wären es auf immer! aufs festeste gegründet. Wissenschaften und Künste blühen auf. Seine Regenten, die kein schiedsrichterliches Ansehen über Europas Fürsten affektierten, übten es mit Preussens gewohnter Entschlossenheit aus. Andere Könige und ihre Minister sprechen von Einfluss auf Europa in ihren Kabinetten. Preussens Regenten, und ein Herzberg, und Finkenstein, redeten nicht, aber sie handelten. Sie ziehen wie ein Ungewitter hehr und hoch über ein Land, wo ihr Donner den Bösen schreckt. Sie ziehen vorüber, und das Wetter ward Segen fürs Land. Borussia! Du glänztest wie eine Sonne vor der Welt. Dein König war der Schrecken der Nation, wie er der Abgott seines volkes war. - Deine Minister, die die Rechte der Völker wägten, die nicht stolz das Verdienst des guten und weisen Mitbürgers geringerer Stände verkannten, waren gerecht und aufgeklärt. - Dein Volk war unter seinem König das freieste der Erde; denn jeder Vernünftige, Aufgeklärte und Unaufgeklärte konnte denken und handeln, wie er wollte, wenn er die Rechte der Menschheit nicht kränkte. Du bist der redendste Beweis, dass Aufklärung den Staat glücklich mache, in welchem sie wohnt! O! dass nie Pfaffenlist und Dummheit ihre schwarzen, höllischen Flügel über dich ausbreite und Stupidität niemals deinen grossen Namen, deine Ehre verdunkle und die himmlische Krone der allgemeinen Duldung dir, hohes Borussia! vom haupt stosse.
Es gibt Gegner der Aufklärung, welche ihr die Lüge nachsagen, dass sie ungebundene Freiheit fordere. Dies kann nur elendes Vorurteil und dumme Schwäche. Das eingeführte Eigentum unter den Menschen machte die gesetz nötig und die Bedürfnisse der Gesellschaften ihre Häupter. Nennt sie Kaiser, Könige, Aristokraten, Demokraten, wie ihr wollt; der Name tut hierbei nichts; kurz, jede Gesellschaft bedarf eines Überhaupts, einer gesetzgebenden und vollziehenden Macht. Was würden die gesetz sein ohne Wächter; was die Sicherheit des Staates ohne einen geschickten Steuermann an seinem Ruder? Und gibt es denn eine edlere Freiheit, als die ist: Nichts gegen die gesetz tun zu wollen? Dem rechtschaffenen Bürger kommen keine Übertretungen der Strafgesetze in den Sinn. Sie sind also seine Tyrannen nicht, die seine Freiheit fesseln, denn er will nichts, was dem Staat schädlich ist. Die Aufklärung sieht die unbedingte notwendigkeit eines Zügels für unbändige, vorsätzliche und schädliche Frevel ein, und nur ein seichter Determinist kann Bosheit gegen gesetz in Schutz nehmen. Aber ist dies ein Aufklärer oder ein Finsternismacher? Noch einmal: Wer kein Böses tun will, für den ist kein Gesetz gegeben, das der Freiheit droht.
Aber beeinträchtigen die öffentlichen Abgaben nicht die menschliche Freiheit? Und was sagt hierzu die Aufklärung? Dies ist ihre Antwort: Bürger des staates! Kannst du dein Eigentum gegen häusliche und auswärtige Feinde allein schützen, wenn dein Plünderer stärker ist, denn du bist? Wären nicht gesetz, wo bliebe die Sicherheit deines Eigentums? Wo gesetz sind, müssen Männer sein, die sie machen und die sie handhaben. Es muss ein Oberhaupt sein, das diese Männer in Tätigkeit setzt und erhält. Ist es nicht billig, dass du dein Kontingent zur Erhaltung deines Oberhauptes und seiner Beamten beiträgst, die nicht seinetalben, sondern des staates wegen da sind? Und was wäre dein Oberhaupt ohne Majestät? Dir gleich, und ohne alle Ressorts, den Gehorsam der Widerspenstigen und die achtung aller zu erhalten. Dein Eigentum fordert ein Kriegsheer gegen den Neid und die Eroberungssucht deiner Nachbarn. Wer soll sie unterhalten anders, als das Ganze, um dessentwillen, und für welches allein, sie da sind?
Verleumder der Aufklärung geben vor, sie sei gefährlich und hege Prinzipien von Freiheit, die dem Staat gefährlich wären. Je mehr sie sich ausbreitet, je deutlicher setzt sie die Pflichten des Monarchen gegen seine Untertanen, und des Untertans gegen seinen Monarchen, ins Licht; und je williger macht sie sie beide mit edlem Einverständnis zum Besten des Ganzen tätig zu sein. Freilich, sie streut den Tyrannen keinen Weihrauch und schmeichelt schwachen Unmündigen nicht deshalb weil sie auf dem Tron sitzen. Aber selbst im schwachen Regenten ehrt sie die Wohltat der erblichen Tronfolge: und wird, ohne zu beleidigen (denn wahre Aufklärung beleidigt die Majestät nie), Ratgeberin des Fürsten und Wohltäterin des staates.
Schändlich ist es, wenn ein vermeinter Aufklärer gegen Monarchen und ihre Diener öffentlich und ohne Delikatesse der Empfindung aufsteht und gehässig ihre Absichten schildern will. Selbst da, wo Irrtum bei dem Fürsten und seinen Ministern stattfände, da sagt die Aufklärung: Schone den Menden um des Königs willen, der er ist, seiner Majestät wegen, die selbst im Tyrannen noch achtung verdient, da die gesetz und das öffentliche Wohl ihrer bedürfen. Die unüberlegte stimme eines unberufenen Tadels ist ausgestreuter Same der Unzufriedenheit, der Zwietracht und Rebellion. Nur dann ist dem Staat die stimme weisen Tadels oft ein nützliches Übel, wenn sie die Wege zum Aufruhr nicht bahnt. Die stimme der Aufklärung wagt sich wohl an die Beurteilung der Staatsfehler; aber nur dann, wenn sie allgemein verderblich sind und die stimme der Wahrheit nicht anders zum Trone kommen kann. Aber ihr Ton - ist der Ton des feurigsten Wohlwollen für das Beste der Majestät und ihrer Untertanen Mit ihr redet man nicht die Sprache der Orbilius, sondern des feinen Staatsmannes, der seinen Wahrheiten das Gewand des Gefälligen umwirft und sie mit der Ehrfurcht darstellt, die er ihr schuldig ist. Täuschung aber und eingebildete Arroganz greift bei dem kleinsten Irrtum des Regenten und seiner Staatsbedienten zur Waagschale, und ungerührt durch