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, Puppenkomödien genannt". 238 Dieser fabelhafte Ahnherr aller Grobschmiede war seit alters her der deutschen Volksüberlieferung eine entschieden beliebte Gestalt. Bis ins vorige Jahrhundert trug ein Haus in Würzburg nach ihm den Namen "zum grossen Schmied Wieland". Das alte deutsche Gedicht, welches ihn zum Helden erkor, ist uns nicht mehr erhalten, die nordische Sage aber hat ihm die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. S. Wilkina-Sage, Kap. 19–30, bei von der Hagen, Altdeutsche und altnordische Heldensagen I, 56 und ff. 239 S. Steub, Zur rhätischen Etnologie, p. 103, s.v. Gossensass und drei Sommer in Tirol, p. 504. 240 Welandus ab aliquibus Sanctus dictus... Acta Sanctorum. Mart. tom. I, 364. 241 S. Massmann, Gedichte des XVI. Jahrhunderts, Band II. Das Heldengedicht, wie es hier teilweise nacherzählt ist, hat die Bearbeitung, in der es vorliegt, erst im zwölften Jahrhundert erhalten; der Inhalt aber ist entschieden alt und weist auf frühere Sagen zurück, die füglich zu Praxedis' Zeit ihren Weg an griechischen Kaiserhof gefunden haben mochten. 242 Marmoreum sibi sarcophagum longe ante obitum jussit praeparari ob incerti temporis momentum, quem duabus quotidie vicibus diversis alimentorum aliarumve rerum impensis summotenus implevit et victu carentibus hilariter distribuit. Vita S. Rimberti, c. 14 bei Pertz, Mon. II, 771. 243 ... moribus tamen illa suis severis et efferis sepe virum exasperans domi interdum quam secum mansisse multo malle fecerat. Ekkeh. IV, casus S. Galli, c. 10 bei Pertz, Mon. II, 123. 244 S. Ekkeh. IV, casus S. Galli, c. 3. bei Pertz, Monum. II, 108. 245 Ekkehard verflicht hier sich und seinen Namen mit dem, was die Sage vom getreuen Eckhart erzählt. S. Grimm, Deutsche Heldensage, 141. 190, und Deutsche Mytologie, p. 887. 246 "In unserer alten Sprache wird die festlichste Jahreszeit, wo die Sonne ihren Gipfel erlangt hat und nun wieder herabsinken muss, Sunnenwende (solstitium) genannt." Grimm, Deutsche Mytologie, p. 583. Sie trifft mit dem St. Johannistag (24. Juni) zusammen; die alterkömmlichen Oster- und Maifeuer wurden durch den Einfluss der Kirche auf diesen Tag verlegt. Man sprang durch die Flammen und trieb das Vieh durch zu vermeintlicher Abwehr von Krankheit und Missgeschick. 247 Das Bestreben einiger Mönche, durch festes Schnüren des faltigen Gewandes eine elegante Taille Notre-Dame (972) eine zornsprühende Ereiferung des Primas. S. Richers geschichte III, 37. 248 Sirach 27, 6. 249 Die Kirche der quattro coronati in Rom mit ihren alten Mosaikfussböden und Malereien aus dem 12. Jahrhundert ist bekannt. 250 Ein Trunk Wassers war Zeichen der Entsagung. Grimm, Rechtsaltertümer, 190. Wer einmal in der letzten Stunde seines römischen Aufentaltes zur rauschenden fontani Trevi geleitet wurde, um bei Sang und Trank den Scheidetrunk zu trinken, kennt diese Symbolik. 251 Vgl. Zellweger, geschichte Appenzells. – Es ist eine interessante Aufgabe, die alemannische Sprache Appenzells, die auch so, wie sie heutzutage gesprochen wird, noch mannigfache Anklänge an das Altochdeutsch aus Notkers Labeos zeiten entält, in ihren reichen dialektischen Formen und Wendungen zu verfolgen. Gründliche Anleitung hiezu gibt Titus Tobler, Appenzellischer Sprachschatz, Zürich 1837. 252 Jeremias IX, 1. 253 ... ecce elongavi fugiens et mansi in solitudine et exspectabam eum, qui me salvum faceret. Vita St. Galli bei Pertz, Monum. II, 8. 254 S. Physiologus, ein Weistum von Tieren und Vögeln; von des aran geslâhte, bei Wackernagel, Altdeutsches Lesebuch I, 165. 255 ... quantum sub sua cuculla potuit portare ... 256 "Es war etwa seit dem 8. Jahrhundert in Deutschland und Frankreich das Verlangen heimisch geworden, die Kirchen mit irdischen Überresten von Heiligen so reichlich als möglich und um jeden Preis zu versorgen. Dieses Verlangen hatte im zehnten Jahrhundert einen neuen Aufschwung genommen und erreichte seine höchste Glut in dem sächsischen Königshause. Otto der Grosse wusste keine grösseren Schätze zu sammeln als Reliquien und brachte besonders für sein geliebtes Magdeburg einen grossen Vorrat zusammen ... Da sich Kirchen und Gemeinden nur selten freiwillig zugunsten anderer ihrer Reliquien entäusserten, so scheute man sich nicht vor dem Mittel des Zwangs und Raubes, und als das Vaterland der Heiligen, Italien, wo damals die Reliquien wenig geachtet wurden, sich den Deutschen wieder auftat, da gehörte es zu den schönsten Aussichten der letzteren, nun im reichen Masse, und zwar um Geld oder durch List oder auch mit Gewalt ihr Verlangen erfüllen zu können. Dieser sehnsucht scheint auch der heilige Metro zum Opfer gefallen zu sein. ... Dass man aber, bemächtigen konnte, auch damit zufrieden war, dass man ein möglichst grosses Stück hinwegbrachte, das hat Verona noch einmal erfahren müssen" usw. Vogel, Raterius von Verona und das zehnte Jahrhundert I, 255 ff. 257 ... sô der tágostérno in scônero fárewo skînet. Worte der Notkerischen Paraphrase des Marcianus Capella. 258 "Den 4. November 1853 mittag 11 Uhr ist der Eremit Anton Fässler verunglückt und ist totgefallen auf Pommen im Sail. Requiescat in pace." Eintrag im Fremdenbuch des Wildkirchlein. 259 ... in visitatione lactis.

Dantur de Coldaribus in Seealpe XXX.