All_Enlightenment_13.txt

, C. Heusinger und J. H. Campe, Braunschweig 1788 f.

O. Väterlicher Rat für meine Tochter. Ein Gegenstück zum Teophron, von J. H. Campe, Braunschweig 17S9. P. Über die wahren Quellen des Nationalwohlstandes, Freiheit, Volksmenge, Fleiss, von auge. Hennings, Kopenhagen und Leipzig 1785.

Q. Winke für gute Fürsten, Prinzenerzieher und Volksfreunde, von M. Ehlers, Erster teil, Kiel und Hamburg 1786. R. Über den Umgang mit Menschen, von A. Freih. v. Knigge, 2 T., Hannover 1788.

S. Lehrbuch der Staatspolizeiwissenschaft, von J. H. Jung, Leipzig 1788.

T. Skizze der Kultur und Aufklärung des achtzehnten Jahrhunderts im Journal des Luxus und der Moden, August 1789. U. geschichte des menschlichen Verstandes, von Karl Friedrich Flögel, 3. Aufl., Breslau 1776.

X. Berlinische Monatsschrift. Herausgegeben von Gedike und Biester, Juni 1789.

Y. An den Verfasser der Fragmente: Über Aufklärung, von dem Reichsgrafen von S . . ., Berlin 1788.

Z. Edikt, die Religionsverfassung in den Preussischen Staaten betreffend, d. d. Potsdam, den 9. Juli 1788

Diese angeführten Schriften nun, die jeder meiner Leser, der sich für diese Untersuchungen interessiert, ohne Zweifel noch vermehren kann, geben, nach dem Inhalt der entworfenen Tafel, folgende Bedeutungen des Wortes:

I. Ein gewisses Mass historischer oder gemeiner Kenntnisse

Manche verstehen unter Aufklärung einen gewissen Vorrat gegebener Materialien, eine mehr als gewöhnliche historische Kenntnismasse. Sie glauben, die Aufklärung bestehe im Vielwissen und halten jeden um so viel aufgeklärter, je mehr er weiss. - »Manche Leute«, sagt Schlosser14, »machen sich ein wunderliches Ideal von Aufklärung. Sie finden es vortrefflich, dass die ganze Nation das ganze Meer der Wissenschaften durchschiffe und überall zu haus sei. Teologie müssen die Kinder lernen, nicht bloss Religion, Naturgeschichte, geschichte, Geographie, Matematik, Mechanik, Rechtswissenschaft, und, wenn's Gott gefällt, wohl gar die Sternkunde, Logik und Metaphysik.« - Der nämliche sagt: »In der Aufklärung müsse das Verhältnis beobachtet werden, dass kein Stand mehr als der andere aufgeklärt werde.« Das verstehe ich so: Es ist darauf zu sehen, dass nicht ein Stand im staat ein grösseres Mass von Kenntnissen besitze als der andere. Welche Erklärung derselbe Verfasser zu bestätigen scheint, wenn er S. 102 sagt, dass unter einer weisen Regierung jeder sein Mass von Aufklärung - d. i. von Kenntnissen - von selbst erreichen werde. - Aufgeklärte und unaufgeklärte Vernünftige'5 können wohl nichts anderes bedeuten, als vernünftige Menschen, mit einem grösseren oder kleineren Mass historischer Kenntnisse versehen; denn wodurch soll sich der aufgeklärte Vernünftige vom unaufgeklärten Vernünftigen sonst unterscheiden, als durch das Mass seines historischen Wissens? Und diejenigen Schriftsteller, welche von halber und unvollkommener Aufklärung reden, meinen damit auch wohl nichts anderes, als das Mass der historischen Kenntnis, das jemandem gegeben ist. Da sich hier keine matematische Hälfte denken lässt, so kann halb nichts anderes bedeuten, als unvollkommen. Nun aber ist ja durchaus angenommen, dass alles, was zur Menschheit gehört, unvollkommen sei. Wenn nun jene Schriftsteller mit dem Ausdruck halb nichts anderes meinten, als die von allen menschlichen Geschäften und Unternehmungen unzertrennliche Unvollkommenheit, so könnten sie dieses halb der Aufklärung nicht zum Vorwurf machen, nicht als einen zu verhütenden Mangel anrechnen. Da sie aber dies gleichwohl tun, ja, sogar die halbe Aufklärung für schädlich und gefährlich erklären, so kann ich mir nichts anderes vorstellen, als dass sie damit das unzureichende Mass historischer Kenntnisse meinen, das dem Halbaufgeklärten zugeteilt ist. Ja, der Verfasser der Abhandlung: Über die wahre und falsche Aufklärung'6, bestätigt diese meine Vermutung mit ausdrücklichen Worten, wenn er sagt: »Wenn irgendwo eine halbe Aufklärung, die sich auf ein wenig Wissen gründet, ein gefährliches Ding ist, usw.« - Ehlers sagt'7: »Es ist also einleuchtend, dass eine Aufklärung über Ausnahmen und seltene Fälle, die noch dazu kaum eine halbe Aufklärung ist, bei allen, die nicht ihr ganzes Leben den Wissenschaften widmen, nur schädliche Folgen haben müsse.« - Was kann eine halbe Aufklärung über Ausnahmen und seltene Fälle wohl anderes sein, als ein unzureichendes Mass historischer Kenntnisse von den Meinungen über Ausnahmen und seltene Falle? –

II. Historische Kenntnis der biblischen Religion

So erklärt Jung das Wort Aufklärung: »Wahre Aufklärung« - sagt er - »oder die Bibelreligion muss bloss durch Überzeugung befördert werden.« - Er unterscheidet diesen seinen eigenen Begriff von dem, wie er sagt, heutzutage gewöhnlichen Sinn des Worts, in welchem es nichts anderes, als Kenntnis der Modeliteratur und Zweifel, wo nicht an allen, doch an den wichtigsten Religionswahrheiten bedeuten soll.

III. Historische Kenntnis des Deismus, verbunden mit Sittenlosigkeit

So erklärt nämlich der Ritter von Zimmermann die Aufklärung in Berlin und Potsdam, wenn er erzählt, dass sehr ehrbare und sehr guterzige Damen ihre Männer zu Hahnreien machten, weil sie Deistinnen, d. i. Damen von grosser Aufklarung wären; - dass die aufgeklärten Weltleute sich zuweilen nackte Tänze erlaubten und dass man Anstalten zum Unzuchttreiben für alte, fette und wohlgenährte Damen von grosser Aufklärung errichtete; dass die Aufklärung nirgends so weit gegangen ist, wie in Potsdam. »Da waren«, sagt er,