un immense labyrinte de rues sales tortueuses et larges de six pieds. Ces rues son bordées alternativement de superbes hôtels et de miserables chaumières pleines de boue et de fumier. Les habitans y sont moitié très riches, et l'autre moitié misérables à l'excès; mais ils sont tous également gueux par leur manière de vivre, la plus vile et la plus crasseuse qu'on puisse imaginer. Les femmes sont divisées en deux classes: les Dames qui passent la matinée à s'enluminer, l'après-midi au Pharaon, et la nuit à la debauche, à la difference des bourgeoises, qui n'ont d'occupation que la dernière. – Vous savez, sans doute, quels égards on a en Italie pour les Huguenots, et pour les Juifs en Espagne; c'est comme on traite les Etrangers ici; on les regarde précisément comme une espèce d'animaux faits exprès pour être pillés, volés, assommés au bout, s'ils avoient l'impertinence de le trouver mauvais. – – Ich bat um erlaubnis, die Stelle abzuschreiben. Mit bitterem Vergnügen las er sie mir zur Uebertragung in meine Schreibtafel noch einmal vor – warf den Brief, unter einem Schlag seiner flachen Hand, auf den Tisch, und – "Ich Tor," rief er, "konnte diesem abschrekkenden Gemälde zum Trotz mich doch verführen lassen, das verrufene Original jenseits des Meers aufzusuchen. Vier verdammte Wochen verschlucke ich nun schon diese mephitische Luft, gegen die unser Kohlendampf Wohlgeruch ist – habe schon sechs solcher Todtenmahle, als das heutige – die der menschenfreundliche Prosektor mir als Arzneien verordnete, beigewohnt. Länger aber will ich sein Narr nicht sein. Au contraire: bin ich nun einmal verdammt, mich dem Drucke des Lebens Preis zu geben, so sei es wenigstens in meinem vaterland. Doch es ist Zeit, dass jeder sein Bette suche. – Holla – leuchtet dem Herrn! – Schlafen Sie wohl!"
Der Kopf schwindelte mir bis in die Chinawurzel. Ein dunkles, schmerzhaftes Gefühl beklemmte mir die Brust. Nach genauer Untersuchung fand sich, dass es nichts als zärtlicher Kummer war, den ich für das unschuldig verläumdete schöne Mädchen empfand – denn an die Wahrheit einer so hässlichen Nachricht war mir nicht möglich zu glauben. Der morgende Tag soll mir die Sache klar machen. Ich habe überhaupt nicht leicht einem mit grösserem Verlangen entgegen gesehen – denn ich gehe mit der frohen Aussicht zu Bette, ihn in der Gesellschaft eines Mannes hinzubringen, dessen liebenswürdiger Charakter mich von Jugend auf an sich gezogen hat. – Und hätte ich nichts als seine Visitenkarte neben einem Haufen anderer, in dem Zimmer des Doktors, unter dem Spiegel entdeckt, so würde ich mein Souper nicht für zu teuer halten. Solltest Du von dem muntern, launigen Kammerherrn * * * nichts gehört haben? der die schläfrigste Gesellschaft, in die er tritt, schon durch seine Gegenwart aufheitert? – Dieser ist's, von dem ich spreche; er war der Freund meiner älteren und mein Pate. So lange ich Kind war, vergass er nie, mir Konfekt von der fürstlichen Tafel mitzubringen, und in meinem dreizehnten Jahre wollte er mich dem Herzoge zum Pagen empfehlen, aber mein Vater, der damals noch nicht an meiner Erziehung verzweifelte, verbat es. Was er dagegen vorbrachte, liess sich zwar hören; aber der Kammerherr behielt nach meinen Gedanken dennoch Recht. Er wusste die Vorzüge eines Hofmanns gar zu hübsch aus einander zu setzen. Kurz nachher brachte mich ein Erbgut, das meiner Mutter zufiel, ins Preussische. Der Kammerherr schrieb mir noch ein paarmal: aber nach und nach – wie das so geht – verloren wir einander aus dem gesicht. Für ein paar fühlende Seelen geht doch nichts über die Freude des Wiedersehens. Meine Apoteose muss Bastianen sehr angegriffen haben. Ich fand ihn so tief eingeschlafen, dass er nicht zu ermuntern ist. Zum Glück kann ich noch ohne hülfe ins Bette steigen!
Montpellier den 28sten Februar.
"Lass es mit deiner Dramaturgie gut sein, Bastian! Ich habe in meinem Leben keine ausstehen können, am wenigsten heute, wo mir wichtigere Dinge durch den Kopf gehen, als der Effekt, den meine Puppe auf dem Teater gemacht hat." Nach dieser ernsten Erklärung, die ihm auf einmal das Maul stopfte, musste er mir den Wirt rufen, während ich aufstand. Denn ich wäre den ganzen Tag nicht ruhig geworden, wenn ich nicht Auskunft über die Mordgeschichte von gestern erhalten hätte. Jetzt habe ich sie auf das ausführlichste, und weiss nun nicht, wie ich die Hitze verblasen soll, in die sie mich gesetzt hat. Ja, Eduard, ich schwöre Dir zu – besäss' ich die Gabe der Beredtsamkeit, ich wollte sie nur zu einem einzigen Texte anwenden. – Dürfte ich als geistlicher Redner von der Kanzel donnern, und berechtigt sein, Aufmerksamkeit von meinen Zuhörern zu fordern – ich wollte nicht über die Gnade Gottes – nicht länger über die Wiedergeburt, nicht über die Dreieinigkeit, sondern Jahr aus Jahr ein über die menschliche Grausamkeit der Verläumdung predigen, und vergnügt in das Grab steigen, wenn ich nur diess einzige Laster aus meiner Gemeine verbannt hätte. Ich würde es bei meinem Predigen machen, wie der Stifter unserer Religion, der in keinem alten Konkordienbuche erst nach Beweisstellen forschte, um ein in Schwange gehendes Verbrechen zu richten. Er griff in das gemeine Leben, und erdrückte die Natter