die Tronfolge befestiget, und erfreute sich, dass hierdurch so vieles Uebel abgewandt wurde. Ein einziges Leben rettet in diesem Falle das Leben von Millionen, und wendet von ganzen Reichen die Zerrüttung ab.
Ein unglücklicher Zufall beschleunigte den Bruch mit den Osmannen. Machmud hatte die Sultane von Karamanien bekriegt, sie geschlagen, und sich ihrer Länder bemächtigt. Einer von ihnen, Pir Hamet, entfloh, und suchte Schutz beim grossmütigen Usong.
Der alles vor sich niederfallen zu sehen gewöhnte Machmud foderte durch einen Kriegsbedienten den unglücklichen Fürsten ab, und der trotzige Osmann liess sich einige Drohworte entfallen.
Der siegreiche Usong fühlte die Unwürdigkeit dieser Begegnung: der Truchmen, sagte er gegen seine Grossen, bleibt allemal ein Viehhirte, wie zu Timurs26 zeiten. Ihn verhöhnte, dass ein Fürst, dessen Voreltern vor zwei Jahrhunderten in den Gefilden von Turkestan von der Viehzucht gelebt hatten, und durch Untreu und Meineid auf den Fürstentron gestiegen waren, dem Enkel des Tschengis trotzen sollte, dessen Ahnen sich in die Dunkelheit der ersten zeiten der Welt verlohren. Aber Usong war ein Weiser, und liebte sein Volk. Er schickte einen Gesandten an den Machmud, und liess ihm vorstellen, die Pforte des Kaisers der Perser sei die Zuflucht der Welt, und seine Ehre lasse ihm nicht zu, denjenigen zum tod auszuliefern, der günstig genug von ihm gedacht hätte, Schutz bei ihm zu suchen. Der Kaiser erbot sich sonst zum Frieden, und zur Freundschaft, mit dem Sultane der Osmannen. Er bat, Machmud möchte Karamanien und Trapezunt verschonen, und kostbare Geschenke begleiteten die Bitte.
Die Antwort des durch das Glück verwöhnten Machmuds war rauh: er könne denjenigen nicht für seinen Freund ansehen, der seine Feinde beherbergete. Er rückte mit vieler Bitterkeit dem Kaiser seinen Bund mit den ungläubigen Nazarenern vor, die auszurotten Usong dem Sultan billig behülflich sein sollte. Er fuhr fort, Karamanien zu verwüsten, er bemächtigte sich des reichen Tocats, und die osmannischen Völker verschonten der angränzenden Kurden, und des Teiles von Armenien nicht, der unter Persien stunde: der Pascha von Amasia rückte auch in die land des Kaisers von Trapezunt ein.
Eine grosse Gesandschaft kann indessen von Venedig. Der Botschafter schloss mit dem Kaiser einen engen Bund; er versprach im Namen seiner herrschaft, die venetianische Flotte sollte sich auf den Küsten von Karamanien zeigen, die Seestädte angreifen, und den Sultan nötigen, seine Macht zu teilen: es sollten auch diejenigen Kriegsnotwendigkeiten nach Persien geschickt werden, die dieses Reich selbst nicht erzeugte.
Der unbeständige Hof von Aegypten wollte sich durch keine Vorstellungen aufwecken lassen, und liess sich nicht bewegen, der allgemeinen Gefahr zu steuren, eh dass sie unwiderstehbar würde: die nazarenischen Fürsten blieben auch bei ihrer Gewohnheit, die wichtigsten Angelegenheiten zu versäumen, und über kleinen Vergrösserungen die allgemeine Sicherheit von Europa zu verabsäumen.
Usong sah die Schwierigkeiten und Gefahren dieses Krieges vor. Schon hatte Machmud seinen Sohn, den jungen Bajazid, mit einem alten und versuchten Feldherrn, und mit einem auserlesenen Heere, nach Karamanien abgeschickt. Er selbst folgte nach, und mit ihm die ganze Kriegsmacht, die in Europa gelegen war, und die den Kern seiner Heere ausmachte. Denn die Bosnier, die Bergleute, die zwischen Ungarn und Griechenland leben, die Epiroten, die Macedonier, sind, wie ihr Land und ihr Himmel, härter, als die Einwohner des mildern Asiens. Machmud brachte auch eine grosse Macht der im Feuer geübten Jenjitscheri, und ein zahlreiches grobes Geschütz mit sich. Seine Kriegsvölker hatten seit vielen Jahren keinen Frieden gekannt, und die Gefahr und die Mühseligkeiten waren ihnen zur natur geworden: ihre beständigen Siege hatten ihnen auch den Mut erhöhet, sie sahen sich für unüberwindlich an, weil sie noch immer überwunden hatten. Machmud war auch bei aller der Härte seines Gemütes, ein versuchter und kühner Feldherr, und sein Geist war durch die Wissenschaften viel aufgeklärter worden, als die ihm gehässigen Abendländer eingestehen. Sein Ehrgeitz, und seine Liebe zum Kriege, waren freilich Fehler an ihm, die aber selber zum Siege führten.
Der Kaiser von Persien hatte den Osmannen seine Kurden entgegen zu setzen, eine versuchte und abgehärtete Reuterei. Seine Georgier waren auch die besten Völker zu Pferd, die Asien kannte, aber sie waren nicht zahlreich. Die persische Landmacht hatte selten den Krieg gesehen, und Usong konnte von ihnen die Standhaftigkeit alter Kriegsleute nicht hoffen. Die grösste Ungleichheit war in den Waffen. Zu Pferd, und mit dem Säbel in der Faust, hofte Usong die Oberhand zu behaupten, und ein Perser hielt sich für besser, als zwei Osmannen. Aber Persien hatte so wenig Fussvolk, dass der Kaiser nicht einsah, wie er der gedrungenen Phalanx der Jenjitscheri widerstehen würde: noch weniger konnte er diesen stolzen Siegern ein gleiches Feuer entgegen setzen, und bei dem groben Geschütze war weder die Zahl, noch die Uebung der Perser, den Osmannen zu vergleichen.
Nichts blieb dem weisen Usong übrig, als er selbst. Er versprach sich durch einen klugen Gebrauch seiner Kräfte, und durch die vollkommene Liebe seines Volkes, den Osmannen das Vorrücken, den Unterhalt, und den Krieg so sehr zu erschweren, dass sie in einer von der Hauptstadt ihres Reichs so entlegenen Landschaft nicht lang die unendlichen Unbequemlichkeiten würden aushalten können, die er ihnen zubereitete. Er kannte dabei die Osmannen, die wütende Anfälle wagen, aber die Standhaftigkeit eines Feindes zu bezwingen leicht müde werden.
Der erste Feldzug geschah durch die leichte Reuterei, die er dem feurigen Pir