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des Menschen ein, viele hindern sie am Genuss des von der natur ihnen angebotenen Gutes: nur die notwendigkeit kann einen guten Fürsten verleiten, seinem volk Fesseln anzulegen, und weiter als die notwendigkeit wird er sie nicht einschränken. gesetz die den Trieben der natur entgegen streben, werden mit Unwillen befolget. Sie müssen mit Strenge im Strafen zur Ausübung verstärkt werden, oder sie werden hindan gesetzt. Jenes erreget Unwillen, dieses macht die Regierung verächtlich: das Volk, das in einem gesetz lernt des Fürsten Befehle zu verachten, wird gereizt, auch in andern ungehorsam zu werden, und die ganze Regierung nähert sich entweder der Tyrannei, oder wird zu einer verachteten Aufdringung unwürksamer Vorschriften.

Die Perser lieben die Pracht: die Pracht erfodert Unkosten, sie macht die Grossen arm und haabgierig, der Reichtum wird durch die zur einzigen Tugend, und Verdienste werden verachtet, wenn sie mit äusserlichem Glanze nicht schimmern. Der arme, der kaum das Nötige hat, muss den Ueberfluss des Mächtigen bezahlen, und hungern, auf dass der Grosse verschwenden könne. Der Glanz des Trones erfodert beim Kaiser eine Pracht, des Pöbels Aufmerksamkeit zu erwerben. Aber rühme die Pracht niemals an deinen Dienern, gieb niemals reichen Kleidern einen Vorzug, ehre den nicht, der mit Diamanten schimmert. Lass dein ganzes Volk wissen, dass du die Verschwender hassest, und keine Uneigennützigkeit von einem Diener hoffest, den eine unersättliche Notdurft drückt.

Liebe die Wissenschaften, sie sind zugleich angenehm und nützlich; sie erhöhen die Seele, sie halten ihr beständig den umstrahlten Kranz vor, den die Verehrung der Welt der Tugend des würdigen Herrschers aufsetzt. Hilf den Wissenschaften auch beim volk auf; niemand ist aufrührischer, als Barbaren, und gesittete Völker lassen sich mit einer Schnur lenken, da bei jenen ein Gebiss nötig ist.

Suche dein Reich nicht zu vergrössern. Ein Reich ist weit genug, wenn es seine Nachbarn nicht zu fürchten hat, und die Eroberungen sind des Unglückes nicht wert, was ein Sieger auf sein Volk bringt. Greif niemand an, aber verteidige dich standhaft, wenn man deine Untertanen drückt, oder des Reiches Ehre kränket, beides bist du schuldig.

Vertiefe dich nicht in Schulden, bezahle unverzüglich, unternimm nichts, wozu du die Gelder nicht bereit hast. Die Schulden eines Staates zwingen den Fürsten sein Volk zu unterdrücken: wenn der Krieg sie notwendig gemacht hat, so bleibt die Last des Krieges auch im Frieden auf dem volk liegen.

Halt aufs genaueste Treu und Glauben. Die Untreu kann zuweilen in einem Augenblicke vorteilhaft sein, aber sie hinterlässt ein dauerhaftes Uebel. Ein König, der sein Versprechen nicht hält, hat alle Nachbarn zu heimlichen Feinden. Setze ihn in Gefahr, er wird keinen Freund finden.

Vermeide allen Stolz gegen andere Fürsten. Mancher grosse Herrscher hat sich dadurch gestürzt, dass er allen umliegenden Herren seine Verachtung bezeigt hatte. Einer lehnte sich wider den stolzen Fürsten auf, und alle fielen ihm bei. Warum solltest du tun, was du von andern nicht leiden willst?

Habe keinen Liebling: dein Ohr ist eines jeden deiner Untertanen, deine Gerechtigkeit muss für alle gleich wachen, deine Belohnungen dem Verdienste eigen bleiben. Deinen Liebling würde deine Gunst berauschen, sie ist zu stark, wenn sie nicht verteilt wird. Deine Geschenke würden ihn bereichern, aber dein Volk bezahlt diese Geschenke.

Verändere die Verfassung von Persien nicht, auch bei den scheinbarsten Gründen, ohne den Rat aller vier Abteilungen: und auch diesen lass dir unterschrieben geben; und dennoch nimm dir Zeit, den Vorschlag noch einmal zu überlegen. Alle gesetz berasen sich, und erhalten langsam vom volk eine Verehrung, die auf ihre Dauerhaftigkeit sich gründet: Neue gesetz sind ein geständnis, dass der Gesetzgeber gefehlt hat, und warum sollte er nicht wiederum fehlen können?

Hüte dich jemals zuzugeben, dass ein Amt erblich werde. Durch diesen Fehler haben die mächtigsten Fürsten in den Abendländern ihr Reich verlohren. Verlege auch keine Besoldungen auf die Einkünfte einiger Dörfer22; deine Untertanen würden von mächtigen Dienern unterdrückt, und der schwächere Beamte an seinem Lohne verkürzet. Zahle alles aus dem Schatze.

Ehre den Gottesdienst, besuche die öffentliche Meschid. Deine Untertanen werden dich ehren, und dir nachahmen. Verachtest du den Gottesdienst, so wird die Gottesfurcht bei deinen Untertanen sich verlieren.

Bleib bei dem Glauben deines Ahnherrn des Ali; vertraue auf einen einigen Gott, und erinnere dich, dass er dich siehet, und Rechenschaft von dir fodern wird. Aber dulde alle andere Glaubensverwandte, so werden sie sich vereinigen, für dich anzubeten. Drükkest du sie, so machst du dir tausende zu Feinden, deren Treu du in deinen Händen hattest. Und warum solltest du Feinde haben, du, der du des Volkes Vater bist?

Halt auf die schulen: erwähle fromme Mollah; wie kann der die Tugend in anderer Herzen erwecken, der sie aus dem seinigen verbannet hat?

Brauche die Geistlichen nicht zu weltlichen Geschäfften. Sie haben eine schwere Pflicht, die Ewigkeit ist ihr Geschäfft. Sie würden schlechte Geistliche werden, und enge Begriffe in der Verwaltung des Staates beibehalten. Hüte dich vor dem Beispiele der Osmannen; ein Mufti, der durch ein Fetfah einem Wasir das Leben abspricht, wird lernen, seinen Sultan verurteilen.

Muntere die Derwische nicht auf, sich zu vermehren: warum solltest du dein Reich entvölkern? Ein Verehlichter hat einen Anteil am Wohl des Staates, seiner Kinder erben an dem allgemeinen Wohlstande. Er gibt aber auch dem vaterland