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Erinnerung Duft aus ihnen zu saugen. Die "Pilger" hab ich vor acht Tagen geschrieben, auf das letzte: "Der Lete-Fluss", hatte Dein Emigrantenverkehr Einfluss; ich weiss nicht wie. Ist St. Clair noch nicht zurückgekehrt? War er bei Dir? – Beilage Die Pilger Der eine Pilger Ich bin erkranket An Liebespein, Möcht nur genesen, Wolltst mein du sein. Dein liebreich Wesen, Dein Lippenrot Hält mich gefangen Bis an den Tod. Mein Aug ist trübe, Meine Jugend verdorrt, Muss Heilung suchen An heil'gem Ort. Ich greif zum Stabe, Ich walle zum Meer, Es brausen die Winde, Es tobet das Meer. so lustig voran, Sie suchen den Frühling Und treffen ihn an. Es hält mich die Liebe, Ich bliebe so gern, Doch ziehet mich Wehmut Zum Grabe des Herrn. Mich sehnet, o süsse Geliebte, nach dir, Doch wähl ich das Grab mir Des Heilands dafür. Da knie ich nieder Voll bitterem Schmerz, Da kann ich dich lassen, Da bricht mir's Herz. Lebt wohl denn, ihr Augen, Voll freundlichem Schein, Mein Blick soll zum Himmel Gerichtet nur sein. Die Heilung ist bitter, Der Weg ist wohl weit, Doch greif ich zum Stabe Und ende mein Leid. Der andre Pilger Ich scheide froh vom Vaterland Und suche den geliebten Strand, Wo Jesus Christus wallte. Wo er in Demut angetan, Des Erdenlebens schwere Bahn Mit stillem Sinne wallte. Was ist die Herrlichkeit der Welt Und alles, was dem Sinn gefällt? – Ich will ihm froh entsagen. Die ird'sche Kette fällt von mir Und Jesu! – Nur zu dir! zu dir! – Will ich mein Sehnen tragen. Die Märterkrone windet mir Und Seligkeit wohl für und für, Wenn ich vollendet habe. O süsse Busse! Himmlisch Leid! In frommer Einfalt, Seligkeit, Ihr wohnt am heiligen Grabe. Lete Du rollst, o Bach, mit stillem Stolz die Flut In deiner Well erstirbt die Rosenglut, Die lieblich glänzt vom fernen Geisterreiche. Dir schmeichelt nicht die Gunst der Gegenwart Mit Blütenduft, mit Zephyrs kühlem Säuseln, Kein Glück, das in der Zukunft Schleier harrt, Wird deine Wog in holden Spielen kräuseln. Erbebend schaut es die Vergangenheit, Wann deine Flut der Schatten Heer umweben, Wie die Gebilde der entflohnen Zeit Zum öden Nichts auf deiner Well entschweben. Du wallest stolz! – Des Helden Lorbeerkranz, Die Myrte durch Zyterens Hauch erzogen, Der Tugend Palm in des Olympos Glanz Verlieren sich in deinen düstern Wogen, Entführt durch sie, dahin, wo Zeit und Raum Verschwinden, wo in trüber Nebelferne Dein dumpfer Fall ertönt, dein weisser Schaum Im Chaos strahlt, statt lichtbegabter Sterne. Hinweg von dir! – Die blütenreiche Luft, Der Zauber in Elysiums Gefilden Verführ mich nicht, der rosenfarbne Duft Mag sich umsonst an deinem Ufer bilden. Vergebens weht hier magisch süss ein Ton Zu mir herab aus seliger Geister Chören, Erschiene selbst Latones grosser Sohn, Sein Phöbusauge wird mich nicht betören. Für Seligkeit, die ich noch nie genoss, Sollt ich in Lete meine Lust versenken? Und Schmerzen, die ich lang in mir verschloss, Für unbekannte Freuden hinzuschenken. Nein! Jed' Gefühl, zur Qual und auch zur Lust, Vom Hauch der Erdenluft in mich geboren, Die Leidenschaft bekämpft in meiner Brust – Den Siegerstolz! – Ich geb ihn nie verloren. Es drückt das Herz, wenn eine fremde Macht Ihm Gotteit gibt, es sträubt sich dieser Würde, Mit höherem Stolz entsagt es dieser Pracht Und schmiegt sich liebend seiner Erdenbürde. Kann ich die Seligkeit auf jener Flur Nur durch den Tod von diesem Ich erringen, So leite fern von ihrer Zauberspur Mich die Erinnerung auf ihren zarten Schwingen. Ich trag im Busen mein Elysium, Und dieses blühe mir auf Blumenmatten Elysischer Gefild! Ich bringe stumm Es sonst zum Styx, zu ungeweihten Schatten. Dich aber fleh ich an, Erinnerung! O Göttin! Die den Gram um Freuden tauschet Und wie ein Lilienduft mit leisem Schwung Durch die Verzweiflungsnacht zum Troste rauschet: Nimm deinen Wanderstab und schlage kühn Der stolzen Lete Flut, dass ihre Wellen In nichts verdürstend, ewig schüchtern fliehn, Elysiums Strand nicht spottend mehr umschwellen. Die Schatten jauchzen dann, im Götterglanz Der Tugend Traum entfaltend, wie der Fehler Bürde, Wo Lete floss; umschwebt vom ewigen Tanz Der Anmutschwestern, in ihrer Selbsteit Würde. Der Kuss im Traum Es hat ein Kuss mir Leben eingehaucht, Gestillet meines Busens tiefes Schmachten, Komm Dunkelheit, mich traulich zu umnachten, Dass neue Wonne meine Lippe saugt. In Träume war solch Leben eingetaucht, Drum leb ich ewig, Träume zu betrachten, Kann aller andern Freuden Glanz verachten, Weil mir die Nacht so süssen Balsam haucht. Der Tag ist karg an liebesüssen Wonnen, Es schmerzt mich seines Lichtes eitles Prangen, Und mich verzehren diese heissen Gluten. Drum birg dich Tag, dem Leuchten ird'scher Sonnen, Hüll dich in Nacht, sie stillet dein Verlangen Und heilt den Schmerz, wie Letes kühle Fluten. An die Günderode Schon zehn Tage bist Du fort, alle Tag kommt der Jud mit dem leeren Sack, ich liess ihn heut den Sack um und um kehren, weil ich dacht, es müsse sich Dein Brief drin finden, den ich so sicher erwartete, aber es war nichts herausgefallen als Brotkrümel und kein Krümelchen Deiner Feder für mich –