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Luise beruhigte sie, und sprach mit dem kleinen 6 Jahr alten Mädchen der Bäurin, welche uns durch einen Heckengang näher zum Amtause führen sollte. Wir dankten, und die Bäurin verbot dem Kinde, ja kein Geld anzunehmen. Luise machte aber die schwarze Schnur, mit dem kleinen goldnen Kreutzgen von ihrem Halse, und band sie der kleinen zum Andenken um den ihrigen, die nun voll Freude davon lief, während Luise mir sagte:
Sie haben bei den vielen schwarzen Kreuzen auf a c k e r genannt wird, weil gewiss der erste, welcher sich dieses Ausdrucks bediente, die tröstliche Idee der Auferstehung damit verband, und uns, als die für unsern Schöpfer gemachte Aussaat betrachtete. Diese Idee führte mich zu dem Andenken von Otteim, zum Spaziergang mit Luise und zu Gray's Gedicht, welches ich in meinen Gedanken den hiesigen Landleuten widmete, und zu Wattines sagte: dass ich wünschte, Grays Elegie möchte einst durch ein eben so edles Mädchen als meine Base, an den Ufern des Oneida bekannt gemacht werden. Wattines antwortete: wünschen Sie zuerst, dass die Bewohner dieser Stadt die Zueignung dieses edlen Bildes verdienen möchten. Vandek, welcher sich uns in diesem Moment näherte, hatte die letzten Worte gehört, und fragte, was für einen Gegenstand Wattines mit dem Beinamen, edles Bild bezeichnete? ich erzählte es. Vandek, welcher mit Grays Gedicht bekannt war, sprach mit Verehrung von dem Geiste welcher darin atmet, und setzte hinzu: wenn alle nachfolgenden Colonisten von dem Gefühle der guten Weberfamilie beseelt hieher kämen, so würde ein Nordamerikanischer Gray gewiss den Stoff zu einem Gesange der ländlichen Tugend finden: er wünsche diesem guten Lande keine bessern Bewohner, und sich keine bessern Pfarrkinder. Wir vereinten unser Lob über das was wir wussten. Vandek erzählte uns aber einen viel schönern Zug. Schon diese Nacht hätte Susanna und ihre Schwägerin der Frau des Kranken zu seiner Wartung beigestanden, diesen Morgen aber, sagte der junge Hausswirt, seine Wohnung würde heute Abend ganz eingerichtet sein, Susanne und er wünschten auch morgen nach der Predigt getraut zu werden, aber sie wollten nicht die geringste Lustbarkeit anstellen, da in der kleinen Gemeinde eine ganze Familie in Trauer versenkt sei, so würde seine Schwester bei der betrübten Frau bleiben, bis alles vorüber gegangen, und sie wieder im Stande sein würde, ihre Kinder und Haushalt ruhig zu besorgen: indessen wolle Susanne die Stelle seiner Schwester bei der Mutter vertreten, damit dieser nichts an ihrer Wartung mangeln möge. –
Der vortreffliche Vandek freute sich über die schönen Gefühle der Menschenliebe und der Ordnung, welche sich in der ganzen Anstalt des jungen Mannes so tätig zeigten. – Der Ueberrest meines Abends wurde mir in Wattines Holzhütte noch sehr angenehm gemacht, indem unser Zimmermann noch zu uns kam und erzählte: Susanna und ihr Bräutigam seien mit ihm überall herum gegangen, hätten auch frei von den Bewohnern gesprochen, und bei Wattines gesagt, dieser Herr und Frau wohnen wie wir, und pflanzen ihren Garten und ihre Felder auch mit Mühe, wir wollen alles nachahmen, was wir mit der Arbeit unserer Hände nachahmen können. Es ist in dem Garten den Sommer gewesen, wie im Paradiese, sagte Susanne, das wolle sie ablernen, weil es nichts koste als Achtung geben; so könnte es ja ein guter Arbeitsmann und seine fleissige Frau auch so machen. – Ich dachte an meine Vorbedeutung, dass Frau Vandek das Beispiel der Reinlichkeit, Frau Wattines das von gutem Geschmack und Geschicklichkeit in allem geben würde; alles Nette und Angenehme des Milchkellers, werden wir der Holländerin; Mariniren der feinen Fische und gute, mit Gartenkräutern zugerichtete Speisen der Franzosin zu danken haben; und so wird das Beispiel des Fleisses, und das angenehme Gefühl, welches der Anblick des Schönen und der Ordnung hervorbringt, die Anlage unserer kleinen Stadt beleben, sie wird nicht prächtig, nicht glänzend, aber anziehend sein, wie von jeher eine reine ländliche Nymphe des friedlichen Hayns und der blumigten Wiesen war, und auf diese Art wird Oneida den vortrefflichen Grundsatz des Amerikanischen Pächters befolgen: dass die Einwohner die Erde durch ihre Gegenwart verschönern, und durch ihre Arbeit bereichern sollen. – Wattines, der Zimmerman und ich, bereiten wirklich noch zwei Spatziergänge an den beiden Enden der jetzigen Gränze der Stadt, am Ufer des See's mit Bänken und Bäumen besetzt. Wird Oneida einmal gross, so können diese Plätze als Nachahmung der englischen Squarres dienen, und bis diese rings umher mit steinernen Häusern besetzt sind, werden Grossväter und Enkel der jetztlebenden, die guten Menschen segnen, welche ihre Vaterstadt verschönerten, und ihnen einen erquickenden Erhohlungsplatz verschafften. – Unser Vorsteher hat einen Schiffsbau verständigen Zimmermann begehrt, wodurch die Bewohner der neuen Stadt, bei dem 18 Stunden grossen See, durch Abkürzung und Erleichterung der Zufuhr und des Fischens grosse Fortschritte machen könnten. Vandeks Vetter besorgt den gewöhnlichen Unterricht der Schulen schon sehr gut, und der edle, tätige Wattines, will die jungen Leute schwimmen lehren, weil es ihm äusserst notwendig dünkt, dass die Bewohner der Ufer einer See es wissen. Sein und Emiliens Beispiel zeigen den Nutzen, und ihn freut, den jungen Nachfolgern einige Meister in dieser, Leben und Vermögen wichtigen Kunst zu bilden; denn unsere guten teutschen Landsleute hier, sind nur mit dem festen Boden bekannt, und würden bis jetzo noch niemand von dem Ertrinken retten können. –
Wir hatten heute einen sehr schönen Tag und noch schönern Abend, die Vandeks, Wattines und ich assen