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mich bei der Zäsur, wo er mir ins eigne widerstrebende Urteil mein göttlich Werden gibt, schnell losreissen und in seinem Rhytmus in die Himmel mich schwingen. Denn wie vermöcht ich sonst es? – Nimmer! Ich fiel zur Erde wie alles Schicksallose. – Und Du, Günderode, so adelig wie Du bist in Deinen poetischen Schwingungen! Klirrt da nicht die Sehne des Bogens des Dichtergottes? Und lässet die Schauer uns fühlen auch in diesen leisen träumentappenden Liedern: Drum lass mich, wie mich der Moment geboren, In ew'gen Kreisen drehen sich die Horen, Die Sterne wandlen ohne festen Stand. Sagst Du nicht dasselbe hier? – Klingt nicht so der Widerhall aus der Öde in Hölderlins Seele? – Ach, ich weiss nicht zu fassen, wie man dies Höchste nicht heilig scheuen sollte, dies Gewaltige, und wenn auch kein Echo in unseren Begriff es übertrage, doch wissen wir, dass der entfesselte Geist über Leiden, die so mit Götterhand ihm auferlegt waren, im Triumph in die Hallen des Lichts sich schwinge, aber wir! – Wissen wir Ungeprüften, ob je uns Hellung werde? – Jetzt weiss ich's, ich werd ihm noch viel müssen nachgehen, doch genug zwischen uns davon; eine Erscheinung ist er in meinen Sinnen, und in mein Denken strömt es Licht. – Anhang Gedichte der Günderode I Dartula nach Ossian Natos schiffet durch den Sturm der Wogen, Ardan, Altos, seine Brüder mit, Caibars, Erins König, Zorn zu meiden, In geheimnisvolle Schatten kleiden Dunkle Wolken ihren fliehnden Schritt. Wer? o Natos! ist an deiner Seite! Traurig seufzt im Wind ihr braunes Haar, Lieblich ist sie, wie der Geist der Lüfte, Eingehüllt in leichte Nebeldüfte; Schön vor allen Collas Tochter war. Ach Dartula! Deine irren Segel Eilen nicht dem wald'gen Eta zu. Seine Berge heben nicht die Rücken, Und die seeumwogten Küsten bücken Turas Felsen schon dem Meere zu. Wo verweiltet ihr, des Südes Winde? Schwelltet Natos' weisse Segel nicht? Trugt ihn nicht zum heimatlichen Strande? Lange blieb er in dem fremden Lande Und der Tag der Rückkehr glänzt ihm nicht. Schön, o König Etas! warst du in der Fremde Wie des Morgens Strahl dem Angesicht. Deine Locken, gleich dem Raben, düster, Deine Stimme wie des Schilfs Geflüster, Wenn der Mittagswind sich leise wiegt. Deine Seele glich der Sonne Scheiden, Doch im Kampfe warst du fürchterlich. Brausend wie die ungestümen Wogen, Wenn vom Nord die stürm'schen Winde zogen, Stürztest du auf Caibars Krieger dich. Auf Selamas grau bemoosten Mauern Sah dich Collas Tochter, und sie sprach: "Warum eilst du so zum Kampf der Speere! Zahlreich sind des düstern Caibars Heere, Ach! und meiner Liebe Furcht ist wach. Freuen wollt ich dein mich, deiner Siege, Aber Caibars Liebe lässt mich nicht." So sprachst du. Jetzt haben dich die Wogen Mädchen! und die Stürme dich betrogen, Nacht umringt dein schönes Angesicht. Aber schweiget noch ein wenig, Winde! Überbraust Dartulas Stimme nicht! Fürst von Eta, sind dies Usnots Hallen? Jene Ströme, die von Felsen fallen, Sind es Etas blaue Ströme nicht? Hier empöret Erin seine Berge, Etas Felsenströme brüllen nicht. Dennoch ruh hier an des Ufers Hügel, Denn mein Schwert umgibt wie Blitzes Flügel Dich, du Liebliche, du schönes Licht. Natos: sagt das braungelockte Mädchen, Niemand hat Dartula ausser dich, Denn die Freunde sind mir früh gefallen, Lass um sie noch meine Klage schallen, Hör der Trauer Stimme, höre mich. Abend ward einst, in der Wehmut Schatten Bargen meines Landes Ebnen sich, Über hoher Wälder Wipfel schritten Einzle Lüfte, die aus Wolken glitten, Da umgaben Trauerschatten mich. Die Gestalten meiner Freunde gingen Traurig, Geistern gleich, an mir dahin. Da kam Colla mit gesenktem Schwerte, Seinen Blick geheftet an die Erde, Brennend glühte noch die Schlacht darin. "Collas letzte einz'ge Hoffnung," sprach er; "Braungelocktes Mädchen! Trutil fiel. Siegreich kehrt dir nicht der Bruder wieder, Zu Selama naht Erins Gebieter, Mit ihm Tausende im Schlachtgewühl." "Ist des Kampfes Sohn gefallen?" seufzt ich! "Hat der lange Schlaf sein Aug verhüllt? O! so schütze mich der Jagden Bogen, Glücklich oftmals meine Pfeile flogen, Tödlich für das dunkelbraune Wild." Freud umstrahlt den Greisen. Ja Dartula! Deine Seele brennt in Trutils Glut, Geh, ergreif das Schwert vergangner Schlachten! Also Colla: seine Worte fachten Höher noch in mir des Kampfes Mut. Wehmutsvoll verging die Nacht; am Morgen Schimmerte im Stahl der Schlachten ich. – Caibar sass zum Mahl in Lonas Wüste, Als Selamas Waffenklang ihn grüsste; Seine Führer rief er da zum Krieg. Warum soll ich, Natos! dir erzählen Von des Kampfes schwankendem Geschick? Ach! Umsonst bedeckt von meinem Schilde, Sank der Vater mir im Schlachtgefilde, Und in heissen Tränen schwamm mein Blick. Treulos zeigte da des Mädchens Busen Caibar mein zerrissenes Gewand; Freundlich naht er, sprach der Liebe Worte, Führte mich zu meiner Väter Pforte, Aber Trauer meine Stirn umwand. Da erschienst du, Natos! meinen Augen, Freundlich wie ein abendlich Gestirn. Caibar schwand vor deines Stahles Sprühen Wie der Nachtgeist vor des Morgens Glühen, Doch es wölbte Trauer deine Stirn? Meine Seele glänzte in