highChunks/1810_Arnim_005_20058.txt -- topic 49 topicPct 0.210862621665
, Ich bin noch finster wie sie eben schien, Auch bricht die Nacht bald über uns herein. FÜRSTIN. So sprichst du immer anders, als erwartet Warum kannst du nicht artig schwatzen, so wie
ich;
Was in die Hand mir fällt, wird mir zum Spiel, In jedem Blatt schenk ich dir neu ein Herz, In jeden Stengel schling ich Liebesknoten, Ich bring ihn dir, du schweigst und lässt ihn fallen. HYLAS. Du gibst zu viel, und sollt ich's all bewahren, Ach ich erläge unter Dankes Last; Hab ich's dir nicht gesagt, als wir zum ersten Male Vertraulichkeit mit unsern Lippen tauschten: Sind meine Augen dir nicht klar wie Glas, Ins Innere des Herzens mir zu lesen, Durch meine Zunge lässt es sich nicht aus, Und nur wie Funken aus dem Stein geschlagen Entwickelt sich ein kurzer Schein, wer den Nicht fängt, in Flammen höher auf zu lodern, Der kennt ihn nicht, dem bin ich tot, Und wie in einem Sarg in mir verschlossen. FÜRSTIN. Verkenne nicht mein sorgliches Nachfragen, Die Lieb spricht gern ein überflüssig Wort, Damit sie nicht, was irgend not, versäume, – Nicht ich bedarf der steten Rede Spiel, Es saget mir dein lieber Blick so viel, Wenn meine Hand dir Stirn und Wang berühret, Es sagt mir mehr, als je ein Mund gesagt, Wenn ich dein Herz lebend'ger schlagend spüre, O welches Lied kann hüpfen also leicht. Nein nicht um mich brich dieses lange Schweigen, Mit dem du oft an meinen Blicken haftest, Nur ich, ich fürchte, du bemerkst an mir, Was dir missfällt, was du mir gern verschwiegest. HYLAS. So kommt ihr her, aus eures Nordens Wüste, Den lieblichsten Genuss missgönnt die Furcht, Die sonst um euch in der Natur gelauschet, Bis sie den Weg zu eurer Seele fand; Wie ihr sonst schwindelnd auf den Bergen standet, So steht ihr fürchtend auf der Liebe Wipfel! Es mögen Flammen aus dem Wipfel steigen, Die Länder beben in dem innern Grund, Hier lasse schwinden alles eigne Leben Von einem Leben, das uns all durchdringt, Das heftig unsern Atem hier bewegt Und mit dem Mond, der dort dem Meer entsteigt, In einer Nacht für Millionen lebt. Bewahren lässt sich nichts und viel geniessen, Mir lasse ganz des Busens Freude scheinen; Und was dir noch von alter Sorge bleibt, Das schreibe all an alte Freund nach Haus, In jene Gegend, wo sie immer sorgen. FÜRSTIN. Ach wohl bekenn ich mich der Sünde schuldig, Mit Wahn den keimenden Genuss zu stören, Doch ist er nicht so leer, mein schöner Knabe; Auf meinen Wangen prangt nicht mehr die Frische, Mit der du gern in jeder Frucht dich siehst, Mit allen Lüften fühlst und dich bewegst, Und was in mir geschieht, ist fast geendet. Sieh morgens nur dein Angesicht im Wasser, Es wird bewegt von wechselndem Verlangen, Es wird bewegt wie von der Luft das Feld Und es vergeht kein Tag, wo du nicht lernest, Wo du nicht wächst zum grössern Manne auf. O sag, in diesem Blick, was sagtest du, O sag, was dachtest du im Augenblicke. HYLAS. Beim Zeus, ich dachte nicht, ich sah dich an, Wie von der Lampen Schimmer du erhellt, Die einen neuen Tag in Nächten schaffen, Und hab ich mehr gedacht, ich weiss nichts mehr; Beim Zeus, du denkst dir gar zu viel in mir, An deiner Seite denk ich nur an dich. FÜRSTIN. O schweig, es war der lieblichste Gedanke, Du willst mit neuer Lust mich überraschen, O dass du mir so was verbergen kannst, Dass ich nicht ganz in dir mich kann verlieren, Nicht kann mit deinen dunklen Augen sehen, Mit deinen Pulsen nicht die Zeit mir messen! Bewache mich, dass ich die Brust dir nicht Zerreiss, mein Schicksal dir im Herzen lesend; Wie jene Deuter in der alten Zeit Die schönsten Menschen opferten, um dann Aus ihrem Innern Künft'ges zu vernehmen; Dann wär ich ja mit meinem Schicksal fertig. HYLAS. Du lässt mir gar nichts übrig, dir zu sagen, Denn wie das Meer Italien umspannt, So sanft, so wild, so schrecklich und so lieblich, So regst du jeden Sinn in dem Gemüte, Und gibst ihm gleich ein ewig deutlich Wort. Was kann ich mehr noch, als dein Nachklang sein, Und Bessres immer, als dein Widerhall. FÜRSTIN. Was ich dir gebe, bring ich dir zurück, Ich hab's von dir, du nichts von mir empfangen, Denn wie die Biene alle Blüten regt, Die an der Erde träge duftend liegen, Mit ihrem Atem nicht, mit ihren Flügeln, So regen auch, wenn du die Arme um mich legest, Sich alle frohen Blüten wieder auf. HYLAS. Und wie ich jetzt so an mein Herz dich drücke, Da fühl ich in dem Augenblicke wieder, Was ich oft überhört, wenn du gesprochen; Du weisst, ich habe manchen alten Traum, Der mich nicht lässt, hab ich ihn gleich verlassen. FÜRSTIN. Ich sitz dir stets zur Beichte, leg den Mund Dir immer an das Ohr, dir zu bekennen, Was in mir vorgeht; nun bekenn mir auch, Was ist es für ein Traum, der dich bewegt, Der dich aus meinen