, ich gebe den Ton an, die andern werden schon einstimmen. Absolution für jede von einem Priester begangne H – i, er begehe sie, mit wem er wolle, mit einer Nonne ausser oder in dem Bezirke des Klosters, mit seiner Blutsseitenverwandtin oder seiner geistlichen Tochter. Mit Dispensation, alle Ämter der Kirche zu verwalten und neue Benefizien erhalten zu können, so er an den päpstlichen Schatz neun Goldgulden bezahlt.
PAPST: Gut! gut! Schreibt flugs neun Goldgulden, Bischof, und trinkt den Priestern, die sie bezahlen, Absolution zu.
Jeder Gast füllte sein Glas, und man schrie Chorus: "Absolutio! Dispensatio!"
PAPST: Ich sehe wohl, ich muss den andern Mut machen. Sie sehen diesen Augenblick mehr nach den Nonnen als auf meinen Vorteil. Bischof Ferara schreibt! Für die feinre Sodomie zwölf Goldgulden, für die gröbere funfzehen, er sei Laie oder Priester. Mit diesem Artikel allein hoffe ich meine Kavallerie zu unterhalten, und ich sehe voraus, dass mir ein grosser teil ihres Soldes zurückkommen wird.
CHORUS: Absolutio! Dispensatio den feinern und gröbern Sodomiten!
NONNE: He, was ist denn das? will sich niemand unsrer annehmen? Heiliger Vater, haben wir allein kein Recht auf Eure väterliche Gnade? Ich bitte Euch, lasst uns taxieren, dass auch wir in Ruhe sündigen mögen.
ALEXANDER: Recht, meine Tochter, und ihr sollt nicht schlechter gehalten werden wie die Priester. Schreibt, Bischof! Absolution für jede Nonne, die H – i treibt, es sei, mit wem sie wolle, mit ihrem Bruder, Blutsverwandten oder Beichtvater ausser oder in dem Bezirke ihres Klosters, mit Dispensationen, allen Würden des Klosters vorzustehen, neun Goldgulden. Bist du zufrieden?
Das Nönnchen küsste ihm die Hand.
CHORUS: Absolutio! Dispensatio!
EIN BISCHOF: Nun dann! Absolution und Dispensation jedem Priester, der eine Beischläferin öffentlich unterhält, fünf Goldgulden.
LUCRETIA: O der gemeinen alltäglichen Menschen! Hört auf mich! Absolution jedem Christen, der seine Mutter, Schwester oder sonstige Verwandtin beschläft, funfzehen Goldgulden.
CHORUS: Absolutio! Dispensatio!
FAUST den die ganze Szene wegen des Teufels entsetzlich ärgerte, der aber doch dem Borgia eins versetzen wollte: Absolution jedem Vater-, Bruder-, Mutter- und Schwestermörder, für drei Goldgulden.
PAPST: Ho ho, Freund, wo wollt Ihr hinaus, dass Ihr den Mord geringer anschlagt als H – i, da doch der erste die Menschen aus der Welt treibt und die letzte sie hinein?
CÄSAR BORGIA: Heiliger Vater, er will durch einen hohen Preis nicht von der Sünde des Mords abschrecken.
PAPST: Lasst es durchgehen.
TEUFEL: Cautela, ihr Herren! Aller gemeldeten Absolutionen und Dispensationen sind die Armen unfähig, sie sind des süssen Trosts der Kirche unwürdig und ohne Rettung verdammt. Ist es so nach eurem Sinne?
CHORUS unter starkem Gelächter: Verdammt sei alles, was kein Geld hat! Die Armen fahren ohne Trost der Kirche zur Hölle!
CÄSAR BORGIA: Weiter, ich eröffne eine ergiebige Quelle! Wer stiehlt, und sei es auch Kirchenraub, dessen Seele kann gelöst werden, so er der päpstlichen kammer drei Teile vom Diebstahl abgibt.
CHORUS: Absolution den Kirchenräubern und allen Dieben, die mit dem päpstlichen Stuhl das Geraubte teilen!
PAPST: Du öffnest eine reiche Mine, Cäsar! schreibt Bischof! Es geht vortrefflich!
FAUST: Wohlauf, ihr Herren! Absolution für jeden, der Zauberei treibt und mit dem Teufel ein Bündnis macht. Wie hoch taxiert ihr den Fall?
PAPST: Mein Sohn, hiermit wirst du den päpstlichen Stuhl nicht bereichern. Der Teufel versteht seinen Vorteil nicht, man ruft ihn umsonst.
FAUST: Heiliger Vater, malt ihn nicht an die Wand und schlagt nur immer an.
PAPST: Um der Seltenheit willen hundert Goldgulden.
FAUST: Hier sind sie, im Fall es mir gelänge, fertigt mir die Absolution aus und singt Chorus.
CHORUS: Absolution dem, der mit dem Teufel ein Bündnis macht. Der Bischof Ferara schrieb.
EINE ANDRE NONNE: Herr Bischof, da Ihr doch eben am Schreiben der Absolution für den Teufelsbanner seid, so fertigt mir auch eine Schrift, Ihr wisst schon für was, aus; hier ist mein Rosenkranz, er ist funfzehn Goldgulden wert, und ich behalte noch etwas Absolution übrig.
Ferara schrieb, und der Papst unterzeichnete.
TEUFEL: Glaubt denn Ew. Heiligkeit, dass der Satan des Fetzen Papiers achten wird?
Der Grossinquisitor zog seine Hand aus dem Busen einer Äbtissin und schrie mit lallender Zunge:
"Wa-was ist das? Ich rieche Ketzerei! Wer ist der Ateist, der diesen Frevel gesprochen hat?"
Der Papst drückte dem Teufel den Zeigefinger leise auf den Mund und sagte: "Kavalier, dieses sind Staatsgeheimnisse! berühre sie nicht, denn ich darf selbst dich nicht retten, wenn der päpstliche Stuhl bestehen soll."
Um dem Papst den Hof zu machen und das Gewissen zu beruhigen, öffnete jeder der Anwesenden seinen Beutel. Ferara rief noch einige Schreiber, man fertigte ihnen die Absolution aus, und jeder griff nach einem Gegenstand, um den übrigen teil der Nacht Gebrauch davon zu machen. Nie wurden Sünden mit ruhigerm Herzen begangen.
Ferara von Modena schrieb diesen Tarif den folgenden Morgen ins Reine, übergab ihn der Presse8 und liess ihn in der Stille in der Christenheit herumlaufen.
16.
Cäsar Borgia vergass des Worts nicht, das