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nimmer!" Also seufzte manches Fräulein, Das recht tückisch war genecket, Wenn die Knaben aus dem Städtchen Mit den flinken Blaseröhren Ihren Kater niederschossen, Der zum Nachbarhaus geschlichen, Auf den Dächern kühnlich irrte. Gab es Schnee, so standen morgens Weisse Männer vor dem Fenster; Jeder Baum, der in der Nähe, Ward bezeichnet mit Skandalen, Und die Früchte weggestohlen; Und für so viel stete Leiden Was war die Entschädigung? Keine reichen Nadelgelder, Keine Leckerein beim Schmause, Gleiche Kost an jedem Tage, Täglich Ziegenfleisch und Erbsen, Damit war das Stift dotieret: – Schwere Kost für alte Magen! Darum suchte jedes Fräulein Ihre mächt'gen Portionen Heimlich solchen zu verkaufen, Die dafür was Leckres brachten; Darum schlichen viele Leute Abends durch des Stiftes Garten, Um zu tauschen, um zu kaufen Ziegenfleisch und gelbe Erbsen, Heimlich, dass doch die Äbtissin Nichts von dem Erwerbe wisse. Arme, arme Fürstentochter! Die in ihren frühen Jahren Mit so manchem schönen Pagen Ein Versteckens oft gespielet, Und nach ihrem frohen Sinne Sie genecket und geküsset. Ach noch denkt sie an den einen, Der so oft am gläsern Wagen Neben ihrem Sitz gehangen Und mit seiner heissen Liebe Ihr das Spiegelglas behauchte, Bis er ihr darin verschwunden! Ach er ist nicht ganz verschwunden! Seit er ist herangewachsen, Reitet er nach der Parade Täglich bei dem Stift vorüber, Als ein prächtiger Dragoner Mit dem Degen an der Seite, Mit der Feder auf dem Hute, Mit den schönen blanken Stiefeln, Mit der weissen Kraus am Hemde, Mit der hohen schwarzen Binde, Mit dem Rock Vergissmeinnicht, Mit den Wangen Milch und Blut, Mit dem schwarzen Knebelbarte; Kommt geritten, sie begrüssend, Seinem Pferd hat er gelehret, Sich zu bäumen und zu wiehern, Dass der Puder weit aufflieget, Hat er ab den Hut genommen – Also weicht er von dem Stifte Wie ein schönes Wolkenbild. Alle Nächte denkt sie seiner, Wenn das Dunkel Frieden stiftet, Und kein Blick sie mehr belauschet, Wenn sie wandelt in dem Garten, Süsses Schmachten in dem Herzen, Holde Töne auf den Lippen, Denen sie sich gern vertrauet, Weil sie nicht als Zeugen dienen, Sondern alsogleich versinken Wie der Traum, der sie geschaffen. Leise singt sie ihre Lieder, Wie die Quellen zu den Veilchen, Und im Hauche dieser Veilchen Scheint der Liebling ihr zu nahen, Mit dem Degen, mit dem Hute, Mit der Krause, mit den Spornen, Mit dem Zopfe, mit dem Puder; Und mit ausgespannten Armen, Wie mit Segeln zu dem Hafen, Stürzt sie in den Arm des Teuren: Und da sind es leere Lüfte, Eine Hand, die fasst die andre; Traurig singt sie leise flüsternd: Gesang der Äbtissin Soll ich's mir wie Strahlen denken, Wie die Veilchen ferne düften Und den Lüften Doch die nahe Wollust schenken? Will der Wind sie zu mir lenken, Muss ich denken Meiner Lieb in allen Sinnen, Träumend ihn in Liebe grüssen; Ihn zu küssen Mein' ich und mich einzuspinnen In des Vielgeliebten Armen; Süss Erwarmen! Seine Lippen Hyazinten In dem frischen runden Schnitte, Und die Mitte Ist ein Kelch, den zu ergründen Tausend schöne Worte dienen! Welch Erkühnen! Alle möchte ich ergreifen, Ihn zu finden unter allen; Ich muss fallen In ein wüstes leeres Schweifen! Wiederum ein Jahr vergangen Im Verlangen! Etwas muss der Mensch doch lieben, Süsser Duft, du musst vor allen Mich umwallen, Flieh die Blumen, die betrüben, Weil von jenes Frühlings Scherzen Zeugen schwärzen; Süsser Duft, nimm mein Vertrauen, Denn zu hart sind die Gespielen Den Gefühlen, Dass sie nie die Liebe schauen; Lieblos sich dem Himmel geben, Ist ihr Leben. Alles hab ich dir gegeben, Schönes fernes Bild im Herzen, Lust und Schmerzen, Nahe endlich, nimm mein Leben! – Wie die Reben niederhängen In den Gängen, Die ich sonst um feste Bäume Mit der eignen Hand geschlungen! Ach umschlungen Hab ich oft, o süsse Träume, Diesen Baum, der dir geweihet, Tief erfreuet! – Also sang die Frau Äbtissin, Glaubt den dunklen Stamm zu fassen, Den sie dem Geliebten weihte, Doch von ihrer Glut getäuschet Hat sie einen Mann umfasset, Der da heimlich sich gestellet, Als ob er ein Baum gewesen, Dass sie ihn nicht möchte sehen. Und sie meint, sie täte Wunder Und belebte liebend Bäume; Das ist Schwärmerei, nicht Sünde, Denn sie war sonst sehr moralisch; Doch zu gross ist dieses Wunder Für die liebekranke Seele! Ist der Baum zum Menschen worden, Kann sie ihm doch nicht entziehen, Was ihm schon als Baum so eigen, Ihrer Liebe schönen Glauben; Und so sehen wir hier wieder, Dass die Phantasie verbunden Mit der Wahrheit falschem Bilde Sei wie Pulver in der Bombe, Die von Unschuld aufgelesen, Wie alt Eisen in das Feuer Wird geworfen und zersprenget Schuld und Unschuld, falsche Wahrheit, Wahre Phantasie und falsche. Dass der Mann kein Baum gewesen, Muss sie endlich doch wohl glauben, Dass es aber der Geliebte, Prächtig glänzende Offzierer, Dem wie Milch und Blut die Wangen, Glaubt sie mit demselben Glauben. Traurig und verlangend schmachtet Die Prinzessin nach zwei Monden, Müde ärgerlich sie fühlet, Sich in ihrem Stift verschlossen, Und in ihrem Innern treibet, Was wohl nicht verschlossen bleibet. Kühnheit haben schwangre Frauen Und Entschluss in den Gefahren; Die