seine Unbesonnenheit gestürzt hat: ist eben nicht mit völliger Gewissheit zu erwarten. Gewiss ist es hingegen, dass jedermann, der sich die Ursachen gefallen lässt, sich auch die Wirkungen muss gefallen lassen. Es ist daher ein leichtsinniger Jüngling oder ein untätiger Mann nicht berechtigt, sich über die natürlichen Folgen seines Leichtsinnes und seiner Untätigkeit zu beklagen. Das einzige Mittel, diese bittern Folgen zu vermeiden, wird sein, Leichtsinn und Untätigkeit so früh als möglich ganz abzuschaffen. Nachschrift
Dies Buch weihet der Verfasser dem Andenken seines redlichen stets unveränderlichen Freundes
Herrn Johann Joachim Christoph Bode, der durch die meisterhafte Übersetzung der »Empfindsamen Reisen«, des »Tristram Shandy«, des »Humphrei Klinker« und anderer Bücher einen ehrenvollen Rang unter den deutschen Schriftstellern sich erwarb. Er gab dem Verfasser die erste Veranlassung zu diesem buch, als er sich mit demselben unvermutet auf einer Reise traf und mit ihm einige Meilen zusammenblieb. Unter angenehmem Reisegeschwätze gab er dem Verfasser eine freundschaftliche Aufmunterung, im Tone eines Verweises, dass er nicht darauf denke, einen Roman zu schreiben. Der Verfasser antwortete im Scherze: wenn er ihn zu sehr treibe, werde er einen schreiben unter dem Titel: geschichte eines dicken Mannes; denn Bode war so gross und stark am Körper als gross und fein am geist. Bode trug eine scherzhafte Wette an, der Verfasser könne und werde unter diesem Titel kein Buch schreiben. Es ward gewettet. Nachdem beide Freunde sich von einander getrennt hatten und der Verfasser allein im Wagen sass, überlegte er, die Ausführung einer scherzhaften Wette könne vielleicht zu einer moralischen Absicht gewendet werden, und in wenigen Stunden war der Hauptplan dieses Werkes entworfen und aufgeschrieben. Die gute Absicht der Schriftsteller, durch Moral zu nützen, ist immer mit der zufälligen Unbequemlichkeit verknüpft, dass sie in der Ausführung gar leicht Langeweile erweckt. Sollten die Leser sie bei diesem buch hin und wieder verspürt haben, so ist es die Schuld des Verfassers. Hat ihnen dasselbe aber Unterhaltung oder Nutzen gewährt, so haben sie es dem verewigten Freunde des Verfassers zu danken, weil der Verfasser sich bestrebte, dem zu gefallen, der das Werk veranlasst hatte.
Bode war ebenso sehr ein Freund der Wahrheit und des Guten als ein Mann von bewährtem Geschmacke; er hätte also der beste Richter über den Wert eines Buches dieser Art sein können. Er verschied, während es gedruckt ward, und sah also nichts von dem Erfolge seiner Wette. Die Deutsche Literatur verliert durch seinen Tod sehr viel; denn er wollte sein Verdienst um dieselbe noch vollständig machen durch die Übersetzung des Rabelais, zu dessen Verdeutschung nun, ausser einem einzigen lebenden grossen Schriftsteller, wohl niemand alle Talente zusammenhaben möchte. Ihn beklagen die Rechtschaffenen, die ihn und seinen Wert kannten, ihn beklagen alle Feinde der Heuchelei und des hinterlistigen Wesens, alle Freunde des Biedersinnes und der geselligen frohen Laune. Sit Uli terra levis [Fussnote]