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welches man in den Klüften der Berge findet; dieses Bergmehl aber gewiss sehr wenig nährende Eigenschaften hat, da es nichts als feines Kalkpulver ist. Ich war nun sehr mit mir selbst zufrieden, von der Tongeschichte gesprochen zu haben, weil ich dadurch aufs neue einen Beweiss erhielt, wie sehr schätzbar die Aufmerksamkeit auf alle, die Menschheit betreffende Gegenstände ist, und jungen Leuten nicht genug empfohlen werden kann. Ich sagte Wattines auch: ich verehre den Fleiss ihrer Jugendjahre, mit welchem Sie alles bemerkten, und segne dabei den Boden Ihrer Insel, dass er eben so fruchtbar war, als Ihr Geist. Er dankte mir mit bescheidnem Lächeln, und setzte hinzu: die Eide der lieben Insel ist in Wahrheit so fruchtbar, dass ich oft bedauerte, keine Haustiere, seien es Schaafe, Rindvieh, Ziegen oder Schweine, zu haben, welche die herrlichen und reichen Gras- und Kräuterarten benützen könnten, die die Natur ihren verschiedenen Gattungen bestimmte. Denken Sie, meine Freunde, wie ich überrascht wurde, als Wattines zu mir sagte: es ist noch helle genug, um in der freien Luft noch etwas zu sehen: warten Sie einige Augenblicke auf meine Zurückkunft, dann forteilte, und mit zwei von Maisblättern geflochtenen Körben wiederkam, in welchen auf grossen getrockneten Pflanzen und Baumblättern, ja selbst auf dünne abgezogene Birkenrinden, alle Kräuter, Blumen und Blüten seiner Insel, sorgfältig getrocknet und geordnet lagen. Die Blumen alle auf grossen oder kleinern Blättern, die Pflanzen auf den Rinden, besonders aber alle Grasarten oder Gramen in einer Reihe aufgeheftet waren. Ich staunte sie an. Sie wundern sich, sagte er, über die vielen Exemplare des Grases. Ich wusste, dass unser Korn nur eine durch Anbau verbesserte Grasart ist, deswegen habe ich einige Halme wild erhalten, ihren Saamen in gebesserte Erde gesäet, und auch von diesen welche aufgehoben, um ihre Veredlung zu bemerken, wie Emilie, als sie hörte, dass die schönfarbigten und gefüllten Blumen, welche sie so sehr liebt, nur seit 160 Jahren in Frankreich bekannt, und in Holland so vollkommen sind, durch den Fleiss der Gärtner, die herrlichen Schattirungen und Grösse erhalten haben; so wollte sie auch Wiesen-Ranunkel, kleine. Pferdnelken und andre Blümchen sich unter ihrer Pflege verschönern sehen; aber auch den kleinen Anfang bemerken. Sie trocknete also die Blümchen aller Art, und sorgte für ihre Anpflanzung. Drei Jahrgänge davon sind aufgehoben, und zwischen Birkenplatten verwahrt. Wir hatten kein Papier, und mussten uns helfen wie wir konnten, sagte Wattines, und wahr ist es, ohne die Borkenhütte der Indier wäre uns auch dieses Mittel verborgen geblieben. Meine Freunde können glauben, dass mir unter allen Kräutersammlungen der ganzen Erde, keine schätzbarer sein konnte, als diese. Meine Augen waren auch bald auf die Sammlung der Pflanzen, bald auf die nett geflochtenen Körbe geheftet. Mein Herz war von Bewunderung durchdrungen, und ich sagte zu ihm, ach, wenn der Glückliche seine Güter mit eben der dankbaren Achtsamkeit für ihren Urheber behandelte, wie Sie teure Wattines, die kärglichen Geschenke ihrer armen Insel! schnell erwiederte er: Nein, nein! Ihr Wunsch soll nie erfüllt werden, denn da würde der Reiche wie wir, zuerst nur für sich geniessen, und dann das übrige aufheben, und so träufelte von dem Ueberflusse niemals etwas auf den Armen. Nun bemerkte er meine Blicke auf die Körbe, fasste beide an der Handhabe, und mit dem Ausdrucke des Zurücksehens auf eine schöne Gegend, sagte er mit gerührtem Tone: diese Körbe entalten manche der süssesten Stunden meines Lebens auf der Insel, denn der Entwurf zu dieser Sammlung verursachte meiner Emilie viele Freude, indem sie gleich die mütterliche Berechnung machte, dass unser Carmil einst vieles Vergnügen darüber haben, Pflanzenkunde dabei lernen, vielleicht glücklicher als seine Eltern, die Werke des Linne' und die Abbildung aller Pflanzen und Blumen besitzen wird, und mehr Papier als sein guter Vater, welcher die Namen der Kräuter, welche er kannte, nur mit Bleistift auf die aus einem Buche geschnittenen Blätter bezeichnen konnte. Ich schrieb, fuhr er fort, dieses kleine Gespräch der Mutter auf ein anderes ausgeschnittnes Blatt, welches ich seitdem mit Tinte copirte, das erste dabei legte, Emilie aber hinzusetzte, vielleicht wird dann Carmil einem edlen Freunde von seinen Eltern erzählen, welche diese Sammlung für ihn machten. Die Geschichte des Korns und seiner vielen Gattungen machten Emilien unendliche Freude, besonders aber die Versicherung in unserm St. Pierre, welcher im Homer fand, dass überall Korn wachse, und der grosse Sänger deswegen die Erde Z e i d o r a , Kornträgerin, nannte. Nur die Beobachtung schmerzte sie, dass weder die Süd- noch Nordamerikaner Ackerbau oder Viehzucht liebten, also diese, der natürlichen Anlage zu Güte und stiller Arbeitsamkeit, so günstige Beschäftigung mit dem Pfluge und dem Gartenspaten, noch lange nicht kennen, und von gesellschaftlichen Verbindungen entfernt bleiben würden. Wie sehr wünschte sie, nach dem Auszuge des St. Pierre aus dem Linne, alle die Kräuter zu kennen, welche nach der genauen Beobachtung und Kenntniss des grossen Mannes den verschiedenen Haustieren von der Natur angewiesen und bekannt gemacht sind; denn wahrlich, Naturtrieb ist gegebne Kenntniss. Die K ü h e haben 286 Kräuter, welche sie besonders lieben, 184 aber nur bei dem grössten Mangel und Hunger abweiden: die S c h a a f e fressen eifrig 417 Arten, und meiden 110; die Z i e g