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Schulkindern eine kleine, aber nach einem von mir gezeichneten Stempel geprägte Münze ausgeteilt werde; der Gehalt wird nur 6 Kr. unsers Geldes sein, aber auf einer Seite soll ein Baum, ein Pflug und ein Fischernetz mit der Aufschrift: A r b e i t , auf der Gegenseite ein Obstzweig, eine Garbe und ein Fisch mit dem Worte S e g e n , geprägt sein. – Jährlich dazu bestimmte 25 Fl. werden lange hinreichen, bis die Gemeinde und die Zahl der Schulkinder eine Vermehrung fordern. – Wattines soll der Beschützer dieses kleinen Andenkens meines Hierseins werden. Emilie bezeigte, als ich den Plan vorlegte, und die übersetzten Gedichte las, wahre Freude, und sagte sehr schön gegen ihren Mann: hat man nicht immer bei cultivirten Nationen wichtige Begebenheiten durch besondre Münzen im Gedächtnisse zu erhalten gesucht? und dienten diese Münzen nicht als Belege der Geschichte eines Volks? Ja meine Liebe! dieses ist wahrer Begriff von den Denkmünzen, antwortete er, und sie erwiederte mit dem Tone edler Wünsche und Hoffnung: wie schön wäre die Vorbedeutung der ersten Münze in der Grafschaft Onotaga! wie schätzbar müsste einst die Sammlung davon den Enkeln sein, wenn F l e i ss stets den Chargeter der Einwohner, und S e g e n immer ihr Schicksal bezeichnete! –
Wattines und ich waren über diese Wendung ihrer Ideen gerührt, er sagte: das wird auch sein, meine Emilie! so lange als im Frühling die Feier des Gedichts der A r b e i t heilig und geliebt sein wird.
Ich bedauerte, nicht reich genug zu sein, um die Stiftung, zu dem Werte und Grosse eines Silbertalers zu setzen. – Nein! sagte Emilie lebhaft, das wünschte ich nicht, indem ich besorgt wäre, dass man sie wie die Piaster in zwei und drei Stücken zu Scheidemünze machte. – Ich sah mit etwas Verwunderung nach ihr, und horte dass es wirklich geschieht. Spanische Piaster, welche stets von dem feinsten Silber sind, entzwei zu schneiden um halbe Piaster zu haben, oft sollen die Eigentümer auch einen Streif in der Mitte ausschneiden, und die zwei Seitenstücke doch einen halben Piaster gelten. Die teuren Wattines bedauerten aber meinen so vervielfachten Arbeitsplan, weil sie mich weniger sehen, und die Hoffnung verloren werde, etwas Teutsch zu lernen, wie sie beide es für die Wintertage bestimmt hatten, um die Muttersprache des geliebten Freundes zu kennen, und mit seinen guten Landsleuten an dem See von ihm zu reden: bei Vandek und Scriba, werden Sie, sagte Wattines, sehr oft Gegenstand der Unterredung sein, aber ich wünsche ihre Erinnerung in allen Einwohnern, besonders auch in Ihren Schülern zu umfassen, und so vielfach zu erneuern als Colonisten hier sind.
Ich war äusserst gerührt und dankbar für diese schmeichelhafte Anhänglichkeit, und werde ihnen die meinige beweisen so lange ich lebe, aber sicher die Einteilung meiner Herbst und Wintertage so machen, dass sie gewiss mich oft sehen, und im Frühjahr teutsch sprechen sollen. – Es ist unhöflich gegen Sie, meine Freunde! wenn ich sage, dass mich meine Trennung von Oneida, von Wattines sehr, sehr viel kosten wird, aber es ist Wahrheit und Gerechtigkeit gegen Wattines und die Natur, welche mir beide alles zeigten, alles für mich sind, was ich zu sehen und zu geniessen wünschte.
Diese letzten Herbsttage teilte ich noch eine allgemeine Freude, die Ankunft, das Austeilen und Pflanzen von einer Ladung Apfel- und Birnbäume. Sie können sich keinen grössern Jubel denken, als den, mit welchem jede Familie ihren Anteil nach ihrem Hause trug, die Alten sich schon des Apfelweins, und die Jungen sich der Birnen freuten, welche nun bald wachsen würden. Vortrefflich war das Betragen des Vorstehers, und eben so schön das von den Colonisten. Die Fuhren brachten Vorrat für den Winter an Kleidungszeug, Leinwand, Flachs und Wolle. – Alles lief zu, alles half nach Anweisung des Vorstehers den Vorrat in das dazu bestimmte grosse Loghouse zu bringen und zu ordnen, die Weiber machten aber Anstalt, für Essen und Lager der Fuhrleute zu sorgen. Der Wagen mit den Baumstämmen war der letzte zum abladen, da es noch helle genug war, sagte der Vorsteher, d i e H a u s v ä t e r sollten sich in zwei Reihen stellen, er wollte ihnen sogleich bei dem Abladen, jeden seinen Anteil von den Bäumchen geben. Ein Wagen hatte lauter Birn- der andre lauter Aepfelstämmchen. Die Mädchens und Jungens jeder Familie wollten tragen helfen, und stunden an den Wagen, von der Seite wo ihre Väter sich gestellt hatten. Ordnung und Vorsicht wurde geboten, und die Namen ausgerufen, wie immer nach der Reihe das Austeilen kam. Keiner hatte einen Vorzug, selbst der Vorsteher und Vandek nicht. – Wattines sagte, er habe Obstbäume auf der Insel, und schon welche in seinen Garten, seine Mitbürger sollten also diese allein unter sich verteilen. – Nein, Sie sind auch Coloniste, riefen sie; Sie sollen Ihren Anteil nehmen. Er gab nach und stellte sich auch in die Reihe, indem er mit grosser Freundlichkeit allen dankte. – Vandek stellte sich ihm gegenüber, seine Kinder konnten Stämmchen tragen, ich besorgte die für Wattines, und bekenne, dass ich ihn mit innerer Rührung ansah, den schönen vortrefflichen Mann, da in der Reihe, mit alle seinem Geiste und Talenten; – aber er betrug sich so einfach, wie sein brauner Colonistenfrack es wollte