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der Europäer ihres zu voll ist; dass ein böser Geist sie treibt und ihnen keine Ruhe lässt, bis sie sterben. Kitchy Manitu wird für uns sorgen. Er ist gut und der Vater aller Menschen. Er gebe dir gute Gedanken, bis du nach Osten gehst," sagte er seinem amerikanischen Freunde; als er ihm die Hand schüttelte und Abschied nahm: "wenn du jemals an die Gewässer des grossen Ontario gehst, so kommst du nahe zu einem Dorfe der Oneidas, ehe du dein Feuer an den See anzündest, frage nach den Wigwham des Nesquehiounah, du wirst unter seiner Baumrinde Schutz und zu Essen finden."
Ich hörte dieses vor eilf Jahren erzählen, und ärgerte mich als junger Offizier, der nichts grösseres kannte, als ein mit Ruhm und Belohnung umgebner Obrist zu sein. Dieser Mann legte alles zurück und wurde Oneida. Musste mir nicht hier, als ich seinen Namen hörte, der Gedanke eines Verhängnisses vor die Seele kommen, und ich mir sagen: ohne Nesquehiounahs Liebe zu den Sitten seiner Väter, stünde kein Dörfchen am See Oneida, wo meine Emilie ihre Wochen halten, und ich mit einem Sohne dieses ausserordentlichen Mannes zu ihrem Besten reden könnte?
Diese kleine Ausschweifung in Wattines Geschichte war mir sehr angenehm, ich dankte ihm, aber er bemerkte, dass ich mehr von seinem Aufentalte bei den Indiern zu hören wünschte, und knüpfte den Faden wieder an, indem er sagte: ich fragte den jungen Mann, ob er nicht auch bei den Engländern gewesen wäre? Er sagte j a , e i n i g e Z e i t . Nun fragte ich weiter: warum er nicht geblieben sei, da er doch viel Gutes und Gemächliches bei ihnen sah? Er blickte mit einer Art spöttischem Lächeln mich an, und sagte kurz: nichts als viele Arbeit, welche die guten Oneidas nicht brauchen und ruhen können.
Ich blickte da etwas sorgsam nach ihm, nun liess er mich aus seiner Pfeife rauchen, führte mich zu seiner Hütte, gab mir eine eigene Pfeife, zündete sie an, und als ich einige Züge daraus getan hatte, tauschte er mit mir, und versicherte mich seiner Freundschaft, zeigte mir die Stelle seiner Hütte, wo sein Vater starb, und freuete sich, als ich mit Hechachtung von seiner Tapferkeit und Klugheit sprach; aber mein Herz war voll Unruhe, immer mit dem Gedanken an Emilien beschäftigt. Ich sagte es meinem Indier und bat ihn, mich zu meinem Weibe zurück zu führen. Emilie sass in der Hütte zwischen den zwei Weibern, welche ihr freundlich zuredeten. Sie schien glücklich zu sein mich wieder zu sehen, sagte mir aber, dass sie gewiss sei, bald Mutter zu werden, weil die Bewegung des Schwimmens und die Erschütterung ihrer Seele bei dem Anblicke und Wesen dieser guten, aber uns sehr fremden Leute stark auf sie gewirkt habe. Die Weiber gaben uns von einem unter der Asche gebratenen grossen Kürbis Squash zu essen, und legten statt Löffel länglichte Muschelschalen hin. Diese Kürbis haben wirklich, auf solche Art bereitet, einen vortrefflichen Geschmack, welches mich wegen Emilien unendlich freuete, indem sie es auch sehr gut fand, auch den gerösteten Mais kostete. Da sie mir nun sagte, sicher zu sein, dass die Weiber mich nicht in der Hütte dulden würden, sie aber sehr wünschte, dass ich die Nacht in der Nähe bliebe, so vertraute ich diese Bitte unserm Indier. Er fasste meine Sorge, und machte mir mit einem Bärenfelle, mit fünf Stangen und einigen Birkenrinden ein Lager und Zelt, oder halben Wigwham.
O was ist eine Wilden-Hütte oder Wigwham für eine Erscheinung, besonders für einen Mann, der wie ich eine geliebte junge Frau hat, welche als Braut zu der Auswahl zwischen zwei prächtigen FamilienSiren bestimmt war, und sie nun nahe der Stunde ihrer ersten Niederkunft, in einer solchen Hütte sieht!
Denken Sie sich einen ebenen Platz zu Anfang oder Seite eines Waldes, der gegen die heftigen Winde schützt, hier werden 15 bis 20 Fuss hohe junge Tannen oder Birkenstangen in einem etwas mehr als halben Cirkel eingesteckt, und oben etwas zusammengebogen; an diesen befestigen die Indier Birkenrinde, welche in Stücken zu drei bis vier Schuh geschnitten, und mit Fischdärmen zusammen genäht sind. Diese Decke machen sie nett und dicht, und am allerdichtesten an der Stelle wo die Alten schlafen. Zwischen der Türe, das heisst, wo die Stangen am weitesten von einanderstehen, wird das Feuer gemacht, wobei immer auf den Wind geachtet wird; denn wenn er sich ändert, wird ein Fleck Rinde auf eine andre Seite gehängt, und das Feuer bekommt eine andre Stelle. Die Stücken Rinden liegen, wie die Fischdärme, in Vorrat da, so wie immer einige Bieber- und Bärenfelle innen umher hängen, welche Abends beim Schlafengehen in der Hütte ausgebreitet werden. Ein mittelmässig grosser Kessel, ist der ganze Hausrat, darin kochen und rösten sie ihren Mais. Wildpret essen sie roh, oder nur etwas am Feuer gesengt. So mein Freund, sagte Wattines, sah die Wohnung meiner Emilie, in diesen für ihren Tod oder fernern mühvollen Leben entscheidenden Stunden aus; so waren die Sitten unserer, an dem See Oneida, erhaltenen Freunde. Musste ich da nicht an das schöne l'Isle in Flandern, am Wohnsitze unserer Bekannten denken? Litte ich nicht auf das äusserste für Emilien und unser Kind?
Unser guter Indier blieb noch bei uns, und sagte ohne Zweifel seiner