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. Vor seinem tod legte er eine öffentliche beichte ab, in der er u.a. seine Reue darüber aussprach, dass er einst 62 Die Stelle ist aus Aristoteles' Kategorien, cap. 36. Notkers Übersetzung s. bei Hattemer III, 401. 63 Erat utique jus illorum, sicut adhuc hodie quidem est, quoniam exleges quidem sunt, ut hospites intrantes capiant, captos, usque dum se redimant, teneant. Ekkeh. IV. casus S. Galli I. Pertz Mon. II, 91. 64 ... "enimvero si vixero", ait, "me redimam et talem indolem remunerabo." Collectisque quantotius ante januam scolarum fratrum primis, statuit pueris illis et eorum perpetuo posteris pro testamento singulis annis ludi sui tribus ab imperio statutis diebus in esidem scolarum aedibus carnibus vesci et de abbatis curte singulos tribus donari aescis cottidie et potibus. Quod cum ipse quidem annuatim praesens solvi juberet, postea ita solutum est usque ad Ungrorum, de quibus loco suo dicturi sumus, invasiones. Ekkeh. IV. casus S. Galli c.I. 65 Fehler wider die Ordensregel zogen die Strafe der Geisselung nach sich, der sich die Klostergeistlichen willig unterwarfen, wiewohl es eine knechtische Züchtigung war und ein Freier, mit dieser Strafe belegt, nach den alten Volksrechten seine Freiheit verlor. Der Schuldige ward an eine Säule gebunden und nach Ausziehung der Oberkleider gegeisselt. Eine noch erhaltene Geisselkammer, ähnlich der hier beschriebenen, findet sich im württembergischen Kloster Maulbronn. In den Klosterschulen bediente man sich der Rute. Dass die Busswerkzeuge von denen, die darunter zu leiden hatten, in gutmütigem Humor mit eigenen Namen versehen wurden, beweist des Bischof Salomo Wörterbuch, wo die anguilla (Schlange oder Aal) von der scutica (Riemenpeitsche) unterschieden wird. 66 Tacitus German., cap. 8. 67 Pectines eburnei ... In Kämmen trieb das Mittelalter Luxus. Bekannt ist der silbergefasste steinverzierte Kamm der Longobardenkönigin Teodolinde im Domschatz zu Monza und der von Heinrich II. herrührende Elfenbeinkamm in Bamberg. Die Sitte, die gewöhnlichsten und gleichgültigsten Verrichtungen des täglichen Lebens mit einem Gebet einzuleiten, veranlasste, dass man auch für schneiden und Kämmen des Hauptaars, Zustutzen des Barts usw. Gebetsformeln aufstellte. Die Handschrift 395 der sanktgall. Bibliotek entält deren eine Reihe, und da sich dieselbe mit einer benedictio ad omnia, quae volueris schliesst, darf man sich billig nicht mehr wundern, auch die benedictio ad barbam comendam, ad capillos tondendos usw. vorzufinden. 68 Regula S. Benedicti cap. 38: de hebdomadario lectore. 69 Für diejenigen verehrten Leserinnen, die mit dem Altochdeutsch noch weniger vertraut sind als der Verfasser dieser Anmerkungen, und die sich vielleicht dafür interessieren, wie dieser Psalm damals wirklich in Ekkehards Mund und Sprechweise geklungen habe, sei hiemit die wenig Jahrzehnte spätere Verdeutschung Notkers als probe mitgeteilt: Psalmus XLIV. Kuôt wort irópfezta mîn herza. mîniu werch sago ih démo chúninge. mîn wort ist also stâte also diu scrift des spuôtigo scríbenten. Scône pist du fóre allen mênniscon. knada ist kebreîtet in dînen lefsen. fone diû ségenôta dih Got in∪êwa. Cúrte dîn swert umbe dîn dîeh: filo gewáltigo. mit dînemo ménniscinen bilde unde mit dînero gótelîchun scôni. Sih an únsih. unde frámspuotigo chum hára fone hímele unde rîcheso hiêr in dînero ecclesia. umbe warheît unde námenti unde reht. Unde leîtet dih wúnderlicho dîn zésewa. díne strâla sind wasse, hárto mahtige. Under dih sturzent die líute, in demo herzen des chuninges fiendo. din stuôl Got, unde dîn riche weret iêmer. Kerta gerihtennis ist dînes rîches kerta usw. S. Hattemer, Denkmale etc. II, 156 u. ff. 70 Dieses Musessen war in Sankt Gallen so gewöhnlich, dass Kero das Wort cibi (speisen) nicht besser als mit Mus, und das Wort coenare (speisen) nicht anders als mit Abendmusen zu übersetzen wusste. J.v. Arx, Gesch. I, 178. 71 Regula S. Benedicti, cap. 39: de mensura cibi. 72 Ilanch praecellat alemannicus et mala pellat. S. Hattemer, Denkmale etc. III, 599. (In der vorzugsweise als liber benedictionum bezeichneten Handschrift 393 ist eine so reiche Speisekarte von Fischen aufgezählt [Äschen, Trischen, Lampreten usw.], dass man sie mit dem Gefühl vollkommener Befriedigung in betreff des Zustands der Klosterküche an den Fasttagen aus der Hand legt. Möchte sie durch vollständige Ausgabe grösseren gastronomisch-philologischen Kreisen nicht länger vorentalten bleiben!) 73 Sueton, im Leben des Augustus c. 77. übrigens trank der Kaiser selbst an jenem traurigen Tag nicht mehr als einen sextarius (etwa 1 Schoppen). 74 Regula S. Benedicti, c. 40: de mensura potus. 75 Ob der Abt recht gehabt, die deutsche Sprache, so wie sie damals gesprochen ward, also anzufechten, möge dahingestellt sein. Sie hat sich seiter von Grund aus umgestaltet, die Mehrzahl der kernigen kräftigen, einem steten Verkehr mit der natur entnommenen Worte, sowie die vollen tonreichen Formen ten und abgeschliffenen Redeweise Platz gemacht. Uns aber, wenn wir des alten Notker ungefüg grossartige deutsche Schriften lesen, weht es jedesmal daraus an wie ein Hauch würziger Bergluft und echter ehrwürdiger Poesie, die von keinem Spatzengezwitscher und von keinem Rabengekrächze durchschnarrt ist. 76 Vita S. Benedicti abbatis a Gregorio Magno romano Pontifice conscripta, c. 2: de tentatione carnis superata. 77 ... de voluntate ipsius