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, Doch mit anderen Geschenken Wär ich lieber heut begrüsst. DICHTER. Sehnlich wirst du nach ihm sehen, Und in den erblassten Zügen Les auf einmal alles Wehe, Kenne wieder dein Vergnügen. FÜRSTIN. Sagt, wer ist es denn gewesen, Dass ihr mich wollt zu ihm ziehen. DICHTER. Ach das schönste aller Wesen, Selbst der Tod ist in ihm Blühen. FÜRSTIN. Wehe, wehe, Hylas, Hylas! Ach das ist mein Hylas nicht, Denn er hört nicht, Hylas, Hylas! Blass ist auch sein Angesicht. Kalt die Lippen, und gebrochen Ist der Augen Feuerschein, Tausend Tränen in den Locken, Ach er ist nun nicht mehr mein! KANZLER. Ist kein Mittel ihn zu retten? DICHTER. Alles ist umsonst versucht! Ach wer kann das Leben retten, Das vor sich in eigner Flucht; Denn die Arme ausgebreitet, Stürzte er sich selbst ins Meer. FÜRSTIN. Welcher Gott hat ihn geleitet, Und verwundet mich so schwer. KANZLER. Fürstin, seht des Schicksals Willen, Dem der schöne Knabe fiel. FÜRSTIN. Sterbend muss ich so erfüllen, Was für meine Kraft zu viel. KANZLER. Traurend konntest du beglücken Schöner Gott, der hier verbannt, Mochtest oft zum Himmel blicken, Heimwärts hast du dich gewandt. Fallet alle vor ihm nieder, Seine Seele strahlt im Meer, Gebt den Staub dem Staube wieder, Dieser Leib war ihm zu schwer. Ihm zum Tempel sei geweihet Dieses Schlosses weiter Raum, Dass die schöne Kunst erneuet, Was im Leben flücht'ger Traum. FÜRSTIN. Führe mich, du weise Stärke, Ich gehorche deinem Rat, Tränen sind nun meine Werke, Jammer meine einz'ge Tat. DIE SCHWALBEN. Wir versuchen die jungen Flügel An dem grünenden Grabeshügel, Schlagen mit schwarzem Flügel die Luft, Streifen vorüber im Morgenduft; Singen einander mit fröhlichem Munde, Unser Leben, das misst nicht die Stunde, Einmal erscheinet ein Morgenrot Weht in der Asche, leuchtet im Tod, Netzet die Flügel im Meeresschaume Und wir erwecken euch alle vom Traume. 8. Fürstin, Kanzler ziehen fort. Die Künstler bleiben. DICHTER. Wie die Fürstin es befohlen Sorget für ein Trauerfest. MUSIKER. Meine Zeit ist nicht gestohlen, Sorgen Sie erst für das Best. BILDHAUER. Wie konnten Sie so dumm sein und die Fürstin so fortgehen lassen, ohne ihr einen Überschlag der Kosten zu machen, wenn wir dem neuen Gotte einen Tempel wirklich erbauen sollen. DICHTER. Meine Tränen, wer kann sie bezahlen, Meine Worte ach, wer kann sie hemmen? MUSIKER. Meine Noten lass ich mir bezahlen, Also werden Sie sich auch bequemen. KAMMERDIENER. Die Fürstin hat mir die Vollmacht gegeben, alles Notwendige zu dem Denkmale zu berichtigen. BILDHAUER. Was ist nun für Not! Viktoria, es lebe, ich wollte sagen, es sterbe der Herr Hylas. MUSIKER. Pereat. MALER. Dreimal tief. DICHTER. Alle andern ziehen lachend, Von dir fort, du schöner Gott, Böse Zeit, wo Schönheit Spott; Mich begeistre bei dir wachend, Dass ich wieder neubelebe Dieses Herz, das ganz gestillt, Oder dass ich toderfüllt Mit dir zu dem Äter schwebe. Während der Vorlesung waren die Reisenden in den schlimmsten Teil der Pontinischen Sümpfe gefahren; ferne brauste das Seewasser durch den Felsenrachen ins Meer zurück, aber es stand noch überall in kleinen Lachen von farbiger Schlangenhaut überzogen; bleiche Menschen beschäftigten sich mit der Strassenbesserung, und erinnerten die Reisenden sich nicht dem Schlafe zu überlassen, weil er tödlich, und doch umflog der Schlaf hier so unablässig mit seinen Nachtfaltern das Haupt, dass jeder mit stetem Bewegen sich dagegen zu verteidigen bemüht war. Der Minister aber versicherte, wenn die Poesie sie nicht einmal gegen den Schlaf sichern könne, so wäre sie zu gar nichts wert, und damit wurde dem Kammerjunker aufgetragen, noch etwas mitzuteilen, etwa eine Geschichte, worin die Verschiedenheit des Alters in Freundschaft, Hass, Liebe recht wunderlich zwischenträte. – Der Kammerjunker versicherte, dass er nach einer sonderbaren Bergwerksgeschichte eine eben so sonderbare Ballade geschrieben, die er hersagen könne. Des ersten Bergmanns ewige Jugend Ein Knabe lacht sich an im Bronnen, Hält Festtagskuchen in der Hand, Er hatte lange nachgesonnen, Was drunten für ein neues Land. Gar lange hatte er gesonnen Wie drunten sei der Quelle Lauf; So grub er endlich einen Bronnen, Und rufet still in sich: "Glück auf!" Ihm ist sein Kopf voll Fröhlichkeiten, Von selber lacht der schöne Mund, Er weiss nicht, was es kann bedeuten, Doch tut sich ihm so vieles kund. Er höret fern den Tanz erschallen, Er ist zum Tanzen noch zu jung, Der Wasserbilder spiegelnd Wallen Umzieht ihn mit Verwandelung, Es wandelte wie Wetterleuchten Der hellen Wolken Wunderschar, Doch anders will es ihm noch deuchten, Als eine Frau sich stellet dar: Da weichen alle bunten Wellen, Sie schauet, küsst sein spiegelnd Bild, Er sieht sie, wo er sich mag stellen, Auch ist sie gar kein Spiegelbild. "Ich hab nicht Fest, nicht Festes Kuchen, Bin in den Tiefen lang verbannt!" So spricht sie, möchte ihn versuchen, Er reicht ein Stück ihr mit der Hand; Er kann es gar kein Wunder nennen, Viel wunderbarer ist ihm heut, In seinem Kopf viel Lichter brennen Und ihn umfängt ganz neue Freud; Von seiner Schule dumpfem Zimmer, Von seiner Eltern Scheltwort frei