in einem gevierten Treffen von fünfzigtausend Jenjitscheri, die um sich das grobe Geschütz hatten, das den Tod ganzer Tausende um sich schleuderte. Sie gingen in fünfzig Gliedern, eine unzertrennliche, fürchterliche Feuersäule. Auf den Flügeln waren die Spahi, und die krimischen Tataren, die ihr Kan anführte.
Usong nahm mit den Kurden, und mit den auserlesensten Persern, seinen Stand gegen die Jenjitscheri, die übrige Reuterei verteilte sich auf die Flügel. Er gab eben die Befehle, wie in der sieghaften Schlacht wider den Pascha Morad, er rückte langsam fort, bis er die Entfernung erreicht hatte, wo das feindliche Geschütz anfieng tödtlich zu werden. Er hob die Augen gegen Himmel, den er, wie es schien, um seinen Schutz anrief, und gab dann zum Feldgeschrei, Persiens Heil. Hiermit befahl er dem Reichspanier ihn nie zu verlassen, und rannte durch den Dampf des schmetternden Geschützes in den Feind.
Die beiden Flügel warfen die Reuterei der Türken und Tatarn im Augenblicke übern Haufen: sie fielen nach dem erhaltenen Befehl, den Osmannen in die Seite, nachdem sie einen genugsamen Haufen in voller Schlachtordnung hatten stehen lassen, die versicherten, dass die feindlichen Flügel sich nicht erholen konnten.
Den Säbel in der Faust zertrennten die Perser einige Glieder der Jenjitscheri. Aber diese geübten Kriegsleute wandten ihre Feuergewehre gegen alle Seiten, und alle Augenblicke fielen die herzhaftesten unter ihren Angreifern. Usong sah den Sultan im dicksten Haufen zu Pferde halten: ein mit Zobel verbrämter Mantel, und die drei Reigerbüsche machten ihn kenntlich. Sieben Rossschweife mit güldenen Knöpfen stunden neben ihm in die Höhe. Der Kaiser von Persien sah kein Mittel zum Siege, als die Erlegung des Sultans: er drang gegen ihn mit allen den vereinigten Kräften des Mutes und einer halben Verzweiflung. Aber der tödtlichste Blitz schlug aller Orten ihm entgegen. Der Kern der Perser fiel, die meisten Fürsten aus dem haus des Tschengis, Pir Hamet selbst, für dessen Sache dieses Blutbad entstanden war, wurden an der Seite des Kaisers getödtet. Dschuneid, der Freund des Kaisers, setzte das Leben für ihn zu33. Endlich fuhr ein feindliches Blei auf die Brust des edlen Haiders, und zerschmetterte sein treues Herz neben dem Pferde des Kaisers. Usong sah den Fall, und suchte den Tod.
Er würde ihn in wenigen Augenblicken gefunden haben. Scherin trug das Reichspanier von Persien. Der Getreue fiel dem Kaiser in den Zaum, und drehte sein Pferd um. Vergib deinem alten Diener, sagte er, aber Persien kan nach einer Niederlage sich erholen, nach Usongs tod nicht: er befahl auf den beiden grossen Trommeln das Zeichen zum Abzug zu geben, ohne des Kaisers Antwort zu erwarten. Der Rückzug war so gefährlich, als der Anfall, noch mancher Held musste unter dem Geschütze fallen; doch hieb sich der persische Säbel einen Weg durch die dicken Glieder der Jenjitscheri, und der Kaiser kam in Sicherheit.
Scherin warf sich zu seinen Füssen, und erkannte sich des Todes schuldig, weil er den Abzug anzubefehlen über sich genommen, und selbst dem Kaiser einigermassen Gewalt angetan hatte. Aber der dankbare Usong übersah die Umständlichkeiten, und drang in die innere Absicht des eifrigen Dieners, er umarmte ihn, und dankte ihm, dass er sich in einem augenblicke besässen hätte, wo Haiders Tod den Kaiser aus aller Verfassung gebracht hatte.
Der Sultan unterstund sich nicht, die Feinde zu verfolgen: sein Fussvolk war unbedeckt, wenn seine dicke Phalanx sich getrennt hätte, so war sein Untergang unvermeidlich. Er sah in geschlossenen Linien auf beiden Seiten einen teil der Perser stehen: er schloss selbst seine zerbrochenen Glieder, liess aus dem groben Geschütze ein allgemeines Feuer, als ein Siegeszeichen machen, und blieb in Schlachtordnung. Die Osmannen34 hatten weit mehr Volk verlohren, als die Perser. Aber den grossen Usong vom Schlachtfelde getrieben zu haben, schien dem Machmud genug, seinen Namen zu verewigen.
Die Perser zogen sich, nach dem Entwurfe des Kaisers, in eine Stellung zurück, wo sie wasser und Lebensmittel fanden. Seufzend musste er so manchen Freund, so manche Stütze seines Reichs unbegraben lassen. Und wer wird meine Nuschirwani trösten, sagte er selber trostlos? Er kannte noch nicht ihre ganze Grösse.
Er verteilte sein Heer auf beide Flügel der Osmannen, und gab den vorigen Befehl, die Lebensmittel abzuschneiden, und die einzelnen Schaaren, die der Feind wegen des Futters ausschicken schicken musste, mit Vorsicht anzufallen. Denn das Schlachtfeld war ein dürrer Anger35.
In drei Tagen hatte ein vom Scherin abgeschickter Bote die unglückliche Zeitung nach Tabris gebracht. Die grosse Stadt wallte, wie ein Meer im Sturme, von der Furcht fürs künftige, und vom Entsetzen über das vergangene. Nuschirwani hörte ohne Tränen alles das zertrümmernde, das in der Zeitung lag. Hier ist keine Zeit zum Weinen, sagte sie, und begab sich auf den weiten Meidan, auf einen zum Kriege ausgerüsteten Elephanten. Sie liess durch die grossen Trommeln die Häupter der zu Tabris liegenden Völker versammeln, und zugleich die Vornehmsten der volkreichen Stadt zusammenfodern. Das Heil von Persien, sagte sie durch einen Herold, beruht auf dem Gebrauche dieses Augenblickes. In einer Stunde müssen die Kriegsvölker aufbrechen, zum Kaiser zu stossen: morgen möchte er von der Obermacht der Feinde erdrückt sein. Und wer unter den Einwohnern des grossen Tabris sein Vaterland, und seine Kinder liebt, der wird mich begleiten: ohne neue Kräfte, womit der Kaiser die Feinde aufhalten kan, ist in wenigen Tagen Tabris ein angezündeter