All_Enlightenment_71.txt

in so fern sie sich der Leitung eines blinden oder unsichtbaren (wie jener pommersche Katechismusschüler seinem Landpfarrer entgegen brüllte) Vormundes und Führers überläst. Dieser ist der eigentl. Mann des Todes. Worinn besteht nun das Unvermögen oder die Schuld des

fälschlich anklagten unmündigen? In seiner eigenen Faulheit und Feigheit? Nein, in der Blindheit seines Vormundes, der sich für sehend ausgiebt, und eben deshalb alle Schuld verantworten muss.

Mit was für Gewissen kann ein Raisonneur u Speculant hinter den Ofen und in der Schlafmütze den Unmündigen ihre Feigheit vorwerfen, wenn ihr blinder Vormund ein wohldisciplinirtes zahlreiches Heer zum Bürgen, seiner Infallibilität und Ortodoxie hat. Wie kann man über die Faulheit solcher unmündigen spotten, wenn ihr aufgeklärter und selbstdenkender Vormund, wofür ihn der eximirte Maulaffe des ganzen Schauspiels erklärt, sie nicht einmal für Maschinen, sondern für blosse Schatten seiner .Riesengrösse ansieht, vor denen er sich gar nicht fürchten darf, weil es seine dienstbaren Geister und die einzigen sind, deren Dasein er glaubt.

kommt es also nicht auf einerlei heraus: glaube exercir zahl, wenn dich der T.. nicht holen soll. Ist es nicht Sottise des trois parts? und welche ist die gröste und schwerste? Eine Armee von pfaffen oder von Schergen, Büttelknechten und Beutelschneidern? Nach dem befremdlichen unerwarteten Gange menschlicher Dinge, wornach fast alles im Grossen paradox ist, komt mir Glauben schwerer vor [als] Berge versetzen, Evolutionen u Exercitia machen -und die Liquidation mit unmündigen, donec reddant nouissimum quadrantem

Die Aufklärung unsers Jahrhunderts ist also ein blosses Nordlicht, aus dem sich kein kosmopolitischer Chiliasmus als in der Schlafmütze u hinter dem Ofen wahrsagen läst. Alles Geschwätz und Raisonniren der eximirten Unmündigen, die sich zu Vormünder der selbst unmündigen aber mit couteaux de chasse und Dolchen versehnen Vormünder aufwerfen, ein kaltes unfruchtbares Mondlicht ohne Aufklärung für den faulen Verstand und ohne Wärme für den feigen Willen -und die ganze Beantwortung der aufgeworfnen Frage eine blinde Illumination für jeden unmündigen, der im Mittage wandelt. Geschrieben den heil. Abend des vierten und letzten Advent Sontags 84 entre chien et loup.

von des Clarissimi Domini Politici und Morczinimastix gebundenen und seiner ex-und esoterischen Freiheit entschlagenen, von. Poeten und Statistikern verkannten Magus in telonio. Auch in der Dunkelheit giebts göttlich schöne Pflichten Und unbemerkt sie tun -

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Matt. XI. 11.

N.S.

Meine Verklärung der Kantschen Erklärung läuft also darauf hinaus, dass wahre Aufklärung in einem Ausgange des unmündigen Menschen aus einer aller höchst selbst verschuldeten Vormundschaft bestehe. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang -und diese Weisheit macht uns feig zu lügen und faul zu dichten -desto mutiger gegen Vormündschaft bestehe. Die Furcht des Herren ist der Weisheit Angfang- und diese Weisheit macht uns feig zu lügen und faul zu dichten- desto mütiger gegen Vormünder der, die höchstens den Leib tödten und den Beutel aussaugen können -desto barmherziger gegen unsere unmündige Mitbrüder und fruchtbarer an guten Werken der Unsterblichkeit. Die Distinction zwischen dem öffentl. und privat Dienst der Vernunft ist so komisch als Flögels seine in Beund Verlachenswürdige. Freilich komt es darauf an die beiden Naturen eines Unmündigen u Vormunds zu vereinigen, aber beide zu sich selbst widersprechenden Hypokriten zu machen, ist kein arcanum das erst gepredigt werden darf; sondern hier liegt eben der Knoten der ganzen politischen Aufgabe. Was hilft mir das Feierkleid der Freiheit, wenn ich daheim im Sclavenkittel. Gehört Platon auch zum schönen Geschlecht -das er wie ein alter Hagestoltzer verläumdt. Die Weiber sollten schweigen in der Gemeine -und si tacuissent, philosophi mansissent. Daheim (i. e. auf dem Kateder und auf der Bühne und auf der. Kanzel) mögen sie plaudern nach Herzenslust. Da reden sie als Vormünder, und müssen alles vergessen u allem widersprechen, sobald sie in ihre eigene selbstverschuldete Unmündigkeit dem Staat Schaarwerk tun sollen. Also der öffentl. Gebrauch. der Vernunft u Freiheit ist nichts als ein Nachtisch, ein geiler Nachtisch. Der Privatgebrauch ist das tägl. Brodt, das wir für jenen entbehren sollen. Die selbst verschuldete Unmündigkeit ist ein ebenso schiefes .Maul, als er dem ganzen schönen Geschlecht macht, und das. meine 3 Töchter nicht auf sich sitzen lassen werden. Anch'io sono tutore! und kein Maul- noch Lohndiener eines Obervogts -sondern halt es mit der unmündigen Unschuld. Amen!

Metakritik über den Purismus der reinen Vernunft

Sunt lacrumae Rerum - o quantum est in Rebus inane !

(Dinge zum Weinen sind's - O all dies Treiben ist eitel.)

"Ein grosser Philosoph hat behauptet, dass allgemeine und abstrakte Ideen nichts als besondere sind, aber an ein gewisses Wort gebunden, welches ihrer Bedeutung mehr Umfang oder Ausdehnung gibt und zugleich uns jener bei einzelnen Dingen erinnert." Diese Behauptung des eleatischen, mystischen und schwärmenden Bischofs von Coyne, GEORGE BERKELEY, erklärt HUME (1) für eine der  grössten und schätzbarsten Entdeckungenwelche zu unserer Zeit in der gelehrten Republik gemacht worden.

Es scheint mir zuvörderst, dass der neue Skeptizismus dem älteren Idealismus unendlich mehr zu verdanken habe, als dieser zufällige und einzelne Anlass im Vorbeigehen zu verstehen gibt und dass ohne BERKELEY schwerlich HUME der  grosse Philosoph  geworden wäre, wofür ihn die Kritik aus gleichartiger Dankbarkeit erkläret. Was aber die  wichtige Entdeckung  selbst betrifft: so liegt selbige wohl ohne sonderlichen Tiefsinn im blossen Sprachgebrauch der gemeinsten Wahrnehmung und Beobachtung des  sensus communis offen und aufgedeckt.

Zu den verborgenene Geheimnissen, deren Aufgabe, geschweige ihre Auflösung,