterlicher Ordnung und dem tugendhaften Lebenswandel seiner Glieder besonders gerühmt. Daher galt es für eine grosse Ehre, in die Zahl der Verbrüdertenfratres conscriptiaufgenommen zu werden, zumal da man so das Verdienst frommer Übungen erwarb, ohne sie doch wirklich mitzumachen. Manche liessen sich deswegen vieles kosten. Das Verzeichnis der fratres conscripti ist noch vorhanden. Es stehen darin Kaiser, Könige von Deutschland, England, Frankreich, Prinzessinnen, Bischöfe und Grafen. Ildef. v. Arx, geschichte des Kantons Sankt Gallen I, 181. 33 Vidi egomet comites aliosque potentes, loci quoque milites, festis diebus crucem nobiscum sequendo, juvenes et senes quosdam ad cingulum barbatos monachicis indutos roccis nobiscum, quaqua ivimus, ingredi. Ekkeh. IV. casus S. Galli c. 16. 34 ... will er zu nacht aber da buliben, so soll ieklich schuppose, die in den hof hoeret, geben ein hun usw. Grimm, Weistümer I, 1. 35 ... canem seucem, quem "l e i t i h u n d " vocant ... seucem, qui in ligamine vestigium tenet, quem " s p u r i h u n t " dicunt ... Canem, quem " b i b a r h u n t " vocant, qui sub terra venatur. Lex Baiuvarior. tit. 19 de canibus. S. auch Lex Alamannor. tit. 83 de canibus. 36 "Der heber gât in∪lîtun

er trégit sper in∪sîtun

sîn báld éllin

ne lâzet in uéllin.

Imo sint fûoze

fûodermâze,

imo sint búrste

ébenhô fórste.

únde zéne sîne

zvvélifélnîge."

Dies ehrwürdig alte