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unser Vesperbrod ganz im Freien. Herr Scriba mit seiner Familie kam auch nach unsern schon halb geebneten Spazierplatz, und die lieben Männer besuchten noch vor dem Niedergange der Sonne, die von Wattines zum Schwimmen bezeichnete Stelle. Während er mit den beiden Führern der Colonisten darüber sprach, waren sie ihm schweigend zur Seite, als er endigte, ergriff jeder von ihnen eine seiner Hände: Vandek segnete ihn, Scriba dankte ihm innig für dieses menschenfreundliche Vorhaben, und Vandek sagte mit sanft eindringendem Eifer:
O lieben Sie immer den Boden, auf welchem Sie so viele Tugend übten, vergegeben Sie ihrem Schicksal, welches Sie hier zum Beispiel des Verdienstes aufstellen wollte, und freuen Sie sich, durch die Stiftung der Schwimmschule einer der Schutzgeister von Oneida zu werden. Mit edler Bescheidenheit erwiederte Wattines: Sie legen mir zu viel Gutes bei, mein würdiger Freund, aber ich verspreche Ihrem Herzen, dass ich den Boden nie verlassen werde, auf welchen ich durch Ihre Hand geleitet wurde.
Ich bemerkte eine Art Feierlichkeit in Wattines Mine und Stimme, welche mir bedeutend schien, doch konnte ich ihn diesesmal nicht gleich fragen, und musste mich bis morgen gedulden. Vandek und der Vorsteher waren eben so gerührt als ich. Die allgemeine Unterredung stockte, und endigte sich bald nachher; doch lag etwas äusserst angenehmes in dem Tone, in welchem sie sich gute Nacht zuruften. Der Wohlstand forderte, dass ich mit meinem Hausherrn zurück ging, – und wohl mir, denn ich hörte noch etwas die Menschheit ehrendes von ihm, als ich freimütig sagte: mich dünkt, die Unterhaltung dieses Abends hat einen ganz ungewöhnlichen Gang genommen. Sie haben nicht unrecht, erwiederte er, aber der Gang war doch gut, und ich hoffe der Grund der Stimmung unseres Freundes Vandek, und der meinige soll Ihnen lieb sein; denn wir hatten so eben, mit allen Colonisten eine Vorstellung an den Congress unterschrieben, in welchem wir die Geschichte und die Verdienste der Wattines, nebst unsern Wünschen bekannt machten, dass der vortreffliche Wattines als Ingenieur und Baumeister der Stadt Oneida angestellt werde, und die kleine von ihm angebaute Insel zum Eigentume erhalte.
Denken Sie sich den ganzen Umfang meiner Freude, über das Glück der Wattines, und die edle Handlung der Bewohner dieses Ufers! Ich umarmte den Vorsteher, segnete ihn und seine Bürger, sagte aber doch auch: o mögen Sie alle es so lebhaft fühlen, wie ich, wie schön es ist die Tugend zu belohnen. Wie herrlich verwalten Sie ihr Amt, mein teurer Freund! Freuen Sie sich, dass die Stiftung der Stadt Oneida, durch Ihre Hand sich so gut gründet, und dass Sie stets als der würdigste Vorsteher verehrt sein werden. – Er zeigte mir viele Zufriedenheit mit meinen Ideen des Lobes und Vorhersagung von seinem Namen und Taten, setzte aber hinzu: Vandek und ich zweifelten nicht, dass die Aussicht auf den Besitz der Insel Wattines erfreuen würde, so wie er gewiss auch einen Wert auf unsere Hochachtung und unsere Vorstellung bei dem Congress legen werde; aber wir wollten ihn vorher auf die Probe stellen, wie er im Innern für uns denkt, und wie er die Wünsche beantworten würde, ihn immer bei uns zu sehen. Mein Herz wurde gerührt da wir ihn gleich auf dem schönen Platze fanden, welchen Oneida ihm zu danken hat, und Sie horten in dem, was Vandek sagte, wirklich den Wunsch von uns allen. – Wattines Antwort war schön, und bewegte mich besonders, da ich von der Betrachtung durchdrungen wurde, es sei ungerecht, den edlen Mann bei uns anfesseln zu wollen, da moralische Schwärmerei ein herrschender Zug seines Characters zu sein scheint, so ist er fähig, aus Dankbarkeit gegen die innern Wünsche seines Herzens zu handeln. – Mich beruhigte der Gedanke, dass wir ein gewisses Mittel in Händen haben, dieses Uebermass der Dankbarkeit zu hindern; denn er soll bei der Uebergabe der Insel, der Freiheit versichert werden, mit ihr zu tun was er will. –
Diese Erklärung des Vorstehers machte mir viel Vergnügen, und gewiss nach allem was Sie von unsern Colonisten wissen, werden Sie mit mir sagen: die Stadt Oneida wird unter glücklichen Anzeigen gegründet. – Ich konnte nicht einschlafen, hundert Bilder von der künftigen Gestalt der Insel, Begierde sogleich zu wissen, wie sich Emilie und Wattines bei Ankündigung des Geschenks von dem Congress benehmen würden, und andre Phantasien erlaubten mir nichts als abgebrochnen Schlummer. Früh war ich auf dem Platze, welcher noch bearbeitet werden musste. Ich speiste bei Wattines, und in der kleinen Ruhestunde fragte ich nach der Ürsache des so feierlichen Tons seiner Antwort an Vandek, und bekannte freimütig, dass ich es erklärt wünschte, indem mich dünkte etwas ausserordentliches darin bemerkt zu haben. Er lächelte mir zu und sagte:
Ihre genaue Achtsamkeit auf die Bewegungen meiner Seele, ist mir sehr schmeichelhaft, und mich freut, dass alle so sind, dass ein rechtschafner Mann sie ohne Widerwillen betrachten kann. – Ich war gestern in Wahrheit ernstaft gestimmt, wozu mich der Auszug des Lebens der St. Johns geführt hatte: ich wollte erst nur die Beschreibung der Bienenjagd nachlesen, um ihren Vorteil durch meine Erfahrungen auf der Insel deutlicher und nützlicher zu machen. Das ganze Bild dieser Familie von St. John ist aber so anziehend, dass ich es mit erneuter Aufmerksamkeit las, und über das Schicksal seines Vaters nachdachte, der auch edler Franzose war, durch den Fanatismus der Religion aus seinem Lande nach Amerika getrieben