, um seinen Landsleuten verständlich zu sein, die scheschianische Art das Geld zu berechdabei gelassen, weil es wirklich in Berechnungen die bequemste unter allen ist.
Anmerk. des latein. Übersetzers
20 Dieses Zuvorkommen ist ein Wort von wichtiger Bedeutung, welches wir den Grossen zu gelegentlichem Nachdenken bestens empfehlen. "Wenn sie" (sagt unser göttlicher Konfucius) "solchen Übeln, die sich durch menschliche Klugheit nicht vorher sehen lassen, mit hülfe entgegen eilen, so bald sie von dem Dasein derselben benachrichtiget sind: so ist dies in solchen Fällen alles was man von ihnen fodern kann. Aber es gibt eine Menge unglücklicher Zufälle, welche sich erraten lassen, und Übel, welche man mit Gewissheit vorher sagen kann, weil sie die notwendigen Folgen unsrer eigenen Begehungen oder Unterlassungen sind. Diesen erst alsdann abzuhelfen suchen, wenn sie den grössten teil ihrer schädlichen Wirkungen schon getan haben, ist das Betragen einer unweisen Obrigkeit. Es ist die Schuldigkeit unsrer Obern, solchen Übeln zuvorzukommen; und eben darin liegt eine von den wesentlichsten Ursachen, warum man Obrigkeiten vonnöten hat."
Anmerk. des sines. Übersetzers
21 Der indische Verfasser spricht hier der herrschenden Meinung gemäss, nach welcher man sich ich weiss nicht welchen seltsamen Begriff von der Weisheit der Ägypter macht, weil dieses Volk (wenn man das sinesische ausnimmt)A1 das erste war, welches gesetz, Religion und Sitten hatte. In dieser Voraussetzung hat man freilich Ursache sich zu wundern, wie eine so weise Nation so unweise habe sein können. Aber würde es nicht einer natürlichern Art zu schliessen gemäss sein, wenn wir sagten: ein Volk, welches fähig war, Kälber, Affen und Krokodille anzubeten usw. war kein weises, sondern ein sehr albernes Volk. Freilich hörte dann die gelegenheit sich zu wundern auf; und viele Leute finden ein so grosses Behagen daran, wenn sie den Mund aufreissen und sich wundern können.
Anmerk. des sines. Übersetzers
22 Danischmend scheint hier die berühmte Inschrift vor Augen gehabt zu haben, welche zu Sais im Tempel der Isis gelesen wurde: "Ich bin alles was ist, was war und was sein wird; und meinen Schleier hat noch kein Sterblicher aufgedeckt." In diesem Falle hat er unrecht gehabt, nicht zu empfinden, dass uns diese Inschrift von der unermesslichen Grösse und der majestätischen Unbegreiflichkeit der natur das erhabenste Bild gibt, das jemals in der Seele eines Sterbli23 Von der Wahrheit des seltsamen Aberglaubens, den die Mohren mit ihren Fetischen oder Schutzgöttern treiben, kann sich, wer daran zweifeln sollte, aus der Allgemeinen geschichte der Reisen, und aus der gelehrten Abhandlung du Culte des Dieux fetiches, überzeugen. übrigens können wir diese Reflexion des Philosophen Danischmend nicht ohne eine Anmerkung lassen. Der Satz, dass keine Nation an dem Platz und in den Umständen welches andern Volkes man will, viel klüger als dieses andere Volk sein würde, scheint seine unzweifelhafte Richtigkeit zu haben: und wenn man keinen andern Gebrauch davon macht, als den unbescheidenen Stolz einiger Völker auf Vorzüge, welche nichts weniger als das Werk ihrer eignen Weisheit sind, dadurch zu demütigen, und sie empfinden zu machen, wie sehr eine gegenseitige Duldung, auch aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, in der natürlichen Billigkeit gegründet sei; so scheint er unter die Wahrheiten zu gehören, an welche es nützlich ist die Menschen zuweilen zu erinnern. Allein es ist in unsern Tagen gewöhnlich worden, von eben diesem Satze, mittelst gewisser Wendungen, einen sehr schlimmen Gebrauch zu machen. Man hat daraus folgern wollen, die verschiedenen Völker hätten keine andre als subjektive Gründe ihres verschiednen Glaubens, und alle Religionen könnten daher als gleichnen weisen Mann, sich für irgend eine Religion mehr zu interessieren, als in so weit es die gesetz seines Landes und seine übrige Konvenienz erforderten. Diese verderblichen Grundsätze, welche beinahe zu allen zeiten die Religion eines grossen Teils der Weltleute ausgemacht haben, sind indessen nichts weniger als notwendige Folgen aus der Reflexion des weisen Danischmend. Eine Religion aus allen kann nichts desto weniger, aus innerlichen sowohl als äusserlichen überzeugenden Beweisgründen, die wahre sein, oder unbetrügliche Kennzeichen eines göttlichen Ursprungs haben: und da wir Christen mit dem grössten Grade der Gewissheit behaupten können, dass unsre Religion wirklich die einzige sei, welche mit allen diesen Kennzeichen versehen ist; so sind wir nicht nur wohl berechtiget, sondern schlechterdings verbunden, alle übrigen, in so weit sie der unsrigen entgegen stehen, für irrig und verwerflich zu erklären. Die Betrachtung, dass wir, zum Beispiel in den Umständen der alten Ägypter, oder unsrer eigenen abgöttischen Vorfahren, eben so abgöttisch und abergläubisch als sie gewesen sein würden, kann und soll also, vernünftiger Weise, zu nichts anderm dienen, als eines Teils uns Mitleiden mit den Gebrechen der Menschheit und Nachsicht gegen die Irrenden und Verführten einzuflössen; andern Teils uns zu Gemüte zu führen, dass wir es nicht den Vorzügen unsers Verstandes, sondern bloss der göttlichen Güte beizumessen haben, dass wir so glücklich sind, eine reinere Erkenntnis des höchsten Wesens und (wie der Heil. Paul sagt) einen vernünftigen Gottesdienst vor so vielen andern Völkern des Erdkreises zu besitzen.
Anmerk. des latein. Übersetzers
24 Siehe den Auszug aus des Marko Polo Reisen in der Allgem. Hist. der Reisen, T. VII. S. 472. Auch die Religion der Mantschuischen Tatarn kommt in der Hauptsache mit dieser überein. S. Dü Halde Beschr. des sines. Reichs, T. IV. S. 37. 25 Wenn man